Fortschritt bei Krebsbehandlung

Ulm.  Dank der neuen Rapid Arc-Technologie sollen Tumore präziser zerstört werden. Dieses Bestrahlungsverfahren ist in der Region Ulm bisher einzigartig Jetzt ist es an der Uni-Klinik vorgestellt worden.

Die Ulmer Universitätsklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie präsentierte ihr neues Bestrahlungsverfahren: Mit der Rapid Arc-Technologie sollen bestimmte Tumorarten äußerst präzise dreidimensional in sehr hoher Dosis bestrahlt werden. Der große Vorteil zu den herkömmlichen Verfahren sei, so erklärte Professor Thomas Wiegel, der Ärztliche Direktor der Klinik im Pressegespräch: "Die umliegenden gesunden Organe werden dabei geschont." Auch für die Patienten biete die neue Technologie erhebliche Verbesserungen. "Größter Vorteil für unsere Patienten ist die Verkürzung der Bestrahlungszeit um etwa 50 bis 70 Prozent", erläuterte Wiegel.

Die bislang erforderliche Bestrahlungszeit von 10 bis 20 Minuten konnte, seiner Aussage nach, jetzt auf 2 bis 4 Minuten gesenkt werden. Gerade bei Prostatakarzinomen bedeute dies eine große Erleichterung. "Denn hier muss die Bestrahlung bei voller Blase erfolgen", so Stefanie Ziese, die stellvertretende leitende Medizinisch-technische Radiologieassistentin. Die kurze Bestrahlungsdauer senke zudem die Gefahr, dass sich der Patient selbst oder das betroffene Organ bewegt.

Das Rapid Arc-Verfahren könne sich durch die Ausnutzung der vollen Umdrehung um den Patienten noch besser als bislang an die Tumorform anpassen. "Deshalb ist es besonders gut geeignet bei irregulär geformten Tumoren - wie eben dem Prostatakrebs", berichtete Thomas Wiegel. Künftig soll Rapid Arc auch bei der Behandlung von Kopf- und Halstumoren, sowie von Hirntumoren eingesetzt werden.

Nach gut fünf Monaten Vorbereitung ist die neue Technologie jetzt seit einer Woche im Einsatz. In Zukunft sollen rund 20 Prozent der jährlich 1500 Tumorpatienten in der Uniklinik von der Technik profitieren. Wichtig sei zudem, dass für die Patienten durch die präzise Vorgehensweise die Gefahr der Spätfolgen nach einer Behandlung deutlich sinke. In der Region Ulm ist die neue Technologie, die aus Amerika stammt und das Klinikum rund 300 000 Euro kostete, bisher einzigartig. Bundesweit setzen etwa 10 andere Kliniken diese Form der Therapie ein.


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Autor: JULIANE BAUMGARTEN | 19.03.2010

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