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Grüne: Außenbewirtschaftung bis 24 Uhr erlauben

Eine Stunde länger, bis Mitternacht, sollen Ulmer Wirte draußen ausschenken dürfen. Verlangen die Grünen. Der Leise-Verein protestiert.

HANS-ULI THIERER | 16 Meinungen

Man traut sich angesichts anhaltender nächtlicher Tiefstwerte um den Gefrierpunkt und nachmittäglicher Höchsttemperaturen von ein bis zwei Grad ja gar nicht, das Thema anzusprechen: Wer will angesichts dieser nachhaltig eisigen Witterungsbedingungen schon über Außenbewirtschaftung und nächtliche Ausschankzeiten reden?

Die Ulmer Grünen! Sie haben mitten in diesem nicht enden wollenden Winter und jenseits aller Debatten über das Ausschankende am Schwörmontag beantragt, die Außenbewirtschaftung künftig generell bis 24 Uhr zu erlauben. Kalt erwischt wurde der Verein Leben in der Stadt e.V., der abgekürzt "LeiSe" heißt und erwartungsgemäß laut protestiert. Die geschieht in Person des Vorstandsmitglieds Ursel Girmond, die weiß, wovon sie redet, wohnt sie doch am Judenhof, einem Ulmer Kleinzentrum der Außenbewirtschaftung.

Die Grünen outen sich derweil als genussfreudige Truppe, die die Lebensart der bisher vornehmlich der Sozialdemokratie zugewiesenen Toskana-Fraktion beherzigt. "Es gibt in unseren Breitengraden nicht viele laue Sommernächte, in denen man gerne noch nach 23 Uhr sein Glas Wein im Freien genießen möchte." Ergo sollte es an diesen wenigen Abenden möglich sein, bis 0 Uhr draußen zu sitzen.

Solcher Haltung begegnet Ursel Girmond mit der Entschiedenheit einer öfter mal um die Nachtruhe gebrachten Innenstädterin. Bei schönem Wetter sei in der City die Nachtruhe oft nicht mehr gewährleistet. Allein der Lärmpegel durch labernde Gäste liege oft "deutlich über den gesetzlich nach Bundesimmissionsschutzgesetz zugelassenen 45 dB(A)". Zwar ende die Außenbewirtschaftung um 23 Uhr. Bis die Gäste verschwänden, dauere es aber nochmals 15 bis 30 Minuten. Danach das auch nicht gerade geräuschlose Aufräumen - "und schon ist es Mitternacht". So heißt es in einem Brief an OB Ivo Gönner. Er wird, wie bei so vielen Gelegenheiten, an seine Schwörformel erinnert, allen ein gemeiner Mann zu sein. "LeiSe" erwartet, dass Gönner nicht gemein ist zu den City-Bewohnern und das Ansinnen der Grünen auf Ausschank bis Mitternacht von jenen Tischen wischt, auf denen Bier und Wein nur bis elf Uhr nachts stehen sollen.

Eine Frage spielt keine Rolle: Die nämlich, ob es nicht ein Treppenwitz wäre, endete der Ausschank am Schwörmontag um 23 Uhr, während die Sperrzeit draußen an hundsgewöhnlichen Tagen im Jahr erst um Mitternacht wäre.

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16 Kommentare

07.04.2013 08:52 Uhr

Nun ja, der Verkehrbedingte Lärm ist weniger geworden,

und muss gemäß den "GRÜNEN" Vorstellungen unbedingt durch andere Lärmpegel dringent ersetzt werden zwinkern

Am liebsten das was die "GRÜNEN" am besten können. Party machen bis nach Mitternacht. Leider kann das arbeitente Volk nicht daran vollumfänglich teilnehmen, weil es am nächsten Morgen früh aufstehen muss, um das Steuergeld zu erwirtschaften vom dem die (GRÜNEN) Politiker leben zwinkern

Gibt es eigentlich in Ulm nicht auch irgendwelche Nachtschlafende Tierarten, die geschützt werden müssen? Ach ne, da suchen die "GRÜNEN" lieber nicht, würde ja auch die eigene Partylaune verderben ( nicht nur die der anderen).

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07.04.2013 18:11 Uhr

Steuergelder

Bitte nicht vergessen, dass der Tourismus und der Gastronomiebereich eine wichtige Geldquelle sind.
Nachdem die Maschinenbauindustrie mit Evobus, Iveco usw. schwächelt, ist es sicherlich nicht falsch dort zu optimieren, wo noch Geld verdient wird.
Der eine oder andere hat ja angeblich schon sein Leben verschlafen. So bekommt diese Menschen wenigstens etwas vom lebendigen Stadtleben mit, bevor es irgendwann dauerhaft "leise" wird.
Ein guter Kompromiss wäre an Freitagen, Samstagen und vor Feiertagen bis 24.00 Uhr zu verlängern.
Damit müssten doch die meisten gut Leben können!

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07.04.2013 20:56 Uhr

Antwort auf „Steuergelder”

"...Nachdem die Maschinenbauindustrie mit Evobus, Iveco usw. schwächelt, ist es sicherlich nicht falsch dort zu optimieren, wo noch Geld verdient wird..."

Das sagen Sie mal bitte den Angestellten im Gastro-Gewerbe, wo in der Küche und im Service fast nur noch Hungerlöhne gezahlt werden zwinkern

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08.04.2013 00:52 Uhr

MIndestlöhne?

Dann wird es Zeit dass sie SPD wählen.
Nur so bekommen sie einen flächendeckenden Mindestlohn.
Mit der CDU wird es in allen Branchen ohne Tarifparteien weiterhin Hungerlöhne geben.
Aber abgesehen von den wirklich zutiefst unsozialen Löhnen im Gastgewerbe habe ich die Steuergelder gemeint, die durch die Gastronomie im Ulm anfallen.

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08.04.2013 09:50 Uhr

Antwort auf „MIndestlöhne?”

Müssen sie über ihr eigenes Geschwätz nicht selber lachen -

oder meinen sie Steinbrück und C. interessiert es was ein Angestellter in der Gastronomie verdient -

Weder Rot - noch Grün - weder Schwarz oder sonst einen in Politik und Gewerkschaft interessiert es was gewisse Berufsgruppen verdienen !!

Aber wichtig : FREUNDLICH MUSS DAS PERSONAL trotzdem sein !!!!

Also 22 Uhr Aussenbewirtung zu

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06.04.2013 20:26 Uhr

Grüner Humor - Eine gehörige Portion Egoismus

(..) Die Grünen outen sich derweil als genussfreudige Truppe, die die Lebensart der bisher vornehmlich der Sozialdemokratie zugewiesenen Toskana-Fraktion beherzigt. "Es gibt in unseren Breitengraden nicht viele laue Sommernächte, in denen man gerne noch nach 23 Uhr sein Glas Wein im Freien genießen möchte." Ergo sollte es an diesen wenigen Abenden möglich sein, bis 0 Uhr draußen zu sitzen. (..)

Das sind die Tage, an denen die Innenstadt-Bewohner auf Grund der Hitze auch die Fenster des Nächstens in aller Regel etwas geöffnet lassen (müssen).

Das es da die Sache mit der Nachtruhe von 22.00 bis 6.00 Uhr gibt (http://de.wikipedia.org/wiki/Nachtruhe) interessiert doch GrünInnen nicht - nach der BaWü-Machtübernahme mit knapp ein Viertel Wählerstimmen wird die Nachtruhe einfach zum Vorteil der 'genussfreudigen Truppe' gekippt.

Grüner Humor - man kann ihn meist nicht richtig verstehen - aber es gibt immer wieder eine Steigerung.

.

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06.04.2013 21:02 Uhr

Farbenwahl

Trotz intensivem Studium ihrer Kommentare über viele Monate hin, komme ich nicht auf die Antwort.
Welche Farbe hat denn Ihr Humor, Herr A. Ulmer?
Wo auf der Bandbreite von Tiefschwarz bis kackbraun könnte man da wohl suchen?
Auch wenn sie bis heute noch nicht verkraftet haben, dass eine Mehrheit der Wähler/innen im Ländle FÜR Grün und Rot und damit für eine Abwahl der ehemals christlichen Bauernpartei gestimmt hat, müssen sie es wohl ertragen.
Und in wenigen Jahren werden wir ja sehen, ob die Mehrheit der Wähler/innen die aktuelle Regierungsarbeit für gut befindet.
Bis dahin, viel Kraft für den Grünen Humor zwinkern Mir als Sozi fällt das Grinsen manchmal auch schwer.
Aber einfach mal daheim üben, Herr A. Ulmer.

Der Vorschlag mit Freitag, Samstag und vor Feiertagen Verlängerung bis 24.00 Uhr wäre doch ein guter Kompromiss.

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06.04.2013 19:02 Uhr

Schwörmontag

Das ist ein Fest für alle Bürger und deshlab sollte sich eine Gruppe nicht ihren Willen durchsetzten.

An diesem Tag sollte durchaus ein längerer Ausschank gestattet sein.

Wer in der Innenstadt lebt, muss damit leben, dass es dort prinzipiell lauter ist als in Vororten. Das ist so auch in Ordnung.

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07.04.2013 14:58 Uhr

Antwort auf „Schwörmontag”

Wer bis um 24 Uhr die " BIRNE " nicht zugedröhnt hat soll Zuhause weiter machen !!

Die "MÖCHTEGERNS "schlafenbis Nachmittags -
andere müssen arbeiten !!

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06.04.2013 18:57 Uhr

Finde ich gut

ganz einfach:

Zum Wunsch der Grünen: JA, aber

- nur Freitag und Samstag und einen Tag vor einem Feiertag (z.B. am 30.4)

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06.04.2013 18:43 Uhr

" ...nicht viele laue Sommernächte, ein Glas Wein im Freien, an diesen wenigen Abenden ..."

Herr Thierer, man möchte Ihnen ja nicht die sehr romantische Vorstellung vom Nachtleben in der City nehmen - ... warum eigentlich nur bis 0 Uhr? Sollte man dafür nicht die Außenbewirtschaftung überhaupt ganz ohne Zeitlimit erlauben?

ABER
"Die Nachtruhe dauert in Deutschland im Allgemeinen von 22 Uhr bis 6 Uhr. ...
Auch in der europäischen Richtlinie zum Umgebungslärm wird der Nachtzeitraum 22–6 Uhr verwendet."

http://de.wikipedia.org/wiki/Nachtruhe

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06.04.2013 12:53 Uhr

Wenn in lauen Sommernächten die Prosecco-Lerchen,

lauthals greischen. Der Lautstärkepegel der "Unterhaltung" steigt von Glas zu Glas und da wird schon zu den flachsten Witzen lauthals gegrölt. Ich wohne zwar nicht in der Innenstadt, kenne dies aber, wenn in den Vorgärten meiner Nachbarn Party gefeiert wird und da wünsche ich mir schon manchmal einen kräftigen Regenguss. Die Lebensuhr der Menschen bewegt sich nun mal nicht nur zwischen 20 und 30 Jahren, auch ältere Personen haben ein Recht auf ihr individuelles Leben.

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06.04.2013 12:30 Uhr

Wie lange soll das noch so weiter gehen?

Es ist nun über sechs Jahre her, dass man mir zum ersten Mal von diesem LEISE eV erzählte. Der Grund dessen war, dass sich der Verein gegen das Public Viewing der WM06 (DIE WM IM EIGENEN LAND) auf dem Münsterplatz engagierte.
Aufgrund der Dreistigkeit und zugleich Albernheit dieser Forderung, dachte ich nicht, je wieder von diesem LEISE eV zu hören. Wie wir nun alle wissen, ist es anders gekommen und „Der Leise-Verein protestiert“ wieder gegen irgendetwas.
Wie konnte es dazu kommen, dass ein solches Ungemach über die Jahre parallel zum Rest der Ulmer Bevölkerung bestehen bleibt? Dass auf Forderungen des Vereins eingegangen wird und sie zum Verdruss aller anderen umgesetzt werden?
Mir stellt sich generell die Frage, wieso die Ulmer Bevölkerung nicht einfach gefragt wird was sie möchte? Wieso lässt man uns nicht darüber entscheiden, wie lang der Zapfhahn am Schwörmontag in Betrieben bleiben darf? Somit könnte man eindeutig feststellen, was die Mehrheit der Ulmer will.
...

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06.04.2013 12:31 Uhr

Antwort auf „Wie lange soll das noch so weiter gehen?”

...
Denn um eins klar zu stellen: Der Schwörmontag ist das Fest ALLER Ulmer und weder Münsterplatz noch Judenhof sind Vorgärten dort lebender Personen.
Ich beteilige mich ungern an dem Ratschlag an die Vereinsmitglieder aus der Innenstadt zu ziehen, wenn sie es doch so furchtbar finden. Allerdings sehe ich auch keinerlei Akzeptanz oder Duldung des LEISE eV den Wünschen der Restbevölkerung gegenüber. Darüber hinaus sind Beschwerden über FLUGLÄRM, TOURISTEN die einem im Fischerviertel in den Garten schauen, das Läuten der KIRCHENGLOCKEN oder über den Lärmpegel Der GÄSTE im Judenhof wenn sie sich UNTERHALTEN (…sagen Sie mal!) an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.
Darum scheint mir der Ratschlag des Wegziehens überhaupt nicht mehr falsch zu sein. Es gibt mehr als genug Ulmer, die das LEBEN IN DER STADT so wie es ist begrüßen würden.
...

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06.04.2013 12:34 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Wie lange soll das noch so weiter gehen?””

Trotz und Ignoranz einiger Weniger der großen Masse gegenüber haben noch nie Früchte getragen.
Gerade Sie als City Bewohner stehen in der Verantwortung das LEBEN IN DER STADT für die Allgemeinheit lebendig zu erhalten. Dabei unternehmen Sie ein selten gesehen, überaus egoistisches ja sogar asoziales Gegenteil. Sie sind sich selbst der Nächste.
Ich möchte hier, mit einer Komposition von F. W. Rust zitierend, welche unter anderem von den Comedian Harmonists interpretiert wurde, die einige von Ihnen im Verein altersbedingt wohl oder übel noch aus ihrer Jugend kennen dürften, einen Punkt setzen:
„Ein bißchen Leichtsinn kann nicht schaden, laß der Jugend ihr Vergnügen
Die frohen Tage verfliegen. Darum laß dir keine grauen Haare wachsen, denn:
Ein bißchen Leichtsinn kann nicht schaden, laß der Jugend ihre Freuden
Bist du einst so alt wie der Methusalem, wirst du eingesteh'n: Auch ich war jung!
Und darum drücke heute beide Augen zu, gib der Jugend du den rechten Schwung!
(F. W. Rust 1934).

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06.04.2013 16:44 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Antwort auf „Wie lange soll das noch so weiter gehen?”””

City Leben hat nichts mit gegröhle zu tun -

City Leben heißt - gesittet leben -

Rücksicht auf die Anwohner wäre wohl angesagt -

denn

manche Leute wollen schlafen weil sie am nächsten Tag wieder in der Früh arbeiten müssen.

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