Der 15. Drachencup

Ulm.  Zum 15. Mal fand im Zuge des Ulmer Donau-Cups der Drachencup statt. Über 30 Teams maßen sich in Regatten auf der Donau. Auch die Städte Ulm und Neu-Ulm traten gegeneinander an - Ulm gewann 2:0.

"Wir paddeln, wir rudern nicht!" Der Satz fiel am Wochenende auf dem Donau-Cup des öfteren, wenn die Drachenbootfahrer ihren Sport erklärten. Die Verwirrung könnte indes daran liegen, dass Ruder- und Drachencup als Donau-Cup gemeinsam stattfanden - der Drachencup zum 15. Mal.

Die Teams wechselten sich am Samstag und Sonntag auf der Donau ab, wobei bei den Ruderern der Sport, bei den über 30 Drachenteams auch der Spaß im Vordergrund stand. Was aber nicht heißt, dass sie das Ganze nicht ernst nehmen. "Man hat schon seine Ansprüche", sagt Lakis Mitikidis, der im Team "Setrachen" von Evobus mitpaddelt.

Ein wenig enttäuscht ist er über den 6. Platz beim 250-Meter-Rennen am Samstag. "Sonst waren wir immer im Finale." Die "Setrachen" starteten bereits zum 7. Mal beim Drachencup. In diesem Jahr ist aber die Hälfte der 20 Evobus-Mitarbeiter neu im Team. Daher haperte es wohl noch etwas an der Technik. Auf die komme es an, meint Mitikidis. Alle 20 müssen gleichzeitig ins Wasser einstechen und das Paddel kraftvoll zurückziehen, und zwar im Takt, den der Trommler vorne im Boot vorgibt. Gar nicht so einfach, sagt Andrea Gabrys, die zum ersten Mal dabei ist. "Aber der Teamgeist ist toll." Wie zur Bestätigung heben alle ihre Bierkrüge und lassen den Schlachtruf ertönen: "Setrachen, Setrachen - ho, ho, ho."

Im nächsten Jahr will Gabrys wieder mitmachen, im Herbst steht das erste Training an. Viele machen im Winter außerdem Krafttraining. Denn zum Paddeln braucht man Muckis. "Ich habe rechts um einiges mehr als links", sagt Gabrys und spannt ihre Oberarm-Muskeln an. An Kondition mangelt es ihr nicht, die 2000 Meter, die am Sonntag anstanden, fielen ihr leichter als der Sprint, bei dem es vor allem auf die Technik ankommt. Der 3. Platz in dieser Disziplin tröstet die "Setrachen" denn auch über die "Niederlage" vom Samstag hinweg.

Am Sonntag standen außerdem die Städterennen auf dem Programm. Ulm und Neu-Ulm maßen sich auf 250 Metern, vertreten durch Mitarbeiter der Stadtverwaltungen. Den Neu-Ulmer Herren gab OB Gerold Noerenberg höchstpersönlich den Paddel-Takt vor. Dennoch zog das Ulmer Team nach anfänglichem Gleichstand souverän an den Neu-Ulmern vorbei.

Ob es daran lag, dass sie eine Sportlerin an der Trommel hatten? Hanni Zehendner, Stadträtin (FWG) und Marathonläuferin, hatte zuvor schon die Mitarbeiterinnen der Ulmer Stadtverwaltung in den Sieg getrommelt - gegen das Neu-Ulmer Team unter Stadträtin Christa Wanke (CSU). Damit stand es 2:0 für Ulm, das die Zahl seiner Siege auf 20 erhöhen konnte. Die Neu-Ulmer, die insgesamt nur 9 Siege verbuchen können, trugens mit Fassung. Hauptsache war schließlich, den Ulmer und Neu-Ulmer Bürgern am Ufer zu zeigen: Beamte können auch sonntags arbeiten.


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Autor: YASEMIN GÜRTANYEL | 27.06.2011

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