Ein Tag zum Schießen
Ulm. Familien, Sportschützen, Jäger, Neugierige: Sie alle kamen zum "1. Ulmer Shooting Day" im Müller Schießzentrum in Jungingen - und waren überwiegend begeistert. Allerdings wurde nicht jedem Einlass gewährt.
"Beeindruckend" - dieses Wort hörte man am Samstag von den Besuchern des "1. Ulmer Shooting Day" am häufigsten. Der Tag der offenen Tür im Müller Schießzentrum Ulm (MSZU) - eigenen Angaben zufolge eines der größten und modernsten in Europa - lockte hunderte Menschen aus der näheren und weiteren Region an, beileibe nicht nur Waffennarren. So manche Familie aus dem Ortsteil Jungingen war dabei. "Wir sind einfach neugierig auf das Riesengebäude und das ganze Drumherum", sagte etwa ein Familienvater.
Regine Wörner, mit Mann und zwei Kindern aus Bernstadt angereist, war begeistert vom "edlen und tollen Ambiente". Die Mitarbeiter seien alle sehr kompetent. Der 15-jährige Sohn der Wörners ist Sportschütze im Verein, vor allem wegen ihm war die Familie gekommen, damit der Sprössling einmal sein Können testen kann.
Geboten wurde den Besuchern laut Programm ein Preisschießen, Testschießen aus Kleinkalibergewehren und Luftpistolen, ein kostenloser Munitionstest, sowie Tontaubenschießen in der 3000 Quadratmeter großen und 22 Meter hohen Tontaubenhalle. Mit von der Partie war Silke Hüsing, mehrfache deutsche Meisterin und Europameisterin aus Blaubeuren. Auch literarisch war etwas geboten: Der Ulmer Waffenpionier Dieter Anschütz stellte sein Buch vor und signierte es. Für Kinder und Jugendliche gab es neben einer Hüpfburg und Geschicklichkeitsspielen die Möglichkeit, mit Laser- oder Luftgewehren zu schießen. Kommentar der 12-jährige Marie: "Das war echt cool."
Die "große Schießspaßveranstaltung für die ganze Familie" war allerdings nicht für jedermann zugänglich. "Die SÜDWEST PRESSE hat Hausverbot", hatte MSZU-Sprecherin Stefanie Neumeyer tags zuvor mitgeteilt. Grund sei die negative Berichterstattung unserer Zeitung im Vorfeld des Shooting Days.
An allen Eingängen zum MSZU, das ein Tochterunternehmen von Drogerie Müller ist, waren zudem Hinweisschilder angeklebt: "Fotos sowie Filmaufnahmen auf dem gesamten Gelände und in der Anlage sind verboten. Sondergenehmigungen werden schriftlich erteilt".
Dass Schießsport ein hochsensibles Thema ist, wurde auch in Gesprächen außerhalb der Anlage deutlich. Viele Besucher wollten ihren Namen nicht nennen. Warum? "Seit dem schrecklichen Amoklauf von Winnenden sind wir Sportschützen die Buhmänner der Nation, da muss ich meinen Namen nicht auch noch in der Zeitung lesen", sagte ein Mann.
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Autor: CHRISTOPH MAYER | 23.08.2010
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Dieser Hirsch vor dem Müller-Schießzentrum in Jungingen ist nicht zum Abschuss freigegeben. Er ist aus Metall. Foto: Matthias Kesler
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Kommentare (26)
Eigentlich klar von Beiden Seiten
Der SWP den Entritt zu verbieten war die wohl schlechteste Wahl die man treffen konnte.Ich persönlich hätte nach diesem Vorbericht den Chefredakteur angerufen und gebeten, einen ausgelernten Journalist zu schicken der sein Handwerk versteht und um die Seriösität einer Zeitung diesen Ranges weiß.
Fällt mir allerdings in letzter Zeit verstärkt auf, dass die Berichte eine zu persönliche Note aufweisen. Dann kann ich mir gleich die Bildzeitung kaufen...
Waffen sind......
Auszug aus dem Geltenden Waffengesetz der Bundesrepublik Deutschland(2) Waffen sind
...........
2. tragbare Gegenstände,
............
b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit,
Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit
von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen....
Die "ohne dazu bestimmt zu sein...."
Das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!!!!
Auch mit einem Auto kan man "Angriffs- oder Abwehrfähigkeit
von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen...."
tragbar
Autos, die man tragen kann. Sachen gibt's mittlerweile...