Firmen setzen große Hoffnungen in Multifunktionshalle
Ulm/Neu-Ulm. Die Zeit der Skeptiker scheint überwunden zu sein. Eine Info-Veranstaltung mit Vertretern aus Sport und Wirtschaft zeigte jedenfalls auf, welche großen Hoffnungen in die Multifunktionshalle gesetzt werden.
Wenn der Traum des Ulmer Basketball-Trainers Mike Taylor in Erfüllung geht, dann hat er Daniel Hopp an seiner Seite. Der Sohn des SAP-Gründers und Fußballfans Dietmar Hopp (TSG 1899 Hoffenheim) hatte am Mittwoch bei einer Info-Veranstaltung zum geplanten Bau der Multifunktionshalle sein Kommen zugesagt, sollten die Ulmer Basketballer im neuen Domizil die Deutsche Meisterschaft feiern. So weit jedenfalls reichen die Hoffnungen, die in die neue Arena gesetzt werden, die von Mai an auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz entstehen soll.
Die Basketballer hatten Sponsoren, Partner und Vertreter der Wirtschaft in die Neu-Ulmer Niederlassung von Daimler-Benz geladen, um über das Projekt zu informieren. Bei der von SÜDWEST PRESSE-Lokalchef Hans-Uli Thierer geführten Diskussion zeigte sich deutlich die Veränderung der öffentlichen Debatte, die sich von kritischer Distanz bis hin zu zurückhaltender Euphorie verschoben hat. Beredtes Beispiel für diese Entwicklung ist der Ulmer Finanzbürgermeister, der nach eigenem Bekunden den ersten Überlegungen "besonders skeptisch" gegenüber stand. Am Mittwoch bezeichnete Gunter Czisch die Halle als "die Basis der Infrastruktur" einer Region, deren Aufgabe es nun sei, daraus etwas zu machen. Dabei gehe es ihm weniger um den volkswirtschaftlichen Effekt, sondern vielmehr um die Emotionen, die sich damit verbänden. Er verspricht sich wie sein für Sport und Kultur zuständiger Neu-Ulmer Kollege Gerhard Hölzel bundesweite Aufmerksamkeit und viele Veranstaltungen aus Sport, Unterhaltung und Kultur, die bislang einen Bogen um Ulm gemacht hätten.
Tatsächlich zeigt ein Blick über den Tellerrand die Erfolgsgeschichten andernorts. Beispiele neuer Hallen wie in Bamberg, Bonn, Trier oder Berlin zeigen nicht nur stark zunehmende Zuschauerzahlen bei Sportveranstaltungen und damit wesentlich bessere Möglichkeiten der Vermarktung. Vielmehr würden die Hallen fast ausnahmslos wirtschaftlich erfolgreich geführt. Zudem entstehen neue Arbeitsplätze.
Bei Unternehmern, die sich als Sponsoren im Sportbereich engagieren, ist die Hallenplanung sowieso von Anfang an begrüßt worden. So bekannte sich der Geschäftsführer von Fritz & Macziol, Heribert Fritz, eindeutig zu dem Projekt, das nicht nur dem Basketball diene, sondern der ganzen Region, und den Standort Ulm/Neu-Ulm aufwerte. Die Investitionen von 27 Millionen Euro auf 20 Jahre Laufzeit verteilt, hält er für überschaubar und "mehr als gerechtfertigt". Sportsponsoring ist für den Geschäftsmann auch ein "Emotionstransfer", letztlich sogar ein Dienst an der Allgemeinheit, bei dem es um eine vernünftige Balance von Geben und Nehmen gehe. Den Sport kennzeichne Leistung, die ohne Disziplin und Nachhaltigkeit aber nicht zum Erfolg führe.
Sport ist auch für den Chef der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, Matthias Berz, ein ideales Feld, sich zu betätigen. "Sport und Energie passen ideal zusammen", sagte er, der Erfolg sei messbar. Wie Berz betonte, geben die SWU im Jahr etwa 700 000 Euro für Sponsoring aus. "Wer Sport treibt, braucht Energie", sagt Berz: "Dafür stehen wir."
Thomas Stoll stand schon immer für die Halle, seit er 2001 mit Andreas Oettl die früher im SSV Ulm 1846 beheimateten Basketballer nach der Insolvenz des Großvereins übernommen hat. Insofern ist die Freude groß bei ihm, weil es ohne eine neue Halle in der Region schon bald keinen Bundesliga-Basketball mehr gegeben hätte. Mit der neuen Halle eröffneten sich ganz neue Perspektiven von Fernseh-Übertragungen der Ulmer Heimspiele, was Verein und Stadt bundesweit bekannt machen würde.
Für Daniel Hopp, der in Mannheim die SAP-Halle betreibt, gibt es am Ulm/Neu-Ulmer Konzept nichts zu kritisieren. "Das ist sehr überzeugend." Er kenne die Bedenken aus Mannheim, wo sie aber gänzlich verstummt seien: "Die Menschen sind stolz und froh. Das wird hier auch so sein."
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Autor: HANS-ULI MAYER | 16.04.2010
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Neue Perspektiven durch eine neue Halle - darüber diskutierten (von links), Heribert Fritz, Matthias Berz, Daniel Hopp, Projektleiter Hermann Weinhauser, Moderator Hans-Uli Thierer, Basketball-Geschäftsführer Thomas Stoll und die beiden Bürgermeister Gerd Hölzel und Gunter Czisch. Foto: Volkmar Könneke
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Kommentare (1)
Multifunktionshalle
Sind zu der Info-Veranstaltung auch die in Ulm groß gewordenen und zu großem Erfolg gekommenen Hoeneß-Brüder eingeladen worden ? Man könnte z. B. in der Halle Wurst aus Ulis Wurstfabriken verkaufen bzw. gegen ein Sponsoring den Namen der Halle vermarkten.