Der letzte Metaphysiker

Dieser Tage wäre er 100 Jahre alt geworden: der Philosoph Walter Schulz. Ihm zu Ehren spricht Dr. Johannes Czaja über dessen Subjektivitäts-Begriff.

RUDI KÜBLER |

Geradezu ins Schwärmen gerät Prof. Renate Breuninger, wenn es um den Tübinger Philosophen Walter Schulz (1912-2000) und dessen Werke geht. "Er war faszinierend und er ist immer noch faszinierend, weil er im nachmetaphysischen Zeitalter der letzte Metaphysiker von Rang ist", sagt die Geschäftsführerin des Humboldt-Studienzentrums für Philosophie und Geisteswissenschaften an der Uni Ulm. Soll heißen: Das Faszinosum ist, dass er die Menschen dazu bringt, über ihre Existenz in der Welt nachzudenken, über ein gelingendes Leben ebenso wie über das Böse und den Tod. Schulz, sagt Breuninger, gibt keine Antworten, "seine Philosophie stellt Fragen, beantworten muss sie jeder selber."

Dass das Humboldt-Studienzentrum des Philosophen gedenkt, kommt nicht von ungefähr. Breuninger hat den Philosophen noch selber in Tübingen gehört, wo er regelmäßig in der voll besetzten Aula las - interessant und aufschlussreich nicht nur für Philosophen, sondern für alle Fachrichtungen der Universität. Nicht zuletzt hat sie Jahre später über das Denken des ehemaligen Tübinger Ordinarius habilitiert, der am 18. November 100 Jahre alt geworden wäre.

Grund genug, ihn und sein Werk würdig zu feiern - mit einem Vortrag am Donnerstag, 15. November, für den Renate Breuninger einen profunden Schulz-Kenner gewinnen konnte: Dr. Johannes Czaja, Lektor beim Stuttgarter Klett Cotta Verlag. Er hat das Werk von Walter Schulz betreut und spricht von ihm als "wirklichen Gedankenriesen". Ihn gelte es wiederzuentdecken, sagt Czaja, "weil er wirklich bedeutend ist, während die anderen nur so getan haben, als ob sie es seien".

Info Der Vortrag "Subjektivität bei Walter Schulz" findet am Donnerstag in der Villa Eberhardt statt, Heidenheimer Straße 80, 19.30 Uhr.

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