Klinikvorstand sieht Rösler-Pläne kritisch

Ulm. 

Das Eckpunktepapier von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zu der von der Bundesregierung geplanten Reform des Gesundheitswesens stößt nicht nur den Oppositionsparteien sauer auf. "Auch wir betrachten das Papier mit Sorge", sagte Rainer Schoppik, kaufmännischer Direktor der Uni-Klinik Ulm anlässlich eines Besuchs der Ulmer SPD-Bundestagsabgeordneten Hilde Mattheis gestern beim Klinikumsvorstand.

Vor allem der von Rösler anvisierten Deckelung der Krankenhausfinanzierung blicken Schoppik und der Ärztliche Klinikchef Reinhard Marre mit Skepsis entgegen. Die Universitätskliniken nähmen in der deutschen Krankenhauslandschaft eine Sonderrolle ein, sagte Marre. "Wir bieten Krankenversorgung, Forschung, Lehre und erproben neue Therapien." Sprich: Uni-Kliniken seien geradezu dazu verpflichtet, innovativ zu sein, und dies koste nun mal. Eine Deckelung der Ausgaben werde den Klinikumsvorstand "in die Bredouille bringen", so der Leitende Ärztliche Direktor.

Bei einer Kostendeckelung sei zu befürchten, dass vor allem beim Personal eingespart werde, sagte Mattheis. Schließlich seien 60 Prozent der Klinikkosten Personalkosten. "Es besteht die Gefahr, dass gerade die Pflegekräfte die Eckpunkte ausbaden müssen." Schoppik erinnerte in diesem Zusammmenhang an die anstehenden Tarifverhandlungen. Würden die Forderungen der Gewerkschaft Verdi umgesetzt, kämen allein auf die Uni-Klinik Ulm Mehrausgaben von jährlich sieben Millionen Euro zu.

Das Gespräch zwischen Klinikumsvorstand und Mattheis diente dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Mattheis: "Wir brauchen zur Unterlegung unserer Gegenvorschläge Beispiele aus der Praxis." Marre: "Wir wollen, dass unser Erfahrungshintergrund in die Politik mit einfließt." cmy


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30.07.2010

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