Ein Rock-Feuerwerk mit Helter Skelter

Mit alten Rock-Hits brachten sie am Freitag die Donauhalle zum Beben: Helter Skelter lieferten ein dreistündiges Topkonzert ab. Classic Rock lebt!

CHRISTOPH A. |

Classic Rock ist out? Im Gegenteil. Den besten Beweis dafür lieferten die mehr als 1500 Zuschauer, die am Freitag zur Show von Helter Skelter in die Ulmer Donauhalle gepilgert waren. Wo einst Santana und Magnum die Bühne rockten, feuerten die sechs Männer mit Saxophonistin Andrea Emser ein gut dreistündiges Feuerwerk an Klassikern des (Hard-)Rock ab und das Ganze auch noch für einen guten Zweck, die Aktion 100.000 und Ulmer helft. Bei so viel Power musste die Pause zwischen den beiden Sets wohl nur dem Publikum geschuldet sein, das ohne lange Anlaufzeit in bester Feierlaune war.

Konzertbesucher Reinhard zeigte sich begeistert: „Ich war schon öfter bei Helter Skelter. Die Truppe ist einfach klasse, spielt unermüdlich die Hits meiner Jugend, und ich genieße das angenehme, weil meist gleichaltrige Publikum.“ Für die Qualität der Band, die zwar „nur“ covert, aber musikalisch durchaus mit Szene-Größen mithalten kann, sprechen viele ausverkaufte Konzerte, die Stimme und Vita des Sängers Dan Lucas, der schon mit nordamerikanischen Musikern wie Reb Beach von Winger gespielt und aufgenommen hat, oder die Saitenhexerei von Peter Stapfer, der mühelos Van Halens Tapping-Orgie „Eruption“ durch die Halle heulen ließ, bevor die Band dann gemeinsam zum rotzigen „You really got me“ abrockte. Auch wenn man bei Kansas legendärer Hymne „Carry on my wayward son“ (derzeit in der amerikanischen TV-Serie „Supernatural“ eine Art Themensong) oder bei Bostons Schmachtfetzen „More than a feeling“ nur die Augen schließen musste, um eine nahezu perfekte Illusion dieser Bombastnummern zu erleben, lag die Gunst des Publikums interessanterweise bei den europäischen Künstlern.

Deep Purple, Uriah Heep, Pink Floyd oder Golden Earring sorgten für ausgelassene Stimmung. „Radar Love“ der letztgenannten niederländischen Gruppe war denn auch eine der ersten Mitgröl-Nummern des Abends. Herren in Karohemden wiegten sich einträchtig groovend neben etwas wilderen Kollegen im Motörhead-T-Shirt, während Frauen auch das Tanzbein schwangen. Classic Rock lebt!

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