Die Oberschwaben-Connection
Ulm. Eine Ausstellung im Stadthaus zeigt jetzt vier Städte auf dem "Weg in die Moderne". Groß war schon die gemeinsame Vergangenheit.
Der 4. Juli ist ein geschichtsträchtiger Tag. Vom 4. Juli 1776 datiert die amerikanische Unabhängigkeitserklärung, eines der dollsten Dokumente zur Gründung eines demokratischen Staatenbunds. 13 Kolonien verbündeten sich damals gegen den König von England. Der 4. Juli hat aber noch eine 400 Jahre ältere Geschichte. Vom 4. Juli 1376 datiert die Unabhängigkeitserklärung des Schwäbischen Städtebunds. 14 Städte verbündeten sich damals gegen Kaiser Karl IV., später kamen noch mal 12 dazu.
Mit dabei unter den 14 Eiligen waren Leutkirch, Ravensburg, Buchhorn, also das spätere Friedrichshafen, und Ulm, das diesen Schwäbischen Städtebund anführen sollte. Alle viere waren sie Freie Reichsstädte, die für ihre Freiheit stritten. Alle viere machen nun wieder gemeinsame Sache mit einer Ausstellung, die am 21. März im Ulmer Stadthaus eröffnet wird, Titel just zu Frühlingsanfang: "Der Weg in die Moderne." Anlass: Alle viere kamen vor 200 Jahren zu Württemberg.
Was nicht heißt, dass zwischenzeitlich überhaupt keine Beziehungen mehr bestanden. Nach der Blütezeit des Städtebundes war es später der Schwäbische Bund, der alle viere verband. Ulm trat dabei als Sprecher für Städte wie Ravensburg und Buchhorn auf. Als die Reichsstädte dann gemeinsam dahinsiechten, kamen sie 1802 alle viere gemeinsam zunächst zu Bayern.
Das wurde vor acht Jahren in der Ausstellung "Kronenwechsel" dargestellt. Schon damals machten Ulm und Ravensburg und Friedrichshafen mit, wie überhaupt ein ständiger Austausch auf Ebene der Stadtarchive besteht. Aber nicht nur Archivdirektor Michael Wettengel, auch Chef der Etikette Alois Schnizler verliert Leutkirch, Ravensburg, Friedrichshafen nicht aus den Augen: Jahr für Jahr lädt er deren Oberbürgermeister zu Schwörmontag ein. Kommen sie nicht, hat Ulm als Tor nach Oberschwaben diese Städte immer noch fest nach Südsüdwest im Blick: mit der Leutkircher, der Ravensburger und der Friedrichshafener Straße in Neu-Wiblingen.
Apropos: Es ist der selbe König Friedrich, der 1811 in Ulm die Friedrichsau und am Bodensee die Stadt Friedrichshafen aus der Taufe gehoben hat. Keine Ahnung, was damals in den USA los war.
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Autor: JAKOB RESCH | 13.03.2010
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Stolze USA. Dabei ist ihre Unabhängigkeit ein alter Hut. Viel früher waren die schwäbischen Städte dran. Foto: dpa
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