Kein Tag ohne Handwerk

Ulm.  Mit der Aufstellung von Firmenfahrzeugen auf dem Münsterplatz stellten die regionalen Handwerksbetriebe zum bundesweiten Tag des Handwerks ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Die Lage in der Branche ist gut.

Die Handwerkskammer Ulm hat den ersten bundesweiten Tag des Handwerks am Samstag dazu genutzt, um die "Schlagkraft, Vielseitigkeit und Stärke" der regionalen Betriebe unter Beweis zu stellen. Das sagte Kammerpräsident Anton Gindele auf dem Münsterplatz, wo rund 100 Handwerksfahrzeuge für ein Gruppenfoto aufgestellt waren.

Um die Bedeutung des zweitgrößten deutschen Wirtschaftszweigs zu verdeutlichen, sagte Gindele: "Das moderne Leben ist ohne das Handwerk überhaupt nicht denkbar." Das beginne morgens im Badezimmer und beim Frühstücksbrötchen: "Jeder Mensch greift täglich auf handwerkliche Leistungen zurück."

Die Aktion auf dem Münsterplatz solle nun die Leistungsfähigkeit der etwa 18 000 Betriebe im Kammergebiet demonstrieren, das von der Ostalb bis an den Bodensee reicht (siehe auch Infokasten).

Oberbürgermeister Ivo Gönner wies vor den im Zentrum Ulms versammelten Handwerkern darauf hin, dass das Münster "symbolisch für die Handwerkskunst" stehe. Das Handwerk ist für ihn nicht nur eine vielseitige Wirtschaftsbranche und ein "Ort der Ausbildung", es trage vielmehr das gesellschaftliche Leben in der Region mit. Denn die Handwerker engagierten sich über ihr Unternehmen hinaus in Vereinen und Kommunalparlamenten.

Auch die Ulmer Verfassung, die vor mehr als 600 Jahren entstand, sei den Handwerkern, sprich den Zünften, zu verdanken. Das Stadtoberhaupt stellte jedoch auch klar, dass die Zünfte später an ihrem angesetzten "Zunftstaub" fast erstickt wären und manche Zunftbräuche dringend abgeschafft werden mussten. Heute befinde sich das Handwerk auf der Höhe der Zeit. Gönners Botschaft an das Handwerk lautete: Neue innovative Produkte und Dienstleistungen anbieten, dies jedoch "in der guten alten Qualität".

Der Obermeister der Kreishandwerkerschaft Ulm, Max Semler, zeichnete ein positives Bild von der gegenwärtigen Lage der regionalen Betriebe. Etwa ein Drittel der Firmen rechne sogar mit einem weiteren Umsatzanstieg, jeder zehnte Betrieb wolle Mitarbeiter einstellen.

Die Attraktivität des Handwerks zeige sich daran, dass die Zahl der neuen Lehrlinge im gesamten Kammerbezirk um sieben Prozent auf 2700 zugenommen habe. In Ulm und im Alb-Donau-Kreis entschieden sich 640 Schulabgänger für eine Laufbahn im Handwerk.

Es gebe allerdings 230 freie Ausbildungsplätze: vom Augenoptiker über den Maler bis zum Zweiradmechaniker. Man sei vor dem Hintergrund des demographischen Wandels dringend auf Nachwuchskräfte angewiesen. Die Aktion auf dem Münsterplatz sollte nach den Worten von Obermeister Semler nicht zuletzt dazu dienen, jungen Leuten die beruflichen Chancen im Handwerk klarzumachen und auch eine Botschaft an die Politik zu senden: "Auf das Handwerk ist Verlass."


Kommentare (1)

06.09.2011 00:07 Uhr |   mkipp

Wie tief ist die Ulmer Handwerkerschaft gefallen?

Oder weshalb man Autos auf dem Münsterplatz ausstellt.

Soll diese eine Demonstration von Stärke sein, ich behaupte dies stellt eine besondere Art von Verblödung der Handwerkerschaft, besonders dessen Präsidenten dar.

Es gibt sinnvollere Methoden um auf sich aufmerksam zu machen, hierzu muss man nicht Autos auf den Münsterplatz stellen.

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Autor: FRANK KÖNIG | 05.09.2011

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