Die Multi-Halle - ein Wagnis Zukunft

Neu-Ulm/Ulm.  "Sie wird unsere Position zwischen den Metropolen Stuttgart und München weiter stärken." Sagt der Neu-Ulmer OB Noerenberg über die Multifunktionshalle Ulm/Neu-Ulm. Gestern war Spatenstich im Regen.

Welche Symbolik: Schlag 16 Uhr begann es in Strömen zu regnen. Die Feier anlässlich des Spatenstichs für die Multifunktionshalle Ulm/Neu-Ulm auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz fand daher zwar nicht im Saale statt, aber im Gastrozelt, das die bauausführende Firma Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz in diesem Sauwetter-Mai vorsichtshalber aufgebaut hatte. Meteorologisch stand der Baustart am neuen gemeinsamen Millionenprojekt beider Städte also nicht gerade unter einem glücklichen Stern.



Andererseits: Die Spatenstiche, von denen sich dann draußen die beiden Oberbürgermeister sowie Bögl-Geschäftsführer Gerhard Hupfer und -Projektleiter Hermann Weinhauser am aufgeschütteten Sandhaufen auch im Regen nicht abhalten ließen, erfolgten am 19. Mai. Und das ist nicht nur der Geburtstag Gerold Noerenbergs - gestern war sein 53. -, sondern auch der Namenstag seines Ulmer Amtskollegen Ivo Gönner. Ein Festtag für beide also. Sie sind im Grunde genommen die verantwortlichen Bauherren, handelt es sich doch um ein kommunales Projekt, das ein und der selbe Private - eben Bögl - baut und später mindestens 20 Jahre lang mit der Erfahrung aus anderen Arenen wie in Nürnberg betreibt.

Dies wird von Dezember kommenden Jahres an der Fall sein, denn der ehrgeizige Terminplan mit Fertigstellung Ende 2011 werde eingehalten, versprach Hupfer. Dem Publikum verhieß er einen Veranstaltungsmix mit Ereignissen aus Sport, Kultur und Unterhaltung, wie ihn die hiesige Region in Ermangelung der geeigneten Spielstätte bisher nicht kenne.

Für Noerenberg und Gönner war es gestern nicht nur ein persönlicher Fest-, sondern auch ein kommunaler Freudentag. Noerenberg: "Ulm und Neu-Ulm wagen in finanziell schwieriger Zeit die Zukunft." Eine Multifunktionsarena werde die Infrastruktur und oberzentrale Position der Doppelstadt zwischen München und Stuttgart stärken. Die Halle müsse sein, nicht nur, weil bereits 5,5 Millionen Euro ins bisherige Verfahren geflossen seien, sondern "weil es mir lieber ist, wenn Nachbarn zu uns kommen, als dass unsere Bürger zu den Nachbarn fahren müssen". Noerenberg sprach von einem denkwürdigen Tag, an dem Ulm und Neu-Ulm ein Stück gemeinsames Geschichte schrieben. Gönner blieb nur, darauf hinzuweisen, dass keine Basketballhalle entstehe, sondern eine vielfach nutzbare Arena. Ans durch Thomas Stoll und Andreas Oettel angeführte Management des Basketballs, das lange um die Halle gekämpft hatte, gewandt: "Für sportliche Leistungen können die Stadträte nicht verantwortlich gemacht werden. Die Körbe müsst ihr selber erzielen."


Kommentare (2)

25.05.2010 12:16 Uhr |   unbekannt

Ludwigburger Hallenbetreiber entlässt Personal...

Dass diese Halle unseren finanziellen Spielraum einschränken wird, sei nun dahin gestellt. Sie kommt.

Was mich nur etwas unruhig macht, ist das die "ähnliche Halle" in Ludwigsburg offensichtlich schon nach wenigen Monaten finanzielle Probleme hat. Vielleicht kann die SWP mal darüber berichten.

Die Angestellten werden entlassen, man munkelt bereits von Konkurs und Veranstaltungen sind rar. Wer Private-Public-Partnership hochjubelt, muss einsehen, dass dieser Weg oft das bedeutet:, Die Privaten streichen eventuelle Gewinne ein - das Risko hat die Öffentlichkeit.
Möge uns das in Ulm-Neu-Ulm erspart bleiben.
20.05.2010 11:43 Uhr |   Falco

Glück auf dem Hallenbau !

Die Region freut sich auf die Halle. Das Wort "Metropole zwischen Stuttgart und München" vom Neu-Ulmer Oberbürgermeister scheint mir allerdings etwas überzogen. Augsburg ist auch noch da und hat auch sein Einzugsgebiet.

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Autor: HANS-ULI THIERER | 20.05.2010

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