Liveticker: Neu-Ulmer OB-Kandidaten auf dem SWP-Podium

Seit 2004 ist Gerold Noerenberg (CSU) Oberbürgermeister von Neu-Ulm. Am 16. März treten Detlef Kröger und Stephan Salzmann gegen ihn an. Am Dienstagabend stellten sich die drei den Fragen der SÜDWEST PRESSE im Wiley-Club. Lesen Sie im Liveticker nach, wie sich die Kandidaten im Forum geschlagen haben.

MANUEL BOGNER |
Das war's für heute von hier. Und nicht vergessen am 16. März wählen zu gehen. Wir wünschen noch einen schönen Abend!

Was halten die Besucher von den Kandidaten und wie haben sich die Kandidaten geschlagen? Hier sehen Sie das Video von der Veranstaltung:
 

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Jazz im Time ist wieder auf der Bühne. Ein älterer Gast an der Bar auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE: "Ich glaube es wird wieder Noerenberg. Ich glaube nicht, dass es ein Stechen gibt."

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Thierer sagt: Alle drei Kandidaten haben sich gut geschlagen. Lauter Applaus.

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Es gibt keine Fragen aus dem Publikum. Ruschitzka fragt, wer ist noch unentschlossen für die Wahl am 16. März? Es recken sich doch noch einige Hände nach oben.

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Zum Schluss geht es um das Thema Sport und Vereine. Manfred Janssen kommt ans Mikrophon. Er ist Vorsitzender des TSV Neu-Ulm. Seine Frage: "Wie wird, wenn Sie OB werden, Ihre Förderpolitik für Sportvereine aussehen?"

Noerenberg: Er verweist auf den Neubau der Dreifachturnhalle im Muthenhölzle. Vereine können immer zu mir kommen, wenn sie sagen: "Wir können unseren Vereinszweck nicht mehr erfüllen." (Applaus)

Salzmann: Möchte allen danken, die sich ehrenamtlich im Sportverein engagieren.

Kröger: "Wenn ausländische Gäste zu mir kommen, sind sie immer begeistert, wie viele Vereine es hier gibt." Will mehr Menschen ins Ehrenamt bringen. Kröger würde einen Eventmanager bei der Stadt installieren. (Applaus)

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Der dritte Gast: Heinz Koch, Theatermacher aus Neu-Ulm. Es geht um das Thema Kunst und Kultur. Seine Frage: "Ist für die Kandidaten Kultur so etwas wie die Sahne auf dem Kuchen, oder ist Kultur die Hefe im Teig?" 

Kröger: Kann ich beantworten mit meiner Initiative "Neu-Ulm mit Flair". Man wirft Neu-Ulm vor, dass die Stadt kein Flair habe - zurecht. Künstler sollen mithelfen, Neu-Ulm mitzugestalten. 

Noerenberg antwortet mit Sarkasmus. Er habe viele Stadträte klatschen sehen, als es um die Frage ging, ob man Kultur stärker fördern soll. Doch er warte nur darauf, die selben Stadträte bei den nächsten Haushaltsberatungen zu beobachten, wie sie Kürzungen für das Museum fordern. Er erzählt eine Episode aus seiner Zeit als zweiter Bürgermeister, als er 15.000 Euro für freie Kulturförderung hatte und sie dann einsparen musste. Dann sagt er: "Ich garantiere: "Wenn ich heute mit dieser Summe in den Stadtrat laufe, sagen alle, spar' es ein.""

Ruschitzka hakt nach und fragt bei allen Fraktionsvorsitzenden im Saal nach. Einer nach dem anderen antwortet: "Ja, die 15.000 Euro gibt es." Applaus vom Publikum.

Salzmann sieht Kultur vor allem wirtschaftlich. Jeder Euro der in Kultur investiert wird, bringt drei Euro in der Gastronomie, etc. "Lassen Sie uns verrückt sein und lassen Sie Visionen zu!", sagt Salzmann.

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Noerenbergs Lieblingswort heute Abend: "roundabout"

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Jetzt bittet Hans-Uli Thierer Silvia Lauer ans Mikrophon. Sie ist Vorstandsmitglied der IHK Regionalversammlung seit 2009, IHK-Vollversammlungsmitglied in Augsburg seit 2014, Mitglied der Wirtschaftsjunioren und Mitglied im Club der Industrie. Sie fragt: "Was tun Sie konkret dafür, dass Neu-Ulm auch in Zukunft attraktiv für Bestandserweiterungen und Neuansiedlungen von Handel und Gewerbe ist. Halten Sie die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Flächen für ausreichend oder müssten zusätzliche Potentiale geschaffen werden?"

Salzmann: Er sagt, dass es wesentlich darauf ankommt, ob sich Menschen in einer Stadt wohlfühlen. Nur wenn sich Menschen in einer Stadt wohlfühlen, können Chefs genügend Mitarbeiter nach Neu-Ulm locken.

Kröger: Wichtig ist der Breitbandanschluss und Kinderbetreuung. Nur wenn Frauen die Möglichkeit hätten, zu arbeiten, sei es möglich, genügend Fachkräfte zu finden.

Noerenberg: Zunächst einmal geht es darum, genügend Flächen für Gewerbeansiedlung zu bekommen. Zweitens sei es wichtig, attraktiv für Fachkräfte zu sein. Da sei etwa die Ratiopharm Arena ein wichtiger Baustein.

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Die SÜDWEST PRESSE hat vier Spezialgäste eingeladen, die in Neu-Ulm wohnen, und die spezielle Fragen stellen. Dr. Burkhard Alter ist Facharzt für Neurologie und Gründungsmitglied des Elternbeirats Kinderbetreuung. Er fragt: "Wie können künftig bezahlbare Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden?"

(Es gilt wieder die 3-Minuten-Regel für die Antworten)

Noerenberg: "Ist machbar, müssen uns aber strecken, eventuell auch Mittel im Haushalt umschichten." (2 Minuten)

Kröger: Müssen besser planen, unsere Kinder sind unsere Zukunft. (Applaus) (1,5 Minuten)

Salzmann: Er will Erzieherinnen entlasten. Ausbildung zur Erziehung soll nicht kosten, sondern bezahlt werden. Dann sei auch die Motivation größer. (5 Minuten)

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Keiner der drei Kandiaten hat Unterlagen dabei. Die Zahlen, die sie nennen, haben parat. Alle drei scheinen gut vorbereitet. Salzmann sitzt mit überschlagen Beinen da, Kröger und Noerenberg normal. 

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Es geht jetzt um Fragen, die von den Bürgern kamen. Vielen brennt das Thema Wohnungsbau unter den Nägeln. Es gebe nur noch Luxusimmobilien. Nach Angaben der Nuwog suchen im Moment 1200 Menschen eine Wohnung und finden keine bezahlbare.

Noerenberg hebt seine Erfolge hervor. Es seien 200 Sozialwohnungen im Wiley entstanden. Durch den Zuzug gerate die Stadt aber an die Grenzen ihr Aufnahmefähigkeit. 

Kröger: Wir haben ein Ungleichgewicht. Die Nuwog habe es versäumt, am Eingang der Stadt von Ulm her bezahlbare Wohnungen zu bauen.

Salzmann vergleicht Neu-Ulm mit München was die Wohnungsnot angeht. Er schlägt vor, einen Arbeitskreis zu gründen. Die Wohnungen, die man baut, müssten keine fünfzig Jahre halten.

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Jetzt darf jeder aus seinem Wahlprogramm vortragen: Im Moment ist Noerenberg dran. Er lehnt sich entspannt zurück, hebt die Hände in die Luft. Er sagt unter anderem: "Eine vierte Donaubrücke brauchen wir nicht."

Kröger will eine Fachstelle für Nachhaltigkeit in der Verwaltung.

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Ruschitzka an Salzmann:

Augsburger Straße oder Glacis-Galerie?
Glacis-Galerie wird zuerst fertig, dann ist die Augsburger Straße dran
Krimi oder Sachbuch?
Sachbuch. Krimis schaue ich mir im Fernsehen an
Herz oder Hirn?
Herz.
VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
FC Bayern München
Angela Merkel oder Siegmar Gabriel?
Merkel ist unsere Chefin
Gerold Noerenberg oder Detlef Kröger?
Noerenberg, habe gut mit zusammengearbeitet. Kröger kenne ich nicht.

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Fragen von Thierer an Kröger:

Joggen oder Fitness-Studio?
Joggen
Selbst kochen oder Essen gehen?
Kommt drauf an.
Geld aufs Sparbuch oder Aktien kaufen?
Lieber behalten.
Fernsehen oder Kino?
Kino.
Horst Seehofer oder Winfried Kretschmann?
(Lacht). Darf ich den Publikumsjoker nehmen?
Gerold Noerenberg oder Stephan Salzmann?
Da passe ich.

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Diese Fragen bekommt Noerenberg von Ruschitzka gestellt:

Wein oder Bier?
Wein
Bodensee oder Nordsee?
Kann ich nicht so beantworten, Nordsee zu kalt. Mittelmeer
Oper oder Kabarett?
Kabarett, weil man in der Politik nicht so viel zu lachen hat. 
Bild oder Spiegel?
Spiegel. 
Claudia Schiffer oder Alice Schwarzer?
Nennt den Namen seine Frau 
Detlef Kröger oder Stephan Salzmann?
Salzmann
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Nach der Pause geht es mit dem "Entweder-oder Spiel" weiter. Kröger muss zum Beispiel sagen, ob er lieber selbst kocht oder Essen geht.

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Es ist Pause: Jazz in Time spielt wieder. Halbzeit-Bilanz. Am meisten Applaus hat Kröger erhalten, dann folgt Noerenberg, Salzmann ist letzter.

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Es geht um das komunalpolitische Thema Straßenbahn

Ruschitzka: "Das Thema war in der Versenkung verschwunden. Warum, Herr Kröger, haben Sie das Thema wieder hervorgeholt?"

Kröger: Menschen sehen Ulm / Neu-Ulm als einen Lebensraum. Warum soll die Straßenbahn an der Stadtgrenze enden?

Salzmann: "Straßenbahn von Ulm nach Neu-Ulm ist Kokolores." Dann wird es technisch. Die Strecke sei zu teuer. Eigentlich will er ein Gondelbahn, bzw. eine Seilbahn. "Für Visionen ist Salzmann allemal gut." Es wird abstrus: Ruschitzka und Salzmann diskutieren die Kosten und die Vor- und Nachteile einer Seilbahn.

Noerenberg: "Ich halte es für schwierig. So eine Stummelschwänzchenbahn vom Ulmer zum Neu-Ulmer Bahnhof kann nicht funktieren. Das ist lediglich eine Idee für den Wahlkampf." 

Noerenberg gerät ins Dozieren. Salzmann guckt in die Luft, Kröger lächelt.

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Kröger erntet Applaus. Auf eine Anfrage, was Walter Feuchts Angriffe er sei "ein Blubberer", für ihn bedeuten, sagt er: "Ich möchte dazu nichts sagen, das spricht doch für sich selbst."

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Noerenberg über sich: "Ich habe Kanten und Ecken."

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Thierer an Salzmann und Kröger: Sie sind in der freien Wirtschaft, warum tun sie sich einen Job an, bei dem man gerade mal 10.000 Euro verdient?

Salzmann: Möchte was bewegen, Aufgabe reizt mich
Kröger: Aufgabe reizt mich, OB ist eine kreative Tätigkeit.

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Salzmann spricht. "Ich war zuvor in Lübeck, ich war in Köln. Neu-Ulm ist es geworden." Salzmann wählt seine Worte sorgsam, hat wieder seine bekannte rote Brille an. "Ich bin wie die Jungfrau zum Kinde gekommen", sagt er darüber, wie zu seiner Kandidatur gekommen ist.

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Kröger hat die drei Minuten überschritten. Interessant übrigens: Noerenberg hat als einziger Kandidat keine Krawatte an. Kröge erhält Applaus, obwohl er eher fünf als drei Minuten geredet hat.

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Kröger ist dran. Er ist 2001 in der Region gelandet. Er und seine Familie haben sich hier so wohl gefühlt, dass sie gesagt haben: "Hier bleiben wir." Was ihn seiner Meinung nach für das Amt auszeichnet: "Ich bin promovierter Jurist."

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Noerenberg darf sich als erster in drei Minuten vorstellen. "Neu-Ulm ist meine Heimat, dafür kämpfe ich leidenschaftlich", sagt er. Seine Regierungserkärung fällt kürzer als drei Minuten aus. 

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Die Bundestagsabgeordnete Katrin Albsteiger (CSU) hat auch den Weg in den Wiley Club gefunden. 

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Noerenberg ist 56 Jahre alt, Kröger 48, Salzmann 52.

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Noerenberg, Kröger und Salzmann betreten die Bühne und werden verkabelt. Es ist eine leicht erhöhte Theaterbühne auf der fünf Sessel stehen. Vom Publikum aus gesehen sitzen von links nach rechts: Lokalchef Hans-Uli Thierer, Detlef Kröger, Gerold Noerenberg, Stephan Salzmann, Lokalredakteur Edwin Ruschitzka.

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Jetzt läuft dieses Video. Die SÜDWEST PRESSE hat sich auf dem Wochenmarkt umgehört. Außerdem äußern sich in dem Video die drei Kandidaten, warum sie Oberbürgermeister sein oder werden wollen.
 


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Becker stellt die drei Kandidaten vor. Sie finden Hintergründe über die drei Politiker oben in den Bildern.

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Chefredakteur Ulrich Becker hat die Bühne betreten. "Am 16. März bewerben sich drei Kandidaten für den Posten den Oberbürgermeisters in Neu-Ulm. Es stehen Entscheidungen an. Neu-Ulm erfindet sich gerade Neu-Ulm. Die vielen Baukräne deuten darauf hin."

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Detlef Kröger ist soeben gekommen. Wo bleibt Gerold Noerenberg? Spielt er seinen Amtsbonus aus und kommt erst kurz vor knapp? In zehn Minuten geht's los!

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Alle Sitzplätze sind seit gut einer halben Stunde belegt. Gut 300 Leute dürften den Weg in den Wiley Club gefunden haben. Auf der Bühne des ehemaligen Offizierscasinos spielt "Jazz in Time".

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Stephan Salzmann ist schon um 17:30 Uhr gekommen. Er hat einen Zehner-Tisch reserviert. Das erste Weizen ist auch schon geschafft. 

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Gibt es genügen Krippenplätze in Neu-Ulm? Braucht Neu-Ulm eine Straßenbahnlinie, wie steht es um Kunst und Kultur? Diesen und anderen Fragen werden sich die drei Bürgermeisterkandidaten stellen - und womöglich auch die Wahlentscheidung der Neu-Ulmer am 16. März beeinflussen. Moderiert wird der Abend Hans-Uli Thierer, dem Leiter der Lokalredaktion der SÜDWEST PRESSE und dem Redakteur Edwin Ruschitzka.

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Herzlich willkommen zum Liveticker aus dem Wiley Club in Neu-Ulm. Von 19 Uhr an sitzen Gerold Noerenberg (CSU), Detlef Kröger (nominiert von SPD, Grünen, Freien Wählern und FDP) und Stephan Salzmann (PRO Neu-Ulm) auf dem Podium der SÜDWEST PRESSE. Die drei bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters in Neu-Ulm. Noerenberg ist seit 2004 der amtierende Bürgermeister.

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Kommunalwahl Bayern 2014

Kommunalwahl Bayern 2014

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