Landrat Seiffert: Kritik aus Ulm ist pervers

Ulm. 

Es sei "pervers", dass es ausgerechnet in Ulm politische Kräfte gebe, die den Widerstand gegen Stuttgart 21 befördern, wetterte Landrat Heinz Seiffert gestern beim Besuch von Rudolf Köberle, Minister für Ländlichen Raum. Schließlich profitiere die Region Ulm besonders von dem Bahnprojekt. Seifferts Schelte galt der Ulmer SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis und den Grünen.

Es war naheliegend, dass das Thema Verkehr im Gespräch des Ministers mit Landrat und Bürgermeistern großen Raum einnahm. Der Minister warb für das Großprojekt der Bahn. Wer glaube, wegen des "Milliardengrabs in Stuttgart" müsse der ländliche Raum bluten, täusche sich gewaltig, betonte Köberle. Das Bahnprojekt Stuttgart 21 sei das zentrale Verkehrsthema für den ländlichen Raum. Dieser werde durch die bessere Erreichbarkeit gestärkt.

Werde Stuttgart 21 gekippt, komme das dafür vorgesehene Geld nicht einfach kleineren, regionalen Verkehrsvorhaben im Land zugute, erklärte Köberle. "Wenn Stuttgart 21 abgesagt wird, freuen sich viele - all jene in anderen Regionen Deutschlands, deren Großprojekte in der Warteschleife hängen." Dafür würden dann die Zuschüsse des Bundes, der EU und der Bahn verwendet.

Als "eigenartig" bezeichnete der Minister es, wie die Bahnprojekte Stuttgart 21 ("fragwürdig") und Elektrifizierung der Südbahn ("grundsätzlich gut") gegeneinander ausgespielt werden. Schließlich hänge der für die Region wichtige Ausbau der Südbahn finanziell nicht mit Stuttgart 21 zusammen. "Das sind ganz unterschiedliche Geldtöpfe." Inhaltlich aber ergebe sich ein schlüssiges, zukunftsweisendes Verkehrskonzept, wenn beide Bahnstrecken ausgebaut werden: "Es macht ja keinen Sinn, die Verästelungen auszubauen und den Hauptstrom versiegen zu lassen." Der Ausbau der Südbahn schreite stufenweise voran. Köberle hofft, dass die Elektrifizierung wie vorgesehen bis 2015/16 umgesetzt ist. lai


Kommentare (7)

14.11.2010 23:37 Uhr |   unbekannt

Liebe Ulmer

haltet Euch mal ein bisschen zurück. Ihr habt von S21 soviel Ahnung, wie der Schneider von Ulm vom Fliegen. Zur Neubaustrecke nur soviel: Wir Stuttgarter wollen gar nicht schneller in Ulm oder in Bratislava oder sonst wo im Blakan sein... Baut doch Euren eigenen Bahnhof mal um, etwa so attraktiv wie der in Neu-Ulm.
15.11.2010 09:20 Uhr |   FdS

Aber selber lieber Auto fahren?

@_mappus: Erwiesenermaßen hatte der Schneider von Ulm ein tatsächlich flugfähiges Gerät entwickelt! Also: Eigentor!

Warum baut man eigenlich die A8 aus? Wen interessiert es ob ihr im nächsten Urlaub wieder im Stau steht? Produziert Euren Feinstaub doch zu Hause! Könnt ja Euren Flughafen dafür benutzen!
15.11.2010 09:17 Uhr |   ares

Kritik aus Ulm

Lieber mp_mappus, gerade von Ulmern muß Kritik kommen.
Weil dieses Projekt angeblich Vorteile für die Region bringt.
Doch werden etwa regionale Firmen Aufträge erhalten?
Bei internationalen Ausschreibungen doch eher nicht?
Wenn die Schuldenbremse des Landes in Kraft ist, wird keine Mehraufnahme von Krediten mehr möglich sein.
Dann werden Prioritäten gesetzt werden müssen.
Wo wird die Landesregierung dann einsparen oder streichen?

Wo kommen also Vorteile für die Region her?
Jahrelange Baustellen.
Verkehrsbehinderungen(Baustellen parallel
zum Ausbau der A8)
Regionalverkehr im Filstal zusätzlich mit Leerfahrten belastet.

Und wir werden hier auch noch mit einem neuen Bahnhof und Einkaufszentrum beglückt.
Statt dass das Geld in den besseren Anschluß der Region gesteckt wird, wird eine Schnellbahnstrecke gebaut, die so teuer wird, dass jedes Ticket subventioniert werden muß!
Haben die Schwaben das Rechen verlernt?

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