Erstmals seit Jahren Rückgänge bei den Übernachtungen
Die Zahl der Übernachtungen in Ulm/Neu-Ulm ist im vergangenen Jahr um knapp sieben Prozent zurückgegangen. Für 2010 zeigt sich die Touristik GmbH, trotz der Wirtschaftskrise, aber optimistisch.
Neu-Ulm - Zum ersten Mal seit Jahren muss die Tourismusbranche bei Übernachtungen und Gästeführungen Rückgänge verzeichnen. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Übernachtungen um 6,7 Prozent auf 499 911 gesunken. 2008 waren es noch 535 707.
"Durch die Wirtschaftskrise sind wir etwas gebeutelt worden. Vor allem durch den Einbruch bei den Geschäftsreisen", sagt Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Touristik GmbH Ulm/Neu-Ulm, in einem Pressegespräch. Circa 80 Prozent der Übernachtungsgäste sind Geschäftskunden. Normale Touristen machen dagegen nur rund 20 Prozent aus. Die Zahl der Tagestouristen sei jedoch relativ stabil geblieben, meint Dieterich. Knapp 8 Millionen Menschen seien im vergangenen Jahr nach Ulm gekommen. "Das Ulmer Münster ist nach wie vor die Hauptsehenswürdigkeit", so der Touristik-Geschäftsführer.
Rückläufig ist dagegen die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Übernachtungsgäste. Sie sank von 1,7 Tagen in 2008 im vergangenen Jahr auf 1,65 Tage. Zudem ist die Bettenbelegungsquote leicht gesunken. Sie liegt 2009 bei 38,8 Prozent, wohingegen es 2008 noch 41,3 waren. "Der Rückgang ist aber recht human, vergleicht man die Zahl mit anderen Städten." In Stuttgart beispielsweise liege die Belegungsquote zwar höher - bei 40,7 Prozent - sei aber um über 4 Prozentpunkte gefallen. Pforzheim oder Erlangen liegen mit rund 33 Prozent Auslastung weit hinter Ulm.
Der Anteil ausländischer Gäste beträgt rund ein Viertel. Hier seien die Rückgänge stärker als bei Kunden aus dem Inland. Zwar kamen auch 2009 die meisten ausländischen Gäste aus der Schweiz und Italien, allerdings ist ein Minus von 11 beziehungsweise 4 Prozent zu verzeichnen. Nur die Zahl der Niederländer ist im Vorjahresvergleich deutlich angewachsen, um 13,6 Prozent. Grund hierfür könne das "attraktive Angebot" vom Freizeitpark Legoland sein, mutmaßt Dieterich. Die Gäste aus Übersee spielten hingegen in der Statistik keine nennenswerte Rolle mehr. "Japaner und Chinesen übernachten kaum noch in Ulm." Für diese Zielgruppe seien Tagesausflüge die interessantere Variante. Der durchschnittliche Übernachtungsgast gibt in Ulm/Neu-Ulm 126,20 Euro aus. Der Tagesbesucher 31,10 Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr äußert sich Dieterich allerdings zuversichtlich: "Die Hotellandschaft in Ulm erlebt im Moment einen Aufschwung, wie seit Jahren nicht mehr." Lange Zeit sei in Ulm und Neu-Ulm wenig passiert. Durch die Neueröffnungen des Hotels Lago in der Friedrichsau und des Orange in Neu-Ulm sei jetzt ein Anstieg der Übernachtungszahlen zu erwarten. Zudem weiß Dieterich von vier weiteren Hotelprojekten, die in Planung sind. Über die Zukunft des Mövenpick-Hotels in Neu-Ulm ist aber auch der Touristik-Experte nicht informiert. Das Haus schreibe so gute Zahlen, dass sich sicher bald ein neuer Investor finden lasse.
Bei den Gästeführungen beträgt der Rückgang gegenüber 2008 11,9 Prozent. Allerdings sei absehbar gewesen, dass das "Rekordergebnis" aus 2008 nicht wieder erreicht werde, räumt Dieterich ein. Grund dafür: Großveranstaltungen wie die Landesgartenschau oder die Heimattage fehlten in 2009.
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Autor: JULIANE BAUMGARTEN | 20.03.2010
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Die jüngste Hotel-Neueröffnung in Ulm ist das Lago in der Friedrichsau. Auch wenn die Übernachtungszahlen in der Stadt zurückgegangen sind: Ulm gilt als einer der attraktivsten Standorte Deutschlands für neue Hotels. Foto: Matthias Kessler
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