KOMMENTAR · TIERGARTEN: Besucher bei Laune halten

Im Tropenhaus des Ulmer Tiergartens ist die Voliere um zwei Meter erhöht worden, die Affengehege erhielten neue Schieber, die Futterküche wurde frisch gekachelt. Das sind kleine notwendige Sanierungen hinter den Kulissen, die erhebliche Kosten verursachen. Deshalb hat die Stadt vor zwei Jahren 590 000 Euro zugesagt, um die Tiergartenanlage bis 2010 zumindest baulich auf Vordermann zu bringen. Gerade die Sanierung der völlig veralteten Besucher-Toiletten war notwendig.

Erst recht vor dem Hintergrund, dass sich die Besucherzahl voraussichtlich auf ein jährliches Plus von 30 000 Zoobesuchern einpendeln wird. Zu verdanken ist das dem Donau-Aquarium, das vor zwei Jahren eröffnet wurde. Jetzt jedoch müssen die Verantwortlichen den Ernüchterungsprozess des Publikums, dessen erste Neugier naturgemäß gestillt ist, schnellstens stoppen.

Sie sollten regelmäßig kleinere Attraktionen anbieten, um die Besucher bei Laune zu halten. Seit zwei Jahren wird auf der Internetseite des Tiergartens die Schaufütterung der Raubfische versprochen. Getan hat sich nichts. Die Pfleger finden sich damit ab, dass Braunalgen die Sicht trüben und Fische die Grünpflanzen fressen.

Natur hin oder her. Wenn das angeblich so einzigartige Donau-Aquarium weiter vor sich hindümpelt, wäre es schade um den guten Ansatz. Denn der nächste Anlass, mit dem Zoo zu punkten, kommt bestimmt: 2011 wird seine Umgebung, die Friedrichsau, 200 Jahre alt. CAROLIN STÜWE


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09.02.2010

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