Jugend forscht in Ulm: Erfindungen mit Pfiff

Ulm.  Kreativ zeigten sich 72 Schüler beim diesjährigen Jugend-forscht-Wettbewerb. Etwa mit dem idealen MP 3-Spieler für Jogger oder mit sportlichen Energiespar-Ideen. Am Samstag war Preisverleihung.

Joggen geht am Besten mit Musik. Nur - meistens passt die nicht zum Rhythmus des Läufers. Das muss auch anders gehen, dachten sich Kevin Sommer (18) und Kajetan Dvoracek (18). Die Lösung des Problems heißt "Jogkey" und ist eine der 34 Arbeiten des diesjährigen Jugend-forscht-Wettbewerbs. Hinter dem "Jogkey" verbirgt sich ein MP 3-Spieler, der den Läufer ideal unterstützen soll.

"Wenn der Puls langsamer wird, wird die Musik schneller", erklärt Kevin. Der "Jogkey" spornt aber nicht nur müde Läufer an, sondern wirkt auch übermäßigem Ehrgeiz entgegen, indem er bei zu schnellem Puls die Beats der Musik verlangsamt. Mit ihrer Erfindung präsentierten sich die beiden am Wochenende in der Donauhalle den Jugend-forscht-Juroren - übrigens nicht zum ersten Mal. Der Robert-Bosch-Schüler Kevin ist von Anfang an dabei, macht also dieses Jahr zum siebten Mal mit, seit drei Jahren zusammen mit Kajetan - auch wenn der inzwischen in Konstanz zu Schule geht.

"Wir haben Spaß an naturwissenschaftlichen Themen, und so hat man ein Ziel", sagt Kevin. Die Zusammenarbeit funktioniere bestens per E-Mail. Aus einem Projekt entsteht das nächste, "wir haben eher zu viele Ideen." Ihr Jogkey besteht im Prinzip aus einem Brustband, das die Pulsfrequenz misst, und dem MP 3-Spieler. Der wurde so programmiert, dass er den Musikgeschmack und den durchschnittlichen Jogging-Puls seines Besitzers kennt und geeignete Songs vorschlägt. Sogar einige Firmen haben Interesse an der Erfindung der Schüler gezeigt, das Patent ist schon beantragt.

Dass sie die Klima-Erwärmung sie nicht kalt lässt, zeigten gleich mehrere Schüler. Etwa Oliver Grund (17), Theodor Ziegler (19) und Sebastian Trischler (17) von der Robert-Bosch-Schule. Sie haben ein Spinning-Rad so umgebaut, dass es Strom erzeugt - und zwar möglichst effektiv. "Das Problem ist, dass durch Reibung Energie verloren geht", sagt Oliver. Daher verwenden sie keinen gewöhnlichen Generator mit Keilriemen, sondern haben Magnetspulen direkt ins Vorderrad gebaut. "Die richtig zu platzieren war gar nicht so einfach."

Sport mit Energiesparen verbinden auch die Realschüler Bernd Arendt (14) und Marcel Ament (15), aus Sontheim. Wer auf ihrem Fahrrad in die Pedale trappt, bringt eine Waschmaschine zum Laufen. Das Wasser soll in zwei schwarzen Behältern von der Sonne erhitzt werden. Bis zu 700 Euro kann man so im Jahr sparen, haben die beiden ausgerechnet, die Rechnung fürs Fitnessstudio inklusive.

Einem allgegenwärtigen Thema haben sich Selina Gerick (11), Aileen Zänker (11) und Patricia Knittel (12) vom Albert-Einstein-Gymnasium gewidmet: den Haaren. "Wir haben ausprobiert, wie reißfest verschiedene Haare sind und ob sie sich in Natronlauge auflösen", sagt Selina. Das Ergebnis: "Sie lösen sich nicht auf, aber Pferdehaare färben."


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Autor: YASEMIN GÜRTANYEL | 08.02.2010

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