KOMMENTAR · MUSIKSCHULE: Gute Noten

Kultur wird immer mehr als gesellschaftspolitischer Dialog und als Bildungsarbeit begriffen." Das hat Kulturbürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle erst kürzlich wieder in den Geschäftsbericht des Fachbereichs Kultur geschrieben. Kultur als Bildungsarbeit: Dafür steht kaum eine Einrichtung so wie die Musikschule.

Die Ulmer Musikschule erreicht - an insgesamt 36 Stätten im Stadtgebiet - mehr als 2000 junge Menschen. Einen echten gesellschaftlichen Querschnitt stellt ihre Klientel aber wohl dennoch nicht dar, nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Landesprojekt "Singen-Bewegen-Sprechen" eine gute Sache auch für die Ulmer. Die Musikschule wird damit neue (Alters-)Schichten erreichen und sich in ihrer Breitenwirkung noch verbessern. In der Spitze ist sie ohnehin gut aufgestellt, was in den vergangenen Monaten wieder die "Jugend musiziert"-Wettbewerbe selbst auf Bundesebene gezeigt haben, ebenso zum Beispiel das erfreuliche Abschneiden der Ulmer Spatzen beim Deutschen Chorwettbewerb.

Gute Noten bekommt die Musikschule auch für ihren finanziellen Kurs. Ohne viel nach außen wehzuklagen, erfüllt sie den schmerzhaften Konsolidierungsauftrag. Vor allem haben Stephan Schuh und sein Team in den vergangenen Jahren jede Einspar-Chance früh genutzt und konsequent gewirtschaftet.

Doch das stößt irgendwann an Grenzen, nicht nur, was die Qualität der Musikschul-Ausstattung betrifft, sondern auch die sozialen Aspekte. Schuh weiß es selbst: Die Angestellten sind finanziell "nicht auf Rosen gebettet", die monetäre Situation der Lehrbeauftragten "ist katastrophal". Und dabei sind von 107 Lehrkräften gerade mal 23 festangestellt. Wer sich über Gebührenerhöhungen erregt, sollte bedenken, dass der Spardruck da an anderer Stelle schon heftig wirkt.

Eine solch positive Finanzsituation wie die der Ulmer Musikschule hat eben auch ihren Preis. MAGDI ABOUL-KHEIR


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30.07.2010

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