Einstein-Marathon: "Die Kälte spürt man nicht"
Ulm. 8672 Läufer sind beim 7. Einstein-Marathon über die Startlinie gelaufen, 8591 davon sind ins Ziel gekommen. Nur die Zuschauer machten sich rar.
"Es ist weniger passiert, als wir befürchtet haben." Claus-Martin Muth, leitender Rettungsarzt des Deutschen Roten Kreuzes ist mit der Bilanz des Einstein-Marathons zufrieden. "Ich hatte mit viel mehr Stürzen gerechnet, wegen des Regens." Am Ende habe sich herausgestellt, dass die Zuschauer gefährlicher leben als die Läufer: Von den sechs Menschen, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten, waren vier Zuschauer. Zwei davon hatte ein Gittermast getroffen, den eine Windböe umgeworfen hatte. "Aber ernsthaft verletzt wurde niemand", sagt Muth.
Zufrieden sind auch Bernd Hummel, Markus Ebner und Wolfgang Beck, die drei Organisatoren des Marathons. Von den 10 105 angemeldeten Menschen, sind 8672 auch tatsächlich gestartet. 8591 davon sind durchs Ziel gelaufen. "Das heißt, weniger als ein Prozent hat aufgegeben", sagt Ebner. "Eine sehr gute Quote." Da sei das Wetter sicher auch verantwortlich gewesen. Denn was für die Zuschauer abschreckend sei, sei für die Läufer gut - Hitzeopfer hat es in diesem Jahr keine gegeben. "Und Kälte spürt man beim Laufen nicht, weil der Körper so viel eigene Wärme produziert."
Da er das allerdings auch nach dem Lauf macht, was sich in heftigem Schwitzen äußert, war es umso wichtiger, die Läufer zu wärmen. Rund 8000 Wärmedecken wurden verteilt. Kurzfristig gab es zwar ein Nachschubproblem, unterkühlt sei aber keiner gewesen, bescheinigen die Rettungskräfte. 200 waren insgesamt im Einsatz, die grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen Rotem Kreuz, Wasserwacht, Polizei, Uniklinik und Bundeswehrkrankenhaus funktioniere optimal, so Beck.
Gut funktioniert haben auch die Neuerungen auf dem Münsterplatz, sagen die Organisatoren. Da es in den vergangenen Jahren auf dem Münsterplatz recht eng geworden sei, habe man dieses Mal den Zieleinlauf hinter das Münster geleitet. Die Laufstrecke, die somit den Münsterplatz teilte, wurde mit zwei Brücken überquert. Ob man das System beibehalte, hänge allerdings auch noch vom Feedback der Läufer ab. Es könne auch sein, dass bei besserem Wetter und damit mehr Andrang auch mit dem neuen Konzept Probleme entstünden. Dass auf dem Münsterplatz in diesem Jahr weniger Partystimmung war als im vergangenen, sehen die Organisatoren gelassen. Bernd Hummel: "Das war besser so, da kommt man früher heim."
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Autor: YASEMIN GÜRTANYEL | 19.09.2011
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Andrang beim Start am Messegelände. Schon wenige Kilometer später sah das Bild anders aus, die Profis ließen die Masse hinter sich. Foto: Oliver Schulz
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