Jeden Tag werden zwei Autos demoliert

Ulm/Neu-Ulm.  In Ulm und Neu-Ulm werden übers Jahr gesehen jeden Tag zwei Autos beschädigt. Aktuell fahndet die Polizei nach einem Serientäter im Wiley-Gebiet.

Seit September kommt es rund um die Marshallstraße im Neu-Ulmer Wiley immer wieder zu Sachbeschädigungen an Fahrzeugen. Seither sind der Polizei allein dort 33 Autos gemeldet worden, an denen meist während der Nachtstunden der Lack zerkratzt wurde. Zunächst waren nur Pkw in einer privaten Tiefgarage betroffen, später aber sind auch geparkte Autos in den umliegenden Straßen zerkratzt worden. Der Sachschaden allein dieser Serie wird mit knapp 30 000 Euro angegeben.

Sachbeschädigungen an Fahrzeugen sind ein wahrer Volkssport geworden. Die Zahlen für die Stadt Neu-Ulm schwanken enorm von 184 im Jahr 2006 auf 255, 142, 222 und 155 in den Folgejahren. Für 2011 liegt noch keine Statistik vor, allerdings dürfte die Gesamtzahl der beschädigten Fahrzeuge nach dem Gesetz der Serie wieder deutlich zugenommen haben. Eine einzelne Serie wie jetzt im Wiley-Wohngebiet verändert die Statistik gleich kräftig. "Es ist schwer, eine eindeutige Aussage zu treffen", sagt der Neu-Ulmer Polizeichef Michael Keck. Nimmt man allerdings die Ulmer Zahlen hinzu, wird das ganze Ausmaß des Problems deutlich. Im Jahr 2010 sind für die Polizeidirektion (Stadt Ulm und Alb-Donau-Kreis) 815 Fälle angezeigt worden, 2011 waren es 801 - die Zahlen allein für das Stadtgebiet Ulm liegen bei 477 und 481 im vergangenen Jahr.

Zusammengerechnet bedeutet das, dass in der Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm im rechnerischen Durchschnitt jeden Tag fast zwei Autos mutwillig demoliert werden. Der angerichtete Sachschaden dürfte an die Millionengrenze heranreichen. Nach Auskunft des Ulmer Polizeisprechers Wolfgang Jürgens handelt es sich dabei um Außenspiegel abschlagen, mit den Füßen Dellen in die Autos treten oder eben die Lackierungen zerkratzen - und all das bei niedriger Aufklärungsquote.

Welch enormen Aufwand die Polizei dabei manchmal treibt, belegt der oben genannte Fall aus dem Wiley-Gebiet. Tagelang lagen Beamte in Zivil auf der Lauer und kontrollierten die betroffenen Gebiete um die Marshallstraße. Doch die Hoffnung den oder die Täter in flagranti zu erwischen, erfüllten sich nicht. Auffallend ist allerdings, seit der ersten Veröffentlichung über die Serie in der SÜDWEST PRESSE am Dienstag vergangener Woche keine einzige Sachbeschädigung mehr angezeigt wurde.


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Autor: HANS-ULI MAYER | 04.02.2012

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