Haarelassen für den Alkoholtest

Ulm.  Haare lügen nicht: Ein Ulmer Labor weist in einer Haaranalyse nach, ob Alkoholmissbrauch vorliegt oder nicht. Es ist weltweit führend.

Führerschein weg. Viel zu viel getrunken. Wenn jemand 1,6 Promille im Blut hatte und deshalb zum Idiotentest (offizieller Sprachgebrauch: Medizinisch-Psychologische Untersuchung, MPU) muss - und nachweisen, dass er kein ernstes Alkoholproblem hat, stehen ihm zwei Wege offen. Er weist mit mehreren Urintests nach, dass er sauber ist, oder mit Hilfe einer einzigen Haaranalyse - einem vergleichsweise jungen Verfahren.

Ein kleines Ulmer Labor im Gründerzentrum TFU (Technologie-Förderungs-Unternehmen) hat sich auf Haaranalysen zum Nachweis von Alkohol und anderer Drogen spezialisiert und gerade mit einem neuen Verfahren die zwei größten Hürden in einem so genannten Akkreditierungsprozess genommen. "Wir müssen nur kleine Nachbesserungen vornehmen", sagt Philipp Braunger vom Labor Trimega, "dann bekommen wir sie" - die Akkreditierung. Eine Empfehlung für dieses Qualitätssiegel, das für die MPU und vor Gericht relevant ist, wurde von berufener Stelle schon ausgesprochen. Das Labor möchte künftig das neue mit einem eingeführten Verfahren kombinieren.

Bei Trimega ist man sich der bevorstehenden Verleihung so sicher, dass sie schon gefeiert wurde - nicht mit einem gewöhnlichen Fest, sondern einer Premierenfeier mit OB-Präsenz. Denn Trimega wird eigenen Angaben nach als erstem Labor weltweit die hohe Qualität seines Analyseverfahrens auf Fettsäureethylester (FSEE) bescheinigt. Das sei "sehr bedeutend für den Forschungsstandort Ulm", befand OB Ivo Gönner. Die Exklusivität unterstrich auch Avi Lasarow, Geschäftsführer der englischen Firma Trimega Laboratories, zu der der Ulmer Standort gehört: "Weltweit gibt es nur drei weitere Labore, die überhaupt in der Lage sind, eine Haarprobe auf FSEE zu testen und damit nachzuweisen, ob Missbrauch von Alkohol vorliegt oder nicht."

Zuvor muss ein Autofahrer allerdings richtig Haare lassen. Ein bleistiftdickes Büschel sollte schon eingeschickt werden, damit das Labor genügend Material für die Analyse hat. Abgeschnitten wird die Haarprobe dicht an der Kopfhaut: für einen Nachweis über die vergangenen drei Monate sind die ersten drei Zentimeter entscheidend.


zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

Sie können noch Zeichen als Text schreiben
Für registrierte Nutzer
Bitte anmelden, um Ihren Kommentar abzuschicken
Für noch nicht registrierte Nutzer
Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.








Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:


Autor: REGINA FRANK | 08.02.2010

Google 1+

Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik

Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte am Montagabend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Inferno in der Hechinger Altstadt

Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr

Hechinger Brandruinen qualmen noch

Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr

Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell

Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

Ein Raub der Flammen

So einen Brand wie gestern am frühen Abend haben die Hechinger mitten in der Altstadt schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr gesehen. Der Altbaukomplex an der Ecke Marktstraße/Schlossstraße wurde ein Raub der Flammen. Von vier Drehleitern aus schützten die Feuerwehren die Nachbargebäude.... mehr