Die moderne Synagoge für den Ulmer Weinhof

Ulm.  Außen kompakt und schlicht. Innen über vier Geschosse hinweg ein "Schatzkästchen" für die jüdische Gemeinde. So soll die Synagoge ausschauen, die vom kommenden Jahr an auf dem Weinhof entstehen wird.

Seit morgens um neun saßen städtische Stadtplaner, Gemeinderäte, externe Fachleute, Landesrabbiner Netanel Wurmser und der Ulmer Rabbiner Shneur Zalman Trebnik gestern zusammen. Sie setzten sich mit den Entwürfen von neun Architektenbüros auseinander, die ihre Vorstellungen über die Gestaltung der Synagoge auf dem westlichen Weinhof zur Beurteilung eingebracht hatten.

"Unser Votum war einstimmig", berichtete Prof. Arno Lederer, der Vorsitzende des Gremiums, in einer am frühen Abend zusammengerufenen Pressekonferenz. Das Konzept, welches das Kölner Büro Kister, Scheithauer und Gross erarbeitet hat, gefalle allen am besten. Das Kölner Team schlägt für "die hochsensible Stelle im Stadtraum" (Baubürgermeister Alexander Wetzig) einen äußerlich schlichten würfelartigen Bau vor. Er wird rund 17 Meter und damit so hoch wie die Dachtraufe der Sparkasse auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Und etwa so breit und so lang wie eines der Bürgerhäuser am südlichen Ende des Platzes.

Kernstück des viergeschossigen mit einer Dachterrasse ausgestatteten Baus ist die Synagoge. Sie ist für das erste Stockwerk eingeplant und soll 140 Menschen Platz bieten. Fürs Erdgeschoss ist ein Mehrzwecksaal für Feste und Versammlungen vorgesehen. Im zweiten Obergeschoss die Frauensynagoge. An diese Säle lehnen sich L-förmig weitere Räume an: Schulungs- und Verwaltungszimmer, ein Raum für eine Kindertagesstätte. Eine Garage sei nicht vorgesehen, berichtete Wetzig. "Die Besucher parken ihre Wagen unter der Neuen Straße".

Das ausgewählte Konzept sei kein konkreter Plan, betonte Lederer. Vielmehr stelle es die solide Empfehlung zur weiteren Planung. Trebnik geht davon aus, dass sich die Baukosten auf etwa vier Millionen Euro belaufen werden. Komme das Geld zusammen, dann könnten die Bauarbeiten im kommenden Jahr noch beginnen und etwa zwei Jahre später abgeschlossen sein.

Die Begeisterung unter den Jury-Mitgliedern über den Vorschlag aus Köln für den Weinhof war groß. Lederer rühmte insbesondere die Rücksichtnahme auf die umgebende Bebauung und die Aufnahme von Baulinien der einfachen Giebelhäuser, die die Dominanz des Schwörhauses anerkannten. Auch die weit nach Norden gerückte Synagoge taste diese städtebauliche Vorherrschaft nicht an, präsentiere sich jedoch als eigenständiger, als besonderer Bau. Bürgermeister Wetzig: "Es ist eben kein profanes Bürgerhaus, sondern einen wichtigen Sakralbau." Den Kölner Architekten sei "das kultivierte Einfache" gelungen - und damit gute Ulmer Bautradition.

Aufgefordert zur Teilnahme waren insgesamt neun Büros. Alle haben abgegeben, das Niveau der Vorschläge sei hoch, sagte Lederer.



Kommentare (10)

22.01.2010 18:16 Uhr |   Habenichts

Ungerechtigkeit

Warum sollen wir als doch die Unglaeubigen,den Muslems Grundstücke und Moscheebebauung gestatten???Da erinnern sie sich ploetzlich wieder an Religionsfreiheit und Gleichberechtigung.Was habt ihr Muslems bloss für eine seltsame Einstellung.Denn ihr gestattet doch auch keinen Kirchen bau in einem Eurer Laender.
22.01.2010 18:48 Uhr |   k99045

Es gibt dort Kirchen

Das ist doch dummes Zeug, natürlich gibt es etliche islamische Länder, in denen Kirchen gebaut werden dürfen. Z.B. Bahrein (erst kürzlich), Oman oder Kuwait. Sollen wir uns in Deutschland mit unseren Maßstäben an Unrechtsstaaten wir dem Iran orientieren? Na dann gute Nacht.
22.01.2010 20:52 Uhr |   Habenichts

Es gibt doch Kirchen

Naklar gibt es dort Kirchen.Bloss in Deutschland gibt es keine Bahraine,keine Omane und keine Kuwaitis und das sind Religions offene Laender.Die hatte ich auch nicht gemeint.İch habe mehr als zehn Jahre in verschiedenen Moslemischen Laendern gearbeitet.Mir brauchen sie nicht zu erzaehlen,wie es um das Religions und Rechtsempfinden gegen Christen bestellt ist.İch moechte in diesem Zusammenhang,hier keine Laendernamen nennen.Denn sonst,wird man ja sofort als Moslemfeind betitelt.Machen sie sich auf den Weg und gehen sie dort hin.Dann werden sie das Ergebnis,sehr schnell erkennen.Und holen sie ihre Meinung nicht nur aus der Zeitung,sondern vor Ort.

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Autor: JÜRGEN BUCHTA HANS - ULI THIERER | 22.01.2010

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