Kommentar: Zeit für Ergebnisse
Ulm. Selbstverständlich: Ein wissenschaftlich fundiertes Gutachten, das seinen Namen verdient, darf nicht übers Knie gebrochen werden.
Gründliche Recherche erfordert nun mal Zeit. Andererseits wird man den Eindruck nicht los, dass das Gutachten über die Ursachen der Legionellen-Infektionen Anfang des Jahres in Ulm bisher nicht mit dem nötigen Nachdruck angegangen wird. Drei Monate sind vergangen, und nichts ist passiert.
Man erinnere sich: Nach Entdeckung der Infektionsschleuder im Hinterhof des Telekom-Geländes Anfang Februar versprach Oberbürgermeister Gönner der Bevölkerung schnelle Aufklärung. Dann nannten die Ulmer Bürgerdienste Ende März als möglichen Termin für den Abschluss des Gutachtens. Und nun heißt es seitens des Stuttgarter Ingenieurbüros, das das Gutachten erstellt, vor Anfang Juni werde nicht mit dem Ergebnis der Expertise zu rechnen sein. Wer’s glaubt? Zumal zu hören ist, dass den Gutachtern noch immer nicht alle erforderlichen Informationen vorliegen.
Zwar ist die Stadt nicht Auftrageberin des Gutachtens. Sie ist jetzt aber gefordert, Druck auf die Strabag als Verwalterin der Immobilie auszuüben. 5 Tote und 64 zum Teil schwer erkrankte Menschen hat die in Deutschland bislang beispiellose Legionelleninfektion gefordert. Die Opfer und ihre Angehörigen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer die Verantwortung dafür trägt – und das nicht erst am Sanktnimmerleinstag.
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Autor: CHRISTOPH MAYER | 06.05.2010
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