Flüchtlinge willkommen

Ulm.  Ulm ist bereit, 300 Flüchtlinge aufzunehmen, sofern die Bundesrepublik ihr Kontingent erweitert. Die Stadt unterstützt damit eine Kampagne von Pro Asyl, kirchlichen und gewerkschaftlichen Einrichtungen.

. Millionen Menschen leben in den unterschiedlichsten Ländern der Welt in Flüchtlingslagern. Oft sind diese Länder selbst zu arm, um die Flüchtlinge angemessen zu versorgen und ihnen eine Perspektive für ihr weiteres Leben zu geben.

Aus dieser Situation heraus fordern das Flüchtlings-Hochkommissariat der Vereinten Nationen, Menschenrechts- und Flüchtlings-Organisationen wie Pro Asyl auch Deutschland auf, jedes Jahr ein Kontingent von Flüchtlingen aus diesen Ländern aufzunehmen. Staaten wie die USA, Kanada, Schweden oder Norwegen seien seit langem schon auf diesem Feld aktiv.

Aus dieser Idee heraus wurde die Aktion "Save me" (deutsch: Rette mich) geschaffen, die in Ulm von 30 kirchlichen, kulturellen und gewerkschaftlichen Gruppierungen und von Organisationen wie Amnesty International, dem Flüchtlingsrat Ulm/Alb-Donau oder Pro Asyl getragen wird. Des weiteren haben sich 66 Männer und Frauen bereit erklärt, Flüchtlinge, sollten sie in die Region kommen, bei ihren ersten Schritten ins hiesige Alltagsleben zu begleiten und zu unterstützen. Finanzielle Verpflichtungen gehen sie damit freilich nicht ein. In der Langenauer Gemeinschaftsunterkunft, in der zahlreiche Flüchtlinge aus dem Irak leben, geschehe diese ehrenamtliche Arbeit bereits seit längerem, führt Reinhart Müller vom Flüchtlingsrat an.

Der Ulmer Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dieser Kampagne befasst. Er entschied einstimmig, dass die Stadt Ulm "Save me" unterstützt. Damit stellt sie sich in eine Reihe mit Kommunen, die diesen Weg schon eingeschlagen haben; München beispielsweise oder Heidelberg, Tübingen und Reutlingen. Insgesamt sind es 16 Städte, die sich bereit erklärt haben, weitere Flüchtlinge aufzunehmen, sofern das Kontingent erweitert wird. Voraussetzung dafür bleibt, dass zunächst die Bundesregierung erklärt, Deutschland an der Resettlement- (deutsch: Neuansiedlungs-) Aktion des Flüchtlings-Hochkommissariats der Vereinten Nationen zu beteiligen.

Resettlement sei sicherlich kein Ersatz für Asyl, sagt Müller: Nach wie vor müssten Flüchtlinge das Recht haben, an europäischen Grenzen Schutz und Asyl zu fordern. Aber Resettlement könnte ein deutliches Signal setzen: gegen Ausgrenzung, Anfeindung und Abschottung gegenüber Flüchtlingen.

"Die Erinnerung an die ersten Schwabenzüge vor 300 Jahren wollen wir in Ulm zum Anlass nehmen, die Aktion ,Save me zu unterstützen, mit dem Ziel, auf das Schicksal der Flüchtlinge hinzuweisen", sagte Oberbürgermeister Ivo Gönner. Aus dieser Jahreszahl leite sich die Flüchtlingszahl ab, sagte Gönner. Mit der Verknüpfung sei die Verwaltung einem Wunsch des Flüchtlingsrats gefolgt.

Eine Ausweitung der Neuansiedlungspolitik werde auch von europäischen Institutionen, namentlich dem Europäischen Rat und dem Europaparlament unterstützt.

@

http://www.save-me-ulm.de


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Autor: JÜRGEN BUCHTA | 20.11.2009

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