KOMMENTAR · IHK: Die Wirtschaft ist gefordert
Es ist verständlich, dass die Wirtschaft ihre Interessen vertritt und angesichts der wieder anziehenden Konjunktur erneut den Fachkräftemangel in den Vordergrund rückt. In diesem Zusammenhang werden zunehmend Forderungen laut, Kinder aus sozial schwachen Familien vorschulisch besser an die Hand zu nehmen, Schüler besser auf die Lehre vorzubereiten, Frauen nach der Familienphase rasch zurück in den Beruf zu bringen.
Das bedeutet, dass die Betreuung von Kindern und Jugendlichen auf eine deutlich breitere Basis gestellt werden muss. Das kostet die Kommunen Millionen. Die Stadt Ulm hat die Zahlen auf den Tisch gelegt: Der Ausbau der Betreuung auch der unter Dreijährigen kostet bis 2013 zusätzlich fast fünf Millionen Euro. Weil dies bei der Wirtschaft als selbstverständlich gilt, macht sich bei den Stadträten beidseits der Donau Unmut breit, der nun dem Neu-Ulmer IHK-Geschäftsführer Oliver Stipar im Finanzausschuss entgegenschlug. Die Kommunalpolitiker stehen auf dem Standpunkt, die Firmen sollten nicht nur jammern, sondern selber die Kinderbetreuung unterstützen und benachteiligte Jugendliche fördern.
Die Betriebe wiederum weisen auf ihren gesellschaftlichen Beitrag via Gewerbesteuer und natürlich die Bereitstellung von Arbeitsplätzen und Einkommen hin. Dennoch darf es so nicht weitergehen. Die regionale Wirtschaft muss sich ernsthaft Gedanken machen, was sie zusätzlich zur Bildung beitragen kann. FRANK KÖNIG
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30.07.2010
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