Einblick in die Synagoge
Ulm. Die diesjährigen Architekturgespräche im EinsteinHaus fanden große Resonanz. Thema waren "Stadtbausteine" im größeren wie kleineren Kontext. Der lokale Fokus lag auf der neuen Synagoge am Weinhof.
Eine Kölnerin warb am vergangenen Samstag aus tiefster Überzeugung für den Bau einer neuen Synagoge auf dem Ulmer Weinhof - und zwar nur dort. Susanne Gross war die wohl mit der größten Spannung erwartete Referentin bei den Ulmer Architekturgesprächen im EinsteinHaus und plauderte prompt aus dem Nähkästchen. Schließlich vertritt sie den Wettbewerbssieger für den neuen Synagogenbau, das Kölner Büro Kister, Scheithauer, Gross.
"Warum darf das Grundstück für die Synagoge auf diesem Platz liegen?" So frage Susanne Gross eingangs und nannte dafür zunächst einen städtebaulichen Grund: "Der Platz löst sich zur Sparkasse hin auf merkwürdige Weise auf." Jetzt wird er neu gefasst. Noch wichtiger ist ihr aber der historische Aspekt der Rückkehr der jüdischen Gemeinde an den Standort, wo die alte Synagoge 1938 unter den Nazis zerstört wurde, ja: "Wir machen jetzt einen Schritt nach vorne." Auf den Platz. Dafür warb die Architektin auf unwiderstehliche Art und Weise: kompetent, klar verständlich, offen, sympathisch, heiter. Und zollte zugleich der Stadt Ulm großes Lob: "Dass der Gemeinderat so einen Beschluss gefasst hat, ist bewundernswert und ein Vorbild für andere Kommunen."
Zunächst hatte sie ein bisschen ausgeholt, um sich dialektisch dem Ulmer Projekt zu nähern. So erzählte sie von einem anderen Sakralbau, einer Doppelkirche für Katholiken und Protestanten, die sie auf dem Freiburger Rieselfeld realisierte: "Dort hatten wir die gegenteilige Problematik wie in Ulm: Wir hatten zu viel Platz." In Ulm habe man sich nun zu beschränken, wobei die jüdische Gemeinde selbst bescheidene Platzansprüche stelle. "Die Synagoge wird so groß wie die alte", nur dass sie - um den eigentlichen Sakralraum herum - im Gebäude jetzt auch noch alle anderen Funktionen unterbringt: Kindertagesstätte, Saal, Verwaltung.
Gross berichtete, dass die Raumplanung in der Ausschreibung relativ offen gehalten war. Fix war nur, dass im Sakralraum 80 Männer und 50 Frauen Platz finden müssen. "Jetzt geht die Arbeit erst so richtig los. Es wird noch ziemlich heftig umorganisiert werden."
Klar ist freilich, dass die "äußere, ruhige Quaderform" für den Stadtraum gesetzt ist. "Die Synagoge ist kein architektonisches Feuerwerk." Allerdings wolle man die Natursteinfassade "noch ein bisschen öffnen". Ein zentrales Gestaltungselement ist dabei die so genannte "Tasche", zugleich Innen- wie Außenfläche, über die das Licht von der Sattlergasse her in den Würfel dringt.
Auf dem Dach ist die Außenspielfläche für die Kinder vorgesehen - um unten auf dem Platz abschottende und abweisende Mauern und Zäune zu umgehen. "Es ist, als ob die Synagoge wie vom Himmel gefallen dort steht." Ein echter "Stadtbaustein", um das Thema dieser Architekturgespräche aufzunehmen.
Die Bedeutung des Sicherheitsaspekts sei bei einem solchen Projekt nicht hoch genug einzuschätzen, untermauerte dann aus berufenem Munde Christiane Thalgott. Als langjährige Münchner Stadtbaumeisterin begleitete sie den Bau des Jüdischen Zentrums auf dem Jakobsplatz und berichtete jetzt in Ulm von einer Flut beschämender Briefe gegen das Projekt.
Thalgott selbst sprach vor rund 80 Symposiumsteilnehmern im EinsteinHaus über ein viel weiter gefasstes Thema, den Gegensatz von Stadt und Natur oder vielmehr seine Überwindung. In München spiegelt sich das praktisch in einem erfolgreichen Projekt für Bürger zur Kultivierung von Krautgärten wider. Damit erging die Einladung: "Wenn Sie die Synagoge in München besuchen, zeige ich Ihnen auch gleich unsere Krautäcker." (Bericht folgt.)
Info
Die Volkshochschule bietet Exkursionen zur Jugendstil-Synagoge in Augsburg und zum neuen Jüdischen Zentrum in München an. Dazu gibt es einen verpflichtenden Einführungsabend am 16. April, 19 Uhr, im EinsteinHaus.
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Autor: JAKOB RESCH | 15.03.2010
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"Im Tal zwischen Schwörhaus und Münster", so liegt nach den Worten der Architektin Susanne Gross die neue Ulmer Synagoge auf dem Weinhof und fügt sich in das Stadtbild ein. Computersimulation: Büro Kister, Scheithauer, Gross
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Kommentare (7)
Das ist unmöglisch.
ich versteh ja nichts davon .dennoch finde ich es nicht ok das sie dort meine fraureinstellen ..
sie werden noch von unserem vermieter hören !!
jaa der ist schon 40 !!
barbara
ach du heilige barbara.. hat die sich Verändert ..Gleiche Meinung
Auch wenn ich sie nicht kenne .Antwort ich ihnen gerne -. endlich mal Jemand meiner Meinung !!
die Brille und die Haare ganz anders als wie damals in der Klasse . Respekt .