Die Donau als Gleichnis
Ulm. Die "Donau-Friedenswelle" der evangelischen Landeskirchen wurde gestern in Ulm losgeschickt. Landesbischof Frank O. July predigte im Münster.
"Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." Diese Botschaft des Propheten Amos war gestern das Thema bei einer Theaterszene mit drei Schafhirten, die den mutigsten Hirten darin bestärkten, dem König sehr wohl zu sagen, dass die Untertanen seine "religiöse Heuchelei widerlich finden".
Landesbischof Frank O. July erinnerte in seiner Predigt an Streitigkeiten und "grauenhafte Gewaltexzesse", die es seit 2001 auf der Welt immer wieder gegeben habe. Und das, obwohl der Ökumenische Rat der Kirchen vor zehn Jahren in etwa 120 Ländern auf allen Kontinenten die "Dekade zur Überwindung von Gewalt" ins Leben gerufen hatte.
Zum Abschluss soll deshalb die "Donau-Friedenswelle" den Aufruf zu mehr Gerechtigkeit von der Quelle bis zur Mündung tragen. Sechs Kirchen in verschiedenen Donauländern sind daran beteiligt. Gestern zum Auftakt im Münster war die Donau für Bischof July deshalb ein Gleichnis. Bloß bleibe die Frage, wo solle man anfangen mit der Debatte um Gerechtigkeit und wo enden? Auch an der Donau habe es unter den Menschen viel Streit gegeben. Nun sei es wichtig, "dass die Völker zusammenwachsen". Doch schon gebe es neue Probleme, wie die Abschiebung französischer Roma-Grupppen nach Rumänien, "die gleichsam so entsorgt werden".
Dass der Frieden beim Einzelnen beginnt, wie er zu seinem Nächsten steht, das zeigten im Münster auch die Gast-Folkloremusiker und -tänzer aus Budapest oder der Studentenchor aus Jena. Und im Gästebuch zur Kunstinstallation "Donau-Verpflechtungen" im Münster steht geschrieben: "Lass die Welt friedlich werden in allen Ländern".
Diese Donauwelle schwappte nach dem Gottesdienst auch noch etwas in den Prälatengarten an der Adlerbastei. Dort wurden beim Sektempfang 200 Jahre Prälatur Ulm (wir berichteten) gefeiert. Und nebenbei feierte Prälatin Gabriele Wulz ihren 51. Geburtstag.
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Autor: CAROLIN STÜWE | 06.09.2010
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Münster-Gottesdienst mit Folkloretänzern und Landesbischof Frank July (hinten links). Foto: Sophie Krauss
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