Ermittlung gegen den Fahrer

Ulm/Elchingen.  Alle Schwerverletzten aus dem Unglücksbus sind außer Lebensgefahr, berichtet die Polizei. Gegen den Fahrer werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Beim Unfall auf der A 8 kamen zwei Menschen ums Leben.

. Wie es zu dem Unfall am Sonntag auf der A 8 gekommen ist, ist nach wie vor nicht geklärt. Wie berichtet, war ein mit zwei Fahrern und 48 Reisenden besetzter Doppelstock-Bus kurz nach 6 Uhr zwischen Ulm/Ost und Oberelchingen von der Fahrbahn abgekommen. Er kippte die Böschung hinunter und schlitterte etwa 70 Meter einen Feldweg entlang. Ein älteres Ehepaar aus Offenburg (77 und 78 Jahre) wurde getötet, eine 53-jährige Frau lebensgefährlich verletzt. 15 weitere Insassen erlitten schwere Verletzungen. Die Reisenden waren nachts aus verschiedenen Gemeinden im Südbadischen zu einem einwöchigen Urlaub an die istrische Küste aufgebrochen.

Es gebe keine Anhaltspunkte auf einen technischen Defekt am Bus oder zu schnelles Fahren, sagt Christian Owsinski aus dem Kemptener Polizeipräsidium, das die Ermittlungen führt. Der 37 Jahre alte Unfallfahrer, der mit Blessuren davonkam, mache von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und äußere sich nicht zur Sache. Deshalb sollen jetzt die Fahrgäste befragt werden.

Die Staatsanwaltschaft ermittle gegen den Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung. Letzteres Delikt könne mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Die 53-jährige Frau sei mittlerweile außer Lebensgefahr und wahrscheinlich in zwei oder drei Tagen vernehmungsfähig. Alle anderen Schwerverletzten könnten das Krankenhaus in den kommenden Tagen verlassen. Das getötete Paar, so berichtete der Polizeisprecher weiter, saß auf der rechten Seite des Oberdecks, das beim Umstürzen des Busses besonders stark beschädigt wurde. Der Bus sei inzwischen in Günzburg sichergestellt.

"Die beiden Fahrer des Busses werden momentan psychologisch betreut", berichten Wolfgang und Stefan Rapp vom betroffenen Busunternehmen in Königsfeld im Schwarzwald. Sie schildern den Unfallfahrer als zuverlässigen Mann, der für sie seit Jahren arbeite. Es sei ihre Hauptaufgabe in den kommenden Tagen, den Rücktransport der Verletzten in ihre Wohnungen zu organisieren. Alle Mitarbeiter der Firma Rapp seien über den Unfall schockiert und tiefst betroffen. Mitglieder der Neu-Ulmer "Unterstützungsgruppe örtlicher Einsatzleiter" äußerten sich verärgert, dass sie nicht zum Einsatz kamen. Von einem Drunter und Drüber in der Einsatzführung der Feuerwehr war die Rede. Dem widersprechen der Einsatzleiter der Ulmer Feuerwehr in diesem Einsatz, Wolfgang Karner, und der Sprecher der Wehr im Neu-Ulmer Landkreis, Willi Schmid, energisch. Für Rettungseinsätze auf Autobahnen gelten keine Landesgrenzen. Die aus Krumbach alarmierten Ulmer trafen als erste am Unfallort ein.

Als der Neu-Ulmer Kreisbrandrat Alfred Raible wenig später vorfuhr, waren sich Raible und Karner sofort einig, dass die bereits voll ausgerüsteten Ulmer den Einsatz leiten würden. "Zum Wohle der Verunfallten und in Zusammenarbeit mit den Thalfinger und allen anderen Feuerwehrkollegen ist der optimal verlaufen", sagt Karner.


Kommentare (1)

16.03.2010 22:17 Uhr |   Cortauri

Reibereien zwischen Ulmer und Neu-Ulmer Kräften

Dass die Zusammenarbeit nicht immer reibungslos verläuft ist doch allgemein bekannt.

So war es in der Vergangenheit, so war es am Sonntag und so wird es in Zukunft sein.

Am Sonntag standen auch Hilfskräfte aus Augsburg oder Neu-Ulm stundenlang rum und durften nichts tun. Nicht schön wenn man um kurz vor halb 7 aus dem Bett gepiepst wird!

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Autor: JÜRGEN BUCHTA | 16.03.2010

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