Das Augus zieht um
Neu-Ulm. Das Neu-Ulmer Augus-Theater ist bei seiner Suche nach einem neuen Domizil fündig geworden: Heinz Koch und Claudia Riese ziehen mit ihrer Bühne nur wenige Meter weiter - an den Neu-Ulmer Petrusplatz.
Die Suche hat ein Ende. Das Augus-Theater, dessen alte Spielstätte, der Neu-Ulmer Konzertsaal, abgebrochen wird, hat ein neues Domizil gefunden, das den Wünschen der Theatermacher Heinz Koch und Claudia Riese weitgehend entspricht. Zentral in der Innenstadt sollte es liegen, Platz für bis zu 90 Besucher sowie Raum für ein Foyer mit Café und Garderoben bieten.
Fündig geworden ist das Augus-Team nur wenige Meter vom Konzertsaal entfernt, den die Bühne seit 15 Jahre bespielt: im Haus Hermann-Köhl-Straße 3, der so genannten Hieber-Passage am Petrusplatz. Dort gibt es einen leerstehenden Laden, in dem eine Filiale der Drogeriemarkt-Kette Schlecker residiert hatte. Das Ladenlokal ist 200 Quadratmeter groß - genügend Fläche, um die Bedürfnisse des Augus-Theaters abzudecken, sagt Günter Steinle, der ist nicht nur der Vermieter, sondern auch der Chef von Steinle-Wohnbau ist und der eigentlich den Konzertsaal sanieren wollte, aber dann doch nicht zum Zuge kam. "Ich habe mich hingesetzt und ein mögliches Theater entworfen, das im Laden Platz findet. Alles passt perfekt", sagt Steinle. Der große Vorteil: Im späteren Theatersaal gibt es keine sichtbehindernden Stützen. Und: Die Räume sind vier Meter hoch, die Minimalanforderung für eine ansteigende Theater-Bestuhlung.
Bevor die Bühne aber ihren Spielbetrieb am neuen Ort aufnehmen kann, müssen die Räume noch umgebaut werden. Rund 70 000 Euro veranschlagen Heinz Koch und Claudia Riese in einer ersten noch "sehr groben" Schätzung dafür. "Die Theatertechnik und auch ein Teil der Bestuhlung können wir aus dem Konzertsaal mitnehmen und wieder verwenden", sagt Koch.
Unklar ist dagegen noch, ob das Augus-Team die Räume mieten wird oder gar kauft. "Wir haben beide Optionen", sagt Koch. Fürs Mieten spricht auch, dass Günter Steinle eine relativ günstige Miete angesetzt hat. "Wir zahlen die gleiche Miete, die Steinle schon vor zehn Jahren für den Laden verlangt hat."
Fürs Kaufen sprechen die Erfahrungen, die das Augus-Team in den vergangenen 15 Jahren im Konzertsaal gemacht hat. Dort hatten die Schauspieler auch mit Hilfe der Stadt Neu-Ulm im Laufe der Jahre rund 250 000 Euro investiert, um aus dem nackten Saal ein attraktives Theater samt ansteigender Bestuhlung, Foyer und Garderobe zu machen. "Eigentlich ist der ganze Überschuss, den wir erwirtschaftet haben, ins Haus geflossen", sagt Claudia Riese. In eine Immobilie, die jetzt zum Abriss steht.
Auch wenn die Frage Miete oder Kauf noch offensteht: Die Theatermacher und Steinle sind sich handelseinig, dass die Bühne an den Petrusplatz zieht. Jetzt hoffen Riese und Koch auf die Unterstützung der Stadt. Wie die aussehen könnte, soll in der kommenden Woche bei einem Gespräch mit dem Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg geklärt werden.
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Autor: HELMUT PUSCH | 04.02.2012
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Heinz Koch und Claudia Riese werfen schon mal einen Blick in das künftige Augus-Theater in der Hieber-Passage. Foto: Volkmar Könneke
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