Dr. Götz Hartung: Abschied mit Wehmut

Neun Jahre lang hat der ehemalige Kultur-Bürgermeister Dr. Götz Hartung den Verein Ulmer Volkshochschule geleitet. Das Amt gab er jetzt ab. Künftig wird Rechtsanwalt Götz Maier dem Verein vorstehen.

JÜRGEN BUCHTA |

In der Regel sind Volkshochschulen kommunale Einrichtungen. Die im April 1946 gegründete Ulmer vh aber versteht sich als Institution von Bürgern für Bürger. In dieser Konsequenz werden ihre Weichen nicht von Verwaltungsleuten gestellt, sondern von einem Verein. Dem 33 Mitglieder zählenden geschlossenen Trägerverein Ulmer Volkshochschule, der beispielsweise den Haushalt der vh genehmigt oder über die Anzahl der Mitarbeiter und die Einstellung des Führungspersonals entscheidet. Seine jeweils für fünf Jahre gewählten Mitglieder sollen das gesamte gesellschaftliche Spektrum repräsentieren, in dem die vh tätig ist. Die Mitgliederversammlung wählt ihren Vorsitzenden jeweils für drei Jahre. Der kann sich maximal zwei Mal zur Wiederwahl stellen. Dann aber ist satzungsgemäß Schluss.

Dr. Götz Hartung, der ehemalige langjährige Kultur-Bürgermeister der Stadt Ulm, hat diesen Verein neun Jahre lang geleitet. Am Dienstagnachmittag wählte die Versammlung Hartungs Nachfolger: Götz Maier, der unter anderem auch Vorsitzender des Vereins Förderer und Freunde der Ulmer Volkshochschule ist. Der 39-jährige verheiratete Rechtsanwalt arbeitet als Geschäftsführer beim Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie, Südwestmetall, in Ulm.

"Ich gehe mit ein bisschen Wehmut", bekannte Hartung gestern vor Pressevertretern. Er blicke auf neun sehr bewegte und erfolgreiche Jahre zurück. Als er sein Amt antrat, hatte die vh mit großen Finanznöten zu kämpfen. Die Schulden hatten sich auf 700 000 Euro summiert; es ging Sein oder Nichtsein.

Dann beschloss die Stadt Ulm, das dringend renovierungsbedürftige EinsteinHaus, das bisher der vh gehörte, zu übernehmen und auf einen modernen Stand zu bringen. Von da an gings bergauf. Heute verfüge die vh über einen Etat von 4,5 Millionen Euro im Jahr, der zu 70 Prozent aus Kurs- und Veranstaltungseinnahmen erwirtschaftet werde, berichtete Hartung.

Dr. Dagmar Engels, die vh-Leiterin, berichtete von einer stetig wachsenden Resonanz auf das Angebot. Die Anmeldungen für die Veranstaltungen im Wintersemester lägen bereits sieben Prozent über dem Vorjahreswert.

Maiers Stellvertreter sind der Erbacher Bürgermeister Achim Gaus und die Neu-Ulmer Bürgermeisterin Christa Wanke. Gaus lobte das Engagement der vh im Alb-Donau-Kreis, die dort in elf Städten und Gemeinden Bildungsangebote macht. Wanke griff ihren Wunsch heraus, im Neu-Ulmer Vorfeld einen festen Raum für die vh zu schaffen. Fast hätte das in dem zeitweise leerstehenden Gebäude der Hochschule an der Steubenstraße geklappt. Doch dann brauchte die Hochschule die Räume selber.

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