Hebammen legen ihre Arbeit nieder
Ulm.
Junge Mütter kamen gestern an den Infostand der Hebammen. Frauen, die Töchter oder Enkel haben, die selbst von der niedrigen Vergütung in diesem Beruf betroffen sind. Und auch Väter unterstützten die Hebammen mit ihren Unterschriften auf Protestpostkarten. Der Ausstand der Hebammen, mit dem sie ihre Forderung nach einer besseren Bezahlung für ihre verantwortungsvolle Arbeit in die Öffentlichkeit trugen, stieß auf große Resonanz. Es war der erste Streik von freiberuflichen Hebammen in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. Von den 120 Mitgliedern, die im Kreisverband des Deutschen Hebammenverbands organisiert sind, hat sich mehr als die Hälfte daran beteiligt, schätzt die Vorsitzende Hedwig Pogadl. Die Frauen fordern ein Drittel mehr Geld, dies vor dem Hintergrund, dass sie bei einer 50- bis 60-Stunden-Woche durchschnittlich ein zu versteuerndes Einkommen von lediglich 2000 Euro haben. Hinzu kommt, dass die Prämie für die Haftpflichtversicherung von rund 450 auf 4600 Euro stieg. So lautet eine klare Aussage der Streikenden: "Wenn wir von unserer Arbeit nicht leben können, werden wir sie auch nicht mehr erbringen." Das Dilemma, in dem sich die Hebammen bewegen, beschreibt Pogald so: "Politiker und Krankenkassen schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu." Mit dem Ergebnis, dass sich an der Lage der Hebammen nichts wirklich verbessere. ref
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Autor: SWP | 17.12.2010
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