KOMMENTAR · KÖGEL: Bittere Erkenntnis
In Zeiten der Krise ist jeder Arbeitsplatz doppelt wichtig. Daher verdient es Anerkennung, wenn Kögel-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sich nun mit IG Metall und Betriebsrat für den Erhalt der Teilefertigung im Industriegebiet Donautal einsetzen möchte, obwohl er damit Geld verliert.
Es handelt sich zwar nur um einen vergleichsweise kleinen Teil des zwischenzeitlich zweimal insolvent gewordenen Nutzfahrzeugherstellers Kögel. Der im Jahr 1934 von F. X. Kögel in Neu-Ulm gegründete Anhängerproduzent zählt jedoch zu den Traditionsbetrieben der Region und war lange Zeit eine feste Größe im Donautal. Mit dieser Firma sind auch nach dem Wegzug nach Burtenbach im Kreis Günzburg noch besondere Emotionen verbunden.
Die Zahl der Mitarbeiter ist allerdings stark geschrumpft. Und die verbliebenen 50 Beschäftigten sollen noch auf drei neue Eigentümer aufgeteilt werden, nachdem der Erwerber des Hauptwerks in Burtenbach, Ulrich Humbaur, wenig Interesse an Ulm zeigt.
Es führt also kein Weg an der bitteren Erkenntnis vorbei, dass von der einstmals so bedeutenden Firma Kögel, die in ihrer Blütezeit im Konzern rund 2000 Menschen beschäftigte, an ihrem langjährigen Unternehmenssitz praktisch nichts mehr übrig bleibt.
Ein Trost ist zumindest, dass viele Beschäftigte des Altunternehmens Kögel, die nach Burtenbach pendeln, ihren Arbeitsplatz behalten haben. Wenn die Krise vorbei ist, dürften sich ihre Perspektiven wieder aufhellen. FRANK KÖNIG
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08.01.2010
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Kommentare (1)
Kein wirksamer Eintrag
Einen selbständigen Betrieb eines Unternehmens wie das Werk Ulm der insolventen Kögel Fahrzeugwerke GmbH stillzulegen, schließt die schiere Realität bereits aus mit der Folge, dass im selben Moment der durch die Allgmeinheit gewährleistete Spielraum unternehmerischer Initiative verlustig geht. Wenn man nicht nur als Anwalt will, kann man feststellen, dass der Eintrag in das Handelsregister einer Gesellschaft namens Kögel Trailer GmbH & Co. KG durch Herrn Humbauer deshalb auch künftig unwirksam bleiben muss.