Da steppt der Pandabär: Cro im Roxy
Er hat es aus dem Internet auf die großen Bühnen geschafft: Cro. Beim Konzert im ausverkauften Roxy sang der Stuttgarter Rapper vor rund 1200 Fans - wie immer mit einer Pandamaske vor dem Gesicht.
Autor: LENA HERRMANN |Der weiße Vorhang auf der großen Bühne öffnet sich: Ohrenbetäubendes Kreischen erfüllt den Raum. Für rund 1200 Fans gibt es im ausverkauften Ulmer Roxy kein Halten mehr. Das größtenteils weibliche Publikum stellt sich verzweifelt auf die Zehenspitzen, um einen Blick auf die Gestalt zu erhaschen, die gerade im lockeren Muskelshirt auf der Bühne zu rappen beginnt. Sein Gesicht versteckt der junge Mann dabei lieber hinter einem niedlichen Pandakopf und singt munter: "Wer ist der Typ mit der Maske?" Keine Frage, es gibt nur einen deutschen Rapper, um den es sich hier handeln kann: Cro.
Hatte schon das Biberacher Hip-Hop-Duo "Sam" als Vorband einen guten Start hingelegt, rastete das Publikum, das vor allem aus Teenagern bestand, bei Cro völlig aus. "Besser kann die Stimmung ja gar nicht sein", meinte der Stuttgarter denn auch und erntete dafür zustimmendes Geschrei. "Und kann es sein, dass heute Abend ziemlich viele Mädels da sind?" Noch lauteres Geschrei. Über eineinhalb Stunden Cros Lieder mitsingen? Kein Problem für die Fans im Roxy.
Seine Musik nennt Cro "Raop", also eine Mischung aus Rapp und Pop, die vor allem eines verbreitet: gute Laune. Mit warmer Stimme sang der Stuttgarter im Roxy, was das Zeug hielt. Im Gepäck hatte er dabei sein aktuelles Album "Raop", das es in Deutschland und Österreich schon auf Platz eins der Album-Charts geschafft hat. Cros Lieder handeln von Reisen, die "Einmal um die Welt" gehen, vom Alltag, der einfach nur "Easy" ist, aber auch von Frauen, die eben genau so sind wie "Du".
In seiner Show bezog der Musiker immer wieder das Publikum mit ein. So kamen die Fans Aufforderungen wie "Gebt mir ein Hallo" liebend gerne nach. Im Saal wurden die Hände in die Luft gereckt und locker zur Musik mitgewippt. Kaum einer konnte von den frechen Texten des Panda-Rappers genug bekommen. "Wer will heute Abend abgecheckt werden", wollte dieser irgendwann wissen und forderte sogleich alle auf, mal kräftig den Nachbarn zu umarmen. Im Anschluss gab es ein Lied über die Liebe und den Mut, den es braucht, jemand Fremden anzusprechen.
Auch über seine wohl eher ehemalige finanzielle Lage, "ich hab keinen Benz vor der Tür, keinen Cent für n Bier", klärte Cro das Publikum im Roxy auf, machte aber klar: "Doch ich spür, irgendwann wird das anders." Recht hat er.
Seine Songs gab der Panda-Rapper gekonnt zum Besten und war an diesem Abend eindeutig der "King of Raop". Nur zum "King der Ansagen" reichte es noch nicht ganz. Die Übergänge zwischen seinen Liedern waren meist etwas holprig, was Cro auch selber zugab.
Trotzdem wurde die Stimmung immer besser, spätestens als Cro Sprüche wie "Zerstört die Halle" oder "Wer hat Bock, sich auszuziehen" auspackte - allerdings folgenlos.
Mit Freude las der Stuttgarter seine Fanpost vor, badete anschließend mit dem Publikum eine Runde im silbernen Konfettiregen und gab zum Schluss nochmal alles.
Doch nicht nur auf der Bühne sondern auch vor der Bühne gab es Grund zum Feiern: Zufällig entdeckten zwei Mädchen im Publikum die Jungs der Vorband "Sam" und ließen sich auf deren Schultern gleich mal eine Runde durchs Roxy tragen. "Zwar kein Cro, aber auch nicht ganz schlecht", waren sich die Beiden einig.
Info Mehr Bilder zum Konzert gibt es auf www.swp.de/bilder





