Die Panda Bar in Ulm bleibt zu
Ulm. Seit drei Monaten hat die Panda Bar bereits geschlossen. Der Grund: ein fehlender Rettungsweg. Auch andere Ulmer Bars klagen über immer strengere Auflagen der Behörden. Kritik kommt auch aus dem Stadtrat.
Jetzt ist es endgültig: Die "Panda Bar" bleibt zu. Der Durchbruch ins leerstehende Nachbargebäude wurde nicht genehmigt. Der wäre aber nötig gewesen, um den von der Stadt geforderten zweiten Fluchtweg zu bauen. Roy Bichay, Mitbetreiber der Bar, versteht die Welt nicht mehr. "Wir hatten das O.K. der Feuerwehr, wir hätten auch Miete für das Treppenhaus nebenan gezahlt." Die Stadt als Eigentümer der Gebäude am Bahnhofsplatz aber sagte in letzter Minute ab: "Der Mietvertrag läuft Ende des Jahres ohnehin aus", erklärt OB Ivo Gönner auf Anfrage. "Eine so große bauliche Maßnahme hätte sich für die Betreiber nicht gelohnt."
Die Gebäude am Bahnhofsplatz – in denen auch die Panda Bar ist - sollen abgerissen werden, um der neuen Sedelhof-Passage Platz zu machen. Wann aber der Abbruch beginnt, ist noch unklar. "Das hängt vom Wettbewerb ab", sagt Gönner. Dass der Komplex so eventuell längere Zeit leer steht, was weder schön noch wirtschaftlich ist, sei Teil der Kalkulation. Das Angebot der Gastronomen, einen Räumungstitel zu unterschreiben, der der Stadt eine kurzfristige Räumung ermöglichen würde, wenn die Bauarbeiten beginnen, lehne die Stadt ab, so Gönner. "Wir haben von Anfang an das Gespräch gesucht, wir waren ja alle unerfahren", sagt Bichay. "Wir wollen die Auflagen erfüllen, aber so langsam haben wir das Gefühl, dass die Stadt uns nicht will."
Klar definiert ist: Wenn eine Lokalität Platz für mehr als 30 Gäste hat, muss es zwei bauliche Fluchtwege geben. In der Panda Bar waren an Wochenenden sicher mehr als 100 Leute gleichzeitig. Der einzige Weg nach draußen führte durch das Treppenhaus. "Die haben dort mit Leib und Leben der Leute gespielt", sagt Gönner. "Wir haben angeboten, im hinteren Teil eine Außentreppen anzubauen", entgegnet Bichay. Das sei aber aus ästhetischen Gründen abgelehnt worden.
Die sogenannte Baurechtsschau der Feuerwehr findet normalerweise etwa alle fünf Jahre statt: Rettungswege müssen frei, Wegweiser sichtbar sein. Häufiger, in jüngster Zeit anscheinend wöchentlich, kontrolliert das Ordnungsamt die Lautstärke in den Ulmer Bars und Kneipen.
Mehrere Ulmer Gastronomen klagen über die mitunter willkürlich anmutenden Prüfungen. Michael Freudenberg, Mitinhaber vom "Wilden Mann", sagt, er habe bisher nie Probleme gehabt. "Aber jetzt wurde ich fünf Freitage in Folge kontrolliert." Bemängelt werde zum Beispiel, dass er zu viele Cocktails auf der Karte hat - für Bars gibt es eine Extra-Konzession. "Man hat mir auch vorgeworfen, dass das Raucher-Schild nicht richtig angebracht sei." Dass zu später Stunde eine handvoll Gäste um die Tische herum tanzen, findet er in Ordnung. Ordnungshüter Miltz aber meint: "Er müsste die Leute daran hindern." Tanzen ist in „Schank- und Speisewirtschaften“, so heißt die Standard-Konzession, nur zwölf Mal pro Jahr erlaubt.
Auch Claudia und Daniel Zauner, Besitzer der "Zill", wundern sich über immer härtere Kontrollen der Stadt: "Wir haben vergangene Woche einen Brief bekommen, wonach die Partys aufhören müssen." Einen DJ wird es deshalb in der Eckkneipe so schnell nicht mehr geben. Gleiches in der „Gindele Lounge“: Ein DJ spielt dort regelmäßig Musik in Clublautstärke – auch das soll bald ein Ende haben.
Die Panda Bar sah sich schon länger ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt: "Es gab Hinweise von der Polizei und von anderen Diskothekenbetreibern, dass in der Panda Bar mehr los ist, als los sein dürfte", sagt Stefan Miltz vom Ordnungsamt. "In der Panda Bar stand ganz klar die Musik im Vordergrund, und dafür gab es keine Genehmigung." Im Vordergrund heißt: Die Musik vom Plattenteller war mutmaßlich der Hauptgrund, warum die Gäste kamen. Außerdem sei sie lauter gewesen als die zulässigen 70 Dezibel, sagt Miltz. Zum Vergleich: Sprechen in Zimmerlautstärke misst 60 Dezibel. Laute Musik, Diskobeleuchtung, ein DJ, junges Publikum, eine Tanzfläche - das alles seien Indizien für "regelmäßige Tanzveranstaltung oder Musikdarbietung" - und dafür bedarf es nun mal einer zusätzlichen Genehmigung, die die Panda-Wirte nicht hatten. Die wiederum winken ab: "Unsere Diskokugel ist kaputt, eine Tanzfläche gibt es nicht, wir haben nie Werbung gemacht und im hinteren Bereich des Laden war die Musik immer viel leiser- da ist nur nie jemand vom Ordnungsamt hingegangen."
Unterstützung bekommt die Panda Bar von Jung-Stadtrat Christof Nagel (CDU). „Ich bin mit dem intransparenten Verhalten der Stadtverwaltung nicht einverstanden“, sagt der 23-Jährige. „Ein halbes Jahr hat das jetzt gedauert, das war die reinste Hinhaltetaktik.“ Er vermutet, dass die Diskussionen um trinkende Jugendliche auf der Donauwiese im Frühjahr der Auslöser für die plötzliche Kontrollwut waren.
Die Gebäude am Bahnhofsplatz – in denen auch die Panda Bar ist - sollen abgerissen werden, um der neuen Sedelhof-Passage Platz zu machen. Wann aber der Abbruch beginnt, ist noch unklar. "Das hängt vom Wettbewerb ab", sagt Gönner. Dass der Komplex so eventuell längere Zeit leer steht, was weder schön noch wirtschaftlich ist, sei Teil der Kalkulation. Das Angebot der Gastronomen, einen Räumungstitel zu unterschreiben, der der Stadt eine kurzfristige Räumung ermöglichen würde, wenn die Bauarbeiten beginnen, lehne die Stadt ab, so Gönner. "Wir haben von Anfang an das Gespräch gesucht, wir waren ja alle unerfahren", sagt Bichay. "Wir wollen die Auflagen erfüllen, aber so langsam haben wir das Gefühl, dass die Stadt uns nicht will."
Klar definiert ist: Wenn eine Lokalität Platz für mehr als 30 Gäste hat, muss es zwei bauliche Fluchtwege geben. In der Panda Bar waren an Wochenenden sicher mehr als 100 Leute gleichzeitig. Der einzige Weg nach draußen führte durch das Treppenhaus. "Die haben dort mit Leib und Leben der Leute gespielt", sagt Gönner. "Wir haben angeboten, im hinteren Teil eine Außentreppen anzubauen", entgegnet Bichay. Das sei aber aus ästhetischen Gründen abgelehnt worden.
Die sogenannte Baurechtsschau der Feuerwehr findet normalerweise etwa alle fünf Jahre statt: Rettungswege müssen frei, Wegweiser sichtbar sein. Häufiger, in jüngster Zeit anscheinend wöchentlich, kontrolliert das Ordnungsamt die Lautstärke in den Ulmer Bars und Kneipen.
Mehrere Ulmer Gastronomen klagen über die mitunter willkürlich anmutenden Prüfungen. Michael Freudenberg, Mitinhaber vom "Wilden Mann", sagt, er habe bisher nie Probleme gehabt. "Aber jetzt wurde ich fünf Freitage in Folge kontrolliert." Bemängelt werde zum Beispiel, dass er zu viele Cocktails auf der Karte hat - für Bars gibt es eine Extra-Konzession. "Man hat mir auch vorgeworfen, dass das Raucher-Schild nicht richtig angebracht sei." Dass zu später Stunde eine handvoll Gäste um die Tische herum tanzen, findet er in Ordnung. Ordnungshüter Miltz aber meint: "Er müsste die Leute daran hindern." Tanzen ist in „Schank- und Speisewirtschaften“, so heißt die Standard-Konzession, nur zwölf Mal pro Jahr erlaubt.
Auch Claudia und Daniel Zauner, Besitzer der "Zill", wundern sich über immer härtere Kontrollen der Stadt: "Wir haben vergangene Woche einen Brief bekommen, wonach die Partys aufhören müssen." Einen DJ wird es deshalb in der Eckkneipe so schnell nicht mehr geben. Gleiches in der „Gindele Lounge“: Ein DJ spielt dort regelmäßig Musik in Clublautstärke – auch das soll bald ein Ende haben.
Die Panda Bar sah sich schon länger ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt: "Es gab Hinweise von der Polizei und von anderen Diskothekenbetreibern, dass in der Panda Bar mehr los ist, als los sein dürfte", sagt Stefan Miltz vom Ordnungsamt. "In der Panda Bar stand ganz klar die Musik im Vordergrund, und dafür gab es keine Genehmigung." Im Vordergrund heißt: Die Musik vom Plattenteller war mutmaßlich der Hauptgrund, warum die Gäste kamen. Außerdem sei sie lauter gewesen als die zulässigen 70 Dezibel, sagt Miltz. Zum Vergleich: Sprechen in Zimmerlautstärke misst 60 Dezibel. Laute Musik, Diskobeleuchtung, ein DJ, junges Publikum, eine Tanzfläche - das alles seien Indizien für "regelmäßige Tanzveranstaltung oder Musikdarbietung" - und dafür bedarf es nun mal einer zusätzlichen Genehmigung, die die Panda-Wirte nicht hatten. Die wiederum winken ab: "Unsere Diskokugel ist kaputt, eine Tanzfläche gibt es nicht, wir haben nie Werbung gemacht und im hinteren Bereich des Laden war die Musik immer viel leiser- da ist nur nie jemand vom Ordnungsamt hingegangen."
Unterstützung bekommt die Panda Bar von Jung-Stadtrat Christof Nagel (CDU). „Ich bin mit dem intransparenten Verhalten der Stadtverwaltung nicht einverstanden“, sagt der 23-Jährige. „Ein halbes Jahr hat das jetzt gedauert, das war die reinste Hinhaltetaktik.“ Er vermutet, dass die Diskussionen um trinkende Jugendliche auf der Donauwiese im Frühjahr der Auslöser für die plötzliche Kontrollwut waren.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: DANA HOFFMANN | 02.09.2011
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Transporter rast mit hohem Tempo auf Wohnmobil
Langenau Noch unklar ist die Ursache für einen schweren Auffahrunfall am Donnerstag auf der Autobahn 7 bei Langenau, bei dem ein Transporter mit extrem hohem Tempo auf ein Wohnmobil auffuhr. Drei Menschen wurden dabei schwer verletzt, eine Katze wird vermisst.... mehr
Schwerer Vorfahrtunfall auf neuer Kreuzung bei Brenz
Weil eine Autofahrerin die Vorfahrt nicht beachtete, kam es am Dienstag zu einem verheerenden Unfall auf der neuen Bundesstraße 492: Die Unfallverursacherin wurde lebensgefährlich verletzt.... mehr
Schulbus durchbricht Leitplanke und kippt um
Burgrieden/Rot Der Fahrer eines mit elf Schülern besetzten Schulbuses ist am Donnerstagmittag von der Straße abgekommen, durch eine Leitplanke gebrochen und anschließend im Graben auf die Seite gekippt. Ein Großaufgebot an örtlichen und überregionalen Kräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste zum Einsatz anrücken.... mehr
Ruf nach Heim ohne Waffen - Memminger Schütze knackte gesicherten Tresorraum seines Vaters
Memmingen/Stuttgart Nach dem Memminger Amok-Alarm fordern Grüne und Opferverbände ein schärferes Waffenrecht. Der 14-Jährige hatte Waffen des Vaters entwendet.... mehr
Fremde Feder - Hans Küng: Papst provoziert Ungehorsam
Auf dem alternativen wie auf dem offiziellen Katholikentag in Mannheim herrschten allgemein Unmut und Frustration über die Verschleppung innerkirchlicher Reformen. Im scharfen Kontrast dazu bereitet Papst Benedikt XVI. für Pfingsten offensichtlich die definitive Versöhnung der katholischen Amtskirche mit den traditionalistischen Piusbrüdern, deren Bischöfen und Priestern vor.... mehr

ZURÜCK
Kommentare (76)
ulm schafft sich selbst und seine jugendkultur ab! was soll das?!
ganz ehrlich, liebes ulm... mit sowas ruiniert ihr euren ruf bei jungen leuten! die panda bar war ein lichtblick und mal was ganz anderes. leute aus allen kreisen kamen dort zusammen und haben sich angefreundet: studenten, arbeitende, schüler... die bar war einmalig und ich hoffe ihr seht ein, dass ihr dadurch der jugendkultur in ulm nen riesen abbruch getan habt... deswegen bitte: lasst uns die panda bar! =(was soll das
ganz ehrlich, liebes ulm... mit sowas ruiniert ihr euren ruf bei jungen leuten! die panda bar war ein lichtblick und mal was ganz anderes. leute aus allen kreisen kamen dort zusammen und haben sich angefreundet: studenten, arbeitende, schüler... die bar war einmalig und ich hoffe ihr seht ein, dass ihr dadurch der jugendkultur in ulm nen riesen abbruch getan habt... deswegen bitte: lasst uns die panda bar! =(Von Saubermännern und Bürgerschreck
kann man nicht mit 1000 Zeichen schreiben.http://gruhl.wordpress.com/