Die etwas anderen Sedelhöfe

Die neuen Investoren für die Sedelhöfe haben ihre Pläne vorgestellt. Wichtigste Botschaft: Sie haben Kritik am Projekt aufgenommen und Änderungswünsche eingearbeitet. Zentral dafür steht das weite Entree.

JAKOB RESCH |

Eine "zweite Chance" bietet sich der Stadt mit dem Investorenwechsel für das Quartier der Sedelhöfe. Das hat Bürgermeister Gunter Czisch am Donnerstag zur Präsentation der Pläne des neuen Partners gesagt. Wie berichtet hat der Gemeinderat am Mittwoch grünes Licht gegeben, dass die Immobilienentwickler DC Commercial und DC Values das Projekt von MAB übernehmen. Czisch: "Das Geschäft ist gültig."

Mit diesem Neustart werden alte Probleme aus der Debatte um das Vorhaben ausgeräumt, sagt Czisch. Neu sei die weite Platzgestaltung als "gutes Eingangstor für die Stadt". Neu sei, "dass die Sedelhofgasse bleibt". Und damit die Andienung für Sport Sohn nach altem Muster gewährleistet ist. Neu sei, dass das Wohnen "einen deutlich größeren Platz" einnimmt. Lothar Schubert, Geschäftsführer von DC Commercial, formuliert nach einem Dreivierteljahr der Auseinandersetzung mit der Ulmer "Gemengelage" folgende acht Ziele für die Sedelhöfe:

1. Quartier als Bestandteil der bestehenden Fußgängerzone;

2. Auflösung der Sackgassensituation in der Sedelhofgasse;

3. aktive Vernetzung mit der Fußgängerzone über das Eingangstor;

4. Versorgungsbedarf in der City bei Elektronik und Lebensmitteln;

5. flexible Handelsflächen für namhafte Marken;

6. innerstädtisches Wohnen für rund 250 Menschen;

7. 540 Stellplätze in der Tiefgarage;

8. ein attraktiver zentraler Platz mit vier Häusergruppen drumherum: "So funktioniert Stadt."

Daran knüpft Architekt Caspar Schmitz-Morkramer, Geschäftsführer des Architektenbüros MSM, an: "Wir wollen ein ganz normales Stück Stadt bauen", als Bindeglied zwischen Hauptbahnhof und Bahnhofstraße und nicht als Konkurrenzkonzept zur Innenstadt. Es gehe dabei um die Frage, "was der Ort braucht". Gewachsene Wegebeziehungen blieben bestehen. Für die Wohnungen - alle zur Miete - stehe Qualität obenan, mit Parkanlage im Innenhof und grünen Dächern.

So hält denn auch Baubürgermeister Alexander Wetzig dieses Konzept nun "für noch attraktiver als es bislang war". Czisch nennt es eine "Fortentwicklung" der Planung, die freilich zeigt, wie weit die Spielräume im rechtlich festgelegten städtebaulichen Rahmen sind. Schubert versichert in diesem Zusammenhang übrigens, dass DC Commercial und DC Values die Sache bis zur Eröffnung durchziehen, das ist auch vertraglich festgelegt. "Ein starkes Wort", findet Wetzig.

Die Hamburger investieren in Ulm 170 Millionen Euro. Baubeginn soll im Frühjahr 2016 sein, Fertigstellung zwei Jahre später, dann werden die vier einzelnen Objekte verkauft. Zuerst muss auf Grundlage der Umplanung jetzt aber der Bebauungsplan neu ausgelegt werden, dann geht es auch wieder in den Dialog mit den Bürgern.

 

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