Ein Park mit Kultur
Ulm. Konzertbühne, Wasserspiele, Baum- und Fischlehrpfad sowie Spielplätze: Das Angebot ist vielseitig im Neu-Ulmer Grünzug Glacis-West. Rückgrat dieses lang gezogenen Parks ist die Bundesfestung.
Glacis spricht sich , kommt aus dem Französischen und bedeutet Vorfeld einer Befestigungsanlage. In Neu-Ulm, zwischen Turmstraße im Norden und Ringstraße im Süden, bedeutet Glacis seit 30 Jahren auch noch Stadtpark mit Musik, Spiel und Erholung. Ebenso steht am Rande das Wahrzeichen Neu-Ulms, der Wasserturm. Früher sei der etwas verwilderte Grünzug entlang der Festungsmauer und Caponniere eher eine "verruchte Gegend" gewesen, sagt Michael Bilger, Leiter der Neu-Ulmer Grünflächenabteilung. 1980 jedoch war Schluss damit. Die 16 Hektar, das entspricht einer Fläche von 22 Sportplätzen, wurden als Park angelegt und gehörten für etliche Monate zum Gelände der gemeinsamen Landesgartenschau von Ulm und Neu-Ulm. In den Folgejahren hat die Stadt die einen Kilometer lange und 130 breite Grünanlage regelmäßig gepflegt und die Spielplätze und Wasserbecken samt Springbrunnen in Schuss gehalten.
Zur zweiten Landesgartenschau in Neu-Ulm im Jahr 2008 wurden weitere 300 000 Euro investiert, um unter anderem die Wege und das Ufer vom Forellenbächle wieder auf Vordermann zu bringen, sagt Bilger. Derzeit laufen noch die Abdichtungsarbeiten am großen Wasserbecken. Der Beton ist rissig geworden. Kosten: 125 000 Euro.
Am westlichen Spielplatz wurden die Hangrutschen erneuert, und sobald das Wetter mitmacht, können Kinder wieder am Wasserspielplatz im Sand matschen. Alles Angebote, die aus dem Glacis ein häufig besuchtes Ausflugsziel für Grundschulklassen gemacht haben.
Ältere Schüler und Parkbesucher - "es kommen auch viele Ulmer rüber" (Bilger) - können ihre biologischen und bauhistorischen Kenntnisse gleich auf drei verschiedenen Lehrpfaden prüfen. Denn der Baumlehrpfad mit 28 Tafeln über Zerreiche oder Amberbaum und der Festungsrundgang, der etwa die Caponniere und den gedeckten Weg erklärt, führen auf einer Länge von zwei Kilometern an beiden Ufern des Forellenbächles entlang. Die Quelle dieses leicht verschlammten Baches, in dem längst keine Forellen mehr leben, sondern eher Graskarpfen, Barsche und Aale, entspringt ganz im Westen des Glacis. Weil dort seit 1988 auch eine goldene Kugelplastik von Walter Zeischegg steht, werde dieser lauschige Platz gerne von Hochzeitspaaren für Fototermine gewählt, sagt Bilger.
Junge Paare, die sich eventuell bei Konzerten auf der "Veranstaltungsinsel" kennen gelernt haben. Denn zum umfangreichen Glacis-Kulturprogramm mit aktuell 44 Veranstaltungen gehören nicht nur Chorgesang, Blasmusik und Folkloretänze, sondern auch Rock- und Jazz-Konzerte. Bei schönem Wetter sind auf den Zuschauerrängen fast keine Plätze mehr zu bekommen.
Vor nicht allzu langer Zeit fand im Glacis West eine so genannte Nachhaltigkeitsuntersuchung statt, inwieweit die einst bezuschusste Landesgartenschauanlage noch gepflegt und genutzt wird. Das Ergebnis lautete: "Kein Qualitätsverlust". Hinzu kam im Laufe der Jahre ganz von selbst eine ökologische Aufwertung, denn in dem Park fühlen sich nicht nur Ulmer und Neu-Ulmer wohl, sondern auch viele Vogelarten und Fledermäuse.
Info
Auf dem Glacis-Programm stehen an Pfingsten: für morgen, Sonntag, 11 Uhr ein Sonntagskonzert mit dem Musikverein sowie dem Sängerbund aus Steinheim. Am Montag, 24. Mai, beginnt um 10 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst für alle Gemeinden in Neu-Ulm.
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Autor: CAROLIN STÜWE | 22.05.2010
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Für jeden Geschmack etwas: Im Neu-Ulmer Stadtpark Glacis West gibt es Natur pur am Forellenbächle oder künstlich angelegte Blumenbeete und gestutzte Hecken. Foto: Maria Müssig
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