Ferienkinder erforschen das "Leben im Boden"

Ulm.  Beim Ulmer Ferienprogramm werden die Teilnehmer zu kleinen Forschern: Gemeinsam mit Ökologin Taina Conrad von der Uni Ulm untersuchen sie das „Leben im Boden“ und bauen ihren eigenen Insekten-Staubsauger.

Mit aller Kraft rammt Ariane die Schaufel in den harten Boden. Direkt vor dem Eingang zum Botanischen Garten der Universität Ulm buddelt die Fünfjährige ein Loch – natürlich mit Erlaubnis von Taina Conrad. Die 27-Jährige ist Doktorandin in Experimenteller Ökologie und bietet beim Ferienprogramm einen Nachmittag für kleine Forscher an. Gemeinsam mit den neun Kindern aus Ulm und Neu-Ulm macht sie sich auf die Suche nach kleinen und großen Bodenbewohnern.

"Das schäumt ja!"
Aus dem Loch, das Ariane buddelt, braucht die kleine Gruppe nur die Erde. „Was ist denn im Boden so alles drin?“, fragt Taina Conrad. „Wurzeln!“, „Wasser!“, „Und Steine!“ fällt den Kindern ein. Damit die Pflanzen aber auch gut wachsen können, erklärt die Doktorandin, braucht es Kalk. Mit einem Test sollen die Jungen und Mädchen herausfinden, welche der vier Bodenproben am meisten Kalkgehalt hat. Vorsichtig träufelt Conrad Salzsäure auf die Erdhäufchen. „Wow, das schäumt ja!“, ruft Hardy (6) erstaunt. Die Ökologin erklärt: „Je mehr es blubbert, desto besser ist der Boden“. Die größte Schaumflocke bildet sich auf dem Häufchen, das Taina Conrad mitgebracht hat. Es stammt aus dem Botanischen Garten. „Unsere Mitarbeiter mischen den Boden selbst“, erklärt sie ihren neugierigen Zuhörern.

Ein Haus für Regenwurm "Marie"
Mittlerweile hat jedes der Kinder ein leeres Honigglas in der Hand. „Wir bauen ein Haus für die Regenwürmer“, freut sich die achtjährige Finnja aus Lehr. Erst schütten die kleinen Forscher Sand und Erde in ihre Gläser. Dann ziehen sie los, um Laub zu suchen. „Die Regenwürmer essen die Blätter und machen dann gute Erde daraus“, weiß Louisa (9). Nachdem jeder Regenwurm sein neues Zuhause bezogen hat, verteilt Taina Conrad einen Fragebogen an die stolzen Baumeister. „Den Regenwurm dürft ihr mit nach Hause nehmen“, verkündet die Ökologin. Gemeinsam mit ihren Eltern können die Kinder dann alles notieren, was sie im Honigglas beobachten. „Wenn wir eine Weile zugesehen haben, lassen wir die Tiere wieder frei“, erklärt die vierjährige Margarethe. Sie hat ihr neues Haustier „Marie“ getauft und verstaut es sofort in der Tasche. „Regenwürmer mögen es dunkel“, erzählt sie stolz, was sie gelernt hat.

Von der Filmdose zum Insekten-Staubsauger
Das Highlight des Mittags ist der Insekten-Staubsauger. Gespannt versammeln sich die Kinder um Taina Conrad. Aus einer Filmdose, die ein Mundstück mit Strumpfhosen-Filter und einen kleines Ansaug-Rohr bekommt, wird mit ein wenig Bastelei die perfekte Forscher-Ausrüstung. „Damit kann ich jetzt zum Beispiel Spinnen fangen und dann in Ruhe beobachten“, erklärt Louisa ihren fertigen Staubsauger. Leider passen die Heuschrecken, die es hier zuhauf gibt, nicht durch den Schlauch. „Das macht aber nichts, die fangen wir einfach mit einem Glas“, meint Margarethes Schwester Elisabeth. „Das ist super cool“, findet Hardy und erschrickt, als ihm eine der Heuschrecken auf die Nase hüpft.

Nach der kleinen Exkursion ins Reich der Bodenbewohner haben die Kinder unzählige Grashüpfer, Ameisen, Spinnen und sogar einen kleinen Laubfrosch gefangen. Was war denn am Besten? Elisabeth kann sich nicht entscheiden: „Mir hat alles gut gefallen“, sagt sie mit einem breiten Lächeln.

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Autor: Zora Bombach | 02.09.2010

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