KOMMENTAR · BLAUE TONNE: Es geht um viel Geld
Ein Wunder wärs, wenn es nicht so gekommen wäre. Es geht ja um viel Geld, und so war es nur eine Frage der Zeit, wann sich die beiden Wettbewerber auf dem Ulmer Altpapiermarkt in die Haare kommen.
Allerdings: Die Anschuldigungen, die die Firma Braig gegenüber den Ebu jetzt erhebt, sind völlig überzogen. Falls Ebu-Mitarbeiter tatsächlich 6 von 15 000 Braig-Behältern in der Stadt ohne Wunsch und Einverständnis der Nutzer abtransportiert und gegen eine städtische Tonne ausgetauscht haben, dann hätte es der Griff zum Telefon auch getan. Dann hätten die Braig-Tonnen am nächsten Tag wieder auf ihrem Platz gestanden. Denn die Stadt Ulm und die Firma Braig sind sich keinesfalls so spinnefeind, wie sich durch diese Anzeige vermuten lässt. In anderen Bereichen arbeiten sie ja auch zusammen. Vor kurzem erst haben die Ehinger die Grüngut-Abfuhr für die Ulmer übernommen.
Eines steht außer Frage: Als Braig 2007 begonnen hat, seine Blauen Tonnen aufzustellen, hatte er das bessere Gespür für das Geschäft. Altpapier ist wieder einiges wert. Doch Braigs Gewinn lief zu Lasten der Ulmer, die über ihre Abgaben für die finanziell unattraktiven Papiercontainer aufzukommen hatten.
Seit Frühjahr kann sich jeder Ulmer selbst entscheiden, wem er den Erlös aus seinem Altpapier zukommen lässt: dem findigen Unternehmer oder der Stadt - und damit wohl auch dem eigenen Portemonnaie. JÜRGEN BUCHTA
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29.07.2010
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