Ein Großer, der wächst

Neu-Ulm.  Das Lager von Carl Götz reicht nicht mehr aus: Deshalb will das Unternehmen auf seinem Gelände in der Otto-Renner-Straße expandieren.

Der Bauantrag für eine neue Halle ist eingereicht. Zu den 25 000 Quadratmetern bebauter Fläche an der Otto-Renner-Straße sollen 6000 hinzukommen. Das Holzhandelsunternehmen Carl Götz plant, seine Kapazitäten zu erweitern. Es ist jetzt schon eines der größten in der Branche, der in Deutschland 1200 Betriebe angehören. "Wir sind unter den Top fünf", sagt Philipp Zumsteg, einer der Geschäftsführer in dem Familienbetrieb. Das Unternehmen beschäftigt an seinen zwölf Standorten in Deutschland 450 Mitarbeiter, davon 120 in der Zentrale in Neu-Ulm. Zumsteg: "Die Großen wachsen, die Kleineren habens schwer." So gelingt es Götz, Marktanteile zu gewinnen, zudem steigt die Nachfrage nach Holz, insbesondere für Renovierungen. Deshalb werden größere Lagerflächen benötigt.

Schon 2004 beim Umzug von der Lessingstraße an den aktuellen Standort war auf diesem Grundstück eine Reserve für eine künftige Erweiterung eingeplant worden. "Heute sind wir darüber gottfroh", sagt Zumsteg. Die Genehmigung des Neubaus dürfte auch nicht allzulange dauern. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg, der die Firma gestern besuchte, meint: "Das müsste flott gehen." Somit könnte es mit dem anvisierten Einzugstermin zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig durchaus klappen.

Auf Lager hat das Unternehmen 10 000 verschiedene Produkte. Platten (Spanplatten, Dekoplatten für Möbel), Massivholz (Treppen, Möbel), Böden und Türen sowie Holz für den Konstruktionsbau (Terrassenbeläge). Das Material kommt hauptsächlich aus Europa, einige Sorten von anderen Kontinenten. Der Einkauf ist weltweit aufgestellt.

Die Auswahl ist enorm - Räuchereiche aus dem Spessart ist ebenso vorrätig wie kanadischer Ahorn. Doch es gibt auch Arten, die Götz nicht anbietet: "Illegale Hölzer wegen des Raubbaus an der Natur", sagt der Geschäftsführer Christoph Zumsteg. Und man findet in dem Lager ebenfalls keine Hölzer, die aufgrund ihrer Form und Eigenschaften keinen wirtschaftlichen Nutzen haben. Beispiel: Haselnuss.

Götz macht 60 Prozent seines Umsatzes und damit das Gros mit Tischlern, Zimmereien, Fensterbauern und anderen Handwerksbetrieben. 25 Prozent entfallen auf die Industrie (Fußbodenhersteller, Verpacker) und 15 Prozent auf kleinere Händler.

Weiteres Wachstum ist nicht ausgeschlossen. Im Holzbau liegt in Deutschland nach Einschätzung von Philipp Zumsteg noch viel Potenzial. Allerdings müsste das Unternehmen entsprechend viele zusätzliche Mitarbeiter finden. Doch der Fachkräftemangel macht es jetzt schon schwer, Fahrer für den eigenen Fuhrpark zu rekrutieren.


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Autor: REGINA FRANK | 18.06.2011

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