Die Arena ist beantragt
Ulm/Neu-Ulm. Der Bauantrag ist gestellt: Die Firmengruppe Bögl baut bis Ende 2011 eine Multifunktionshalle für Ulm/Neu-Ulm. Die Stadtpolitik müht sich um Interessenten - und einen Sponsor, der der Arena den Namen gibt.
"Das muss denen zuerst mal einer nachmachen." Respekt spricht aus den Worten des Ulmer Finanzbürgermeisters Gunter Czisch, der in diesem Fall als einer der beiden Geschäftsführer der Multifunktionshalle GmbH (MFH) das Wort erhebt; der andere ist Berthold Stier, Kämmerer der Stadt Neu-Ulm. Mit "denen" meint Czisch die Firmengruppe Max Bögl, die Partner der Städte bei der Realisierung einer Multifunktionshalle auf dem Neu-Ulmer Volksfestplatz ist.
Ende Januar haben das Unternehmen und die Städte die Verträge über Bau und Betrieb dieses Sport-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Kulturtempels geschlossen. Gestern bereits waren die Unterlagen für den Bauantrag fertiggestellt und eingereicht bei der Stadt Neu-Ulm. Auf ihrer Markung entsteht das 27,6 Millionen Euro teure Projekt, sie hat also die Planungshoheit. Baubeginn soll gleich nach Abschluss des Neu-Ulmer Volksfestes sein, das am 9. Mai endet und dessen Zukunft in den Sternen steht. In gut eineinhalb Jahren möchte Bögl die Veranstaltungsarena fertig stellen, als Eröffnungstermin steht schon jetzt der Nikolaustag 2011 fest.
Welchen Namen die neue Veranstaltungshalle an diesem 6. Dezember tragen wird, ist offen. Er soll in den kommenden Monaten gefunden werden im Rahmen von Gesprächszirkeln, die Czisch derzeit initiiert. Er möchte mit dem Bögl-Management, das Erfahrung aus dem Betrieb anderer Hallen, Sportstätten und Stadien mit an die Donau bringt, Veranstalter und Interessenten schon frühzeitig gewinnen, das neue Hallenangebot zu nutzen.
Gleichzeitig hofft Czisch, dass sich aus den Reihen der regionalen Wirtschaft ein potenter Namensgeber für Multihalle findet - so, wie dies andernorts der Fall ist; in Ludwigsburg ist der Energiekonzern EnBW Namenspatron, in Bamberg der Sportartikelhersteller Jako, um zwei Beispiele zu nennen. Von der "Gold-Ochsen-Arena" war bereits öffentlich die Rede. Czisch ist auch dabei, bei Brauerei-Chefin Ulrike Freund zu eruieren, ob Gold Ochsen Sponsoren-Interesse hat.
Eines ist für die MFH-Geschäftsführer klar: "Die Halle wird bisher öffentlich als Basketballarena wahrgenommen. Das muss auf eine breitere Basis." Diese Ansicht teilen nicht zuletzt die Verantwortlichen des Ulmer Basketballs selber. Zitat aus "Orange Zone", dem zu dieser Saison neu kreierten Zentralorgan des Ulmer Basketballs: "Halle-luja: Multifunktionalität ist Programm. Mobile Tribünen machen eine vielfältige Nutzung mit unterschiedlichsten Kapazitäten möglich." Außer dem Sport finde auch die Kultur Bühnen: mit Popkonzerten, TV-Shows, Banketten. Oder Messen.
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Autor: HANS-ULI THIERER | 12.03.2010
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Kommentare (2)
Warum Sponsor?
Warum muss die Halle denn eigentlich unbedingt einen "Sponsor" als Namenspatron haben? Muss die Kommerz-Gier denn wirklich derart grenzenlos sein?Warum kann die Halle nicht einfach "Ulm-Arena" heißen? Oder nach einer bedeutenden Persönlichkeit der Ulmer-/Neu-Ulmer Stadtgeschichte?
Sponsor im Interesse der Bürger!
Ein Sponsor zur Mitfinanzierung der Halle ist im Interesse der Steuerzahler, gerade in Zeiten knapper Kommunalfinanzen.Was andere Städte mit Erfolg betreiben sollte auch in Ulm/Neu-Ulm möglich sein werden.
Wir sollten stolz auf unsere erfolgreichen Wirtschaftsunternehmen sein, ihr Erfolg nützt doch den beiden Städten.