Hilfe für die Kinder der Flüchtlinge

Die Diözese gibt Geld. So können Kinderärzte und Erzieherinnen traumatisierte Flüchtlingskinder an die neue Anlaufstelle bei der Caritas Ulm vermitteln.

CAROLIN STÜWE |

"Ein Angebot für traumatisierte Flüchtlingskinder war überfällig", sagt Projektleiter Manfred Makowitzki vom Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU). "Wir", das sind der Reha-Verein für soziale Psychiatrie Donau-Alb mit seiner Einrichtung "Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm", die Caritas Ulm mit ihrer "Psychologischen Familien- und Lebensberatung" sowie "Refugio Villingen-Schwenningen, Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge".

Mit dem Partner aus Villingen-Schwenningen hat das BFU schon länger Kontakt. Und da das Ulmer Behandlungszentrum bereits seit 20 Jahren erwachsenen traumatisierten Flüchtlingen psychotherapeutische Hilfen und psychosoziale Beratung anbietet, stehen inzwischen 20 Dolmetscher für 20 verschiedene Sprachen zur Verfügung. Diese und seine Erfahrung stelle das BFU der Caritas für das neue Projekt zur Verfügung, sagt Makowitzki.

Der Bedarf, auch traumatisierte Flüchtlingskinder zu behandeln, bestehe schon lange. Aber dafür fehlte Fachpersonal, weil nicht genügend Geld zur Verfügung stand. Dieses Problem ist nun gelöst: Denn das Projekt wird auf Vermittlung des Dekanats Ehingen-Ulm vom "Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen" der Diözese Rottenburg-Stuttgart für drei Jahre mit insgesamt 450.000 Euro unterstützt.

Dekan Ulrich Kloos sagt zu dem neuen Projekt: "Nach dem Schrecklichen, was die Menschen durchgemacht haben, ist es von zentraler Bedeutung, dass die traumatischen Erlebnisse mit Fachleuten aufgearbeitet werden." Deshalb sei er froh und dankbar, dass sich drei so kompetente und in der Betreuung von traumatisierten Menschen erfahrene Organisationen zusammengefunden haben und "dass sich die Diözese finanziell so stark einbringt".

Die Anlaufstelle für traumatisierte Flüchtlingskinder und Jugendliche in den katholischen Dekanatsbezirken Ehingen-Ulm, Biberach und Heidenheim ist bei der Psychologischen Familien- und Lebensberatung der Caritas in der Spielmannsgasse 6 in Ulm. Die Caritas konnte wegen der Finanzspritze zwei zusätzliche Therapeutinnen einstellen.

Aber wie finden gerade die Flüchtlingskinder Zugang zur neuen Anlaufstelle? "Über niedergelassene Kinderärzte, Kinderpsychiater, Psychotherapeuten und Sozialarbeiter in den Flüchtlingsunterkünften", sagt der Projektleiter. Sie alle seien die Akteure in einem professionellen Umfeld. Wie gut die Zusammenarbeit klappt, zeigt die Warteliste, auf der bereits einige Flüchtlingskinder stehen. Die Liste der Erwachsenen sei ohnehin lang.

Deshalb sei es gut, dass der zweite Teil des Projektes den Ausbau der psychotherapeutischen und psychosozialen Versorgung von traumatisierten erwachsenen Flüchtlingen im südöstlichen Diözesangebiet umfasst, sofern deren psychotherapeutische Behandlung und Beratung anderweitig nicht finanziert sind. Die Betroffenen können sich an das BFU wenden.

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