ENBW baut in Eggingen - Bald Strom für 2000 Haushalte
Eggingen. Die Energie Baden-Württemberg AG (ENBW) wird auf der ehemaligen Egginger Mülldeponie einen der größten Solarparks im Land bauen. Von Mitte des Jahres an soll der Strom fließen.
Das Ziel steht seit Herbst vergangenen Jahres fest: Auf der rekultivierten Mülldeponie am Ortsrand in Richtung Erbach soll eine große Photovoltaik-Anlage installiert werden. Fünf Investoren, so hieß es damals während der Sitzung des Ortschaftsrats, würden das Projekt umsetzen.
Seit gestern steht fest, wer es tatsächlich anpackt. Es ist die ENBW Erneuerbare Energien GmbH, eine Tochterfirma des Energieversorgers ENBW, und zwar ganz alleine. "Auf der Deponiefläche wird der zweitgrößte Solarpark in Baden-Württemberg entstehen", berichtet Pressesprecherin Friederike Eggstein. Der Solarpark soll mit einer Leistung von 6,5 Megawatt im Juni 2010 ans Netz gehen und jährlich rund 6,9 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. "Damit können etwa 1970 Haushalte versorgt und rund 3990 Tonnen CO2 eingespart werden", erläutert sie weiter.
Auf der acht Hektar großen Fläche kommen polykristalline Photovoltaik-Module des Herstellers Solarfun und Zentralwechselrichter von Siemens zum Einsatz. Die Bauleistungen erbringe das Solarunternehmen Bayer & Raach aus Zwiefalten, teilt das Unternehmen weiter mit.
Die Firma habe das Egginger Gelände gepachtet, berichtet Eggstein weiter. In den Bau und die Anschaffung der Anlage werde sie etwa 15 Millionen Euro investieren. Anders als beispielsweise die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm mit ihrem Projekt in Neu-Ulm (siehe Infokasten) werde sie es aber in eigener Regie und auf eigene Kosten betreiben.
Der Egginger Standort sei von Fachleuten eingehend untersucht und für sehr gut bewertet worden. Seine im Landesdurchschnitt überproportionale Sonnen-Einstrahlung werde durch die Südlage weiter begünstigt. Auch komme zupass, dass die Anlage abgelegen von jeder Wohnbebauung installiert werden kann.
"In Ulm-Eggingen realisieren wir unser fünftes Photovoltaik-Projekt innerhalb weniger Monate", betont Stefan Thiele, Sprecher der Geschäftsführung der Erneuerbare Energien GmbH. Die ENBW sei bestrebt, ihren Anteil an erneuerbaren Energien innerhalb des kommenden Jahrzehnts von derzeit rund zehn Prozent zu verdoppeln. "Neben unseren Schwerpunkten im Bereich der Wasserkraft und der Windenergie setzen wir dabei auch auf die Solarenergie." In Rheinfelden hat das Unternehmen gerade sein altes Wasserkraftwerk durch ein neues mit einer 100 Mega-Watt-Leistung ersetzen lassen. An der Staustufe bei Iffezheim werde eine fünfte Turbine neben die vier vorhandenen gesetzt. Der erste ENBW- Solarpark mit 2,1 Megawatt ist in Leibertingen bereits in Betrieb.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: JÜRGEN BUCHTA | 10.03.2010
| Artikel twittern |
|
|
Es bedurfte umfangreicher Vorarbeiten, bis die ehemalige Mülldeponie für ihre jetzige Nutzung hergerichtet war. Sie wurde mit Erde aufgefüllt, darüber kam eine Plane und nochmals eine dicke Schicht Erde. Archivfoto
MEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK

Kommentare (1)
Solarpark bis Juni
"In Rheinfelden hat das Unternehmen gerade sein altes Wasserkraftwerk durch ein neues mit einer 100 Mega-Watt-Leistung ersetzen lassen." Was für ein Schmarren! Das alte Kraftwerk steht nach wie vor. Und das neue Kraftwerk ist übrigens auch noch nicht in Betrieb. Schlecht recherchiert oder "nur" flapsig-ungenau formuliert? Oder ist der hier phantasierte Abriss eines Weltkulturerbes (ältestes noch existierendes Wasserkraftwerk der Welt!) ein von der Anzeigenabteilung der Südwestpresse der Redaktion ins Blatt diktierter Kniefall vor der Wunschvorstellung des geschichtslosen, nur auf Gewinnmaximierung feuchtgeilen EnBW -Konzerns? Gruß aus Rheinfelden!