Des Beziehungsabends zweiter Teil im Theater Neu-Ulm

Ihren Abend "Liebe und andre Katastrofen" spielten Claudia Riese und Heinz Koch jahrelang erfolgreich. Jetzt haben sie den Beziehungsabend fortgeschrieben: "Liebe und andre Katastrofen für Fortgeschrittene".

CHRISTOPH A. |

Heiter, nachdenklich und absurd. Mit diesen drei Schlagworten kann man die Premiere von "Liebe und andere Katastrofen für Fortgeschrittene" im Theater Neu-Ulm trefflich umschreiben. In dem überwiegend selbstverfassten Stück geht es um das von Missverständnissen geprägte Verhältnis der Geschlechter zueinander und die kleinen alltäglichen Katastrophen, die bisweilen gar auf den Friedhof führen - eben vertiefte Gender Studies!

Das Unheil nimmt seinen Anfang schon bei der Banalität des gemeinsamen Schuhkaufs. Geradezu genötigt wird Biedermann Karl-Heinz zu einer Aussage über die neuen Schuhe der Gattin. Wie unentschieden Frauen in ihren Ansprüchen sind, darüber debattiert die sexy Bardame mit dem Tresengast. Er wirft der Holden eine Unmöglichkeit vor, nämlich die Quadratur des Kreises zu wollen: "Bruce Willis und Orlando Bloom" müsse der Mann zugleich sein. Unsinn sei das, die Ansprüche sinken doch mit jeder Lebensdekade. Mit 20 zähle noch das Aussehen, mit 70 nur noch, ob er noch selbstständig atme.

Etwas aus dem großen Zusammenhang fällt der Auftritt des Hauptmanns, der sich im Kasernenhofton über aktuelle Tagespolitik auslässt. Koch verkörpert den zackigen Militär durchaus gelungen, aber der Übergang zum Kampf der Geschlechter gerät ein wenig holprig. Stimmiger ist da die schwäbische Hausfrau Luisa Häberle, die bereits drei Ehemänner unter die Erde gebracht hat und plötzlich das Kuschelhormon Oxytocin entdeckt.

Ja, einfach haben es Frauen und Männer nie miteinander, aber Koch und Riese machen es dem Zuschauer mit der Fortsetzung ihres Comedy-Klassikers zumindest leicht, unterhalten zu werden.

Kurzweilig und heiter sind die Sketche, die gerade ältere und erfahrene Paare mitten im Leben abholen. Nachdenklich wird es immer dann, wenn einer der beiden allein auf der Bühne ist. Dazwischen singt Johnny Warrior Liebeslieder wie Elton Johns Schmonzette "Can You Feel The Love Tonight", was dem Ganzen noch ein Hauch Absurdität verleiht. Fazit: Gelungene Unterhaltung, die eine Paartherapie überflüssig macht.

Info Die nächsten Aufführungen: am Sonntag, 4. Oktober, und am 11. Oktober, jeweils 18 Uhr.

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