HINTERGRUND: Der Sport als Türöffner für die Gesellschaft
Ulm.
Der VfL Ulm/Neu-Ulm ist einer von vier gemeinnützigen Sportvereinen in Baden-Württemberg, die von der Landesstiftung Baden-Württemberg in das Programm "Junik im Sport" aufgenommen wurden. Gemeinsam mit dem Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) und dem Sport in Baden-Württemberg wünschen sich die Initiatoren durch diese Projekte Erkenntnisse im Bereich der Integration der verschiedenen Kulturen in unsere Gesellschaft. "Wir erhoffen uns auch Antworten für den Sport", sagt Heinz Mörbe, Geschäftsführer des Württembergischen Landessportbundes. Das Programm "Jugendliche im interkulturellen Kontext" (junik) will den Sport als einen idealen Ort für internationale Begegnungen und des Lernens nutzen.
Da das Sporttreiben alleine noch keine Veränderungs- und Verständnisprozesse nach sich zieht, Integrationsprozesse vielmehr aktiv und reflektierend gestaltet werden müssen, werden die vier Vereine von den beteiligten Institutionen begleitet und betreut. Der Sport bietet die Räume für kulturelle Vielfalt als ein Motor für Entwicklung und ermöglicht einen leichteren Zugang als andere Teile der Gesellschaft. Es geht darum, offen zu sein und den kulturellen Dialog zu fördern, insbesondere dort, wo Jugendliche zusammentreffen.
Praxisnähe hat das Programm bereits aufgrund der Auswahl der Projekte erhalten. "Das sind kleine Vorhaben, großteils in kleinen Vereinen, aber genau dort tobt das Leben", sagt Rainer Nolte, der Leiter der Abteilung Dialoge im IfA. Die Projektgruppen erhoffen sich neue Erfahrungen, Erkenntnisse und Ideen im Bereich der interkulturellen Kompetenz und Öffnung - auch mit dem Blick auf die Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In Baden-Württemberg stammt jede vierte Bewohnerin und jeder vierte Bewohner aus nach Deutschland eingewanderten Familien. Von den unter 18-Jährigen ist es sogar jeder Dritte. "Wir verstehen ,junik als ein Experimentierfeld und sind gespannt auf die Ergebnisse", sagt Dr. Andreas Weber, Leiter des Bereichs Bildung bei der Landesstiftung Baden-Württemberg.
Neben dem VfL Ulm/Neu-Ulm werden von der Landesstiftung noch die Sportvereinigung Böblingen, der Christliche Sportverein Stuttgart und die Schachfreunde Ammerbuch gefördert. Die Projekte werden bis zum Sommer finanziell und ideell unterstützt. Dann wird sich erweisen, ob ein aus der Sicht der Vereine wichtiges Ziel erreicht wurde: auf eigenen Beinen zu stehen. pew
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03.02.2010
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