Blockheizkraftwerk als Legionellen-Quelle wahrscheinlich

Ulm.  Ein Blockheizkraftwerk mit den dazugehörigen Kühltürmen im Innenhof des Telekom-Gebäudes in der Olgastraße ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Quelle für die Legionellen-Infektionen Anfang des Jahres in Ulm und Neu-Ulm.

Nachdem die SÜDWEST PRESSE den Legionellen-Herd am späten Mitwoch öffentlich gemacht hatte, äußerte sich am Donnerstag die „Strabag Property and Facility Services“, die die Immobilie in der Olgastraße als eine Art Generalhausmeister betreibt, aber nicht deren Eigner ist, zu den Vorwürfen.

Die betroffene Anlage habe sich bis zu ihrer Abschaltung im Januar 2010 im Testbetrieb befunden, sagt Strabag-Pressesprecherin Gabriele Renard. Das Blockheizkraftwerk samt der Kühltürme, in denen die Legionellen gefunden worden waren, sei im vergangenen Jahr neu eingebaut worden, bestätigte sie. „Bis jetzt ist die Anlage aber noch nicht in die Betriebsverantwortung der Strabag Property and Facility Services als Auftraggeberin übergegangen“, so Renard.

Der Pressesprecherin zufolge wurde die Anlage im September 2009 von einem Generalunternehmer eingebaut und in Betrieb genommen. Sie sei seither aber nur probeweise gelaufen. Erst nach einer endgültigen Abnahme wäre die Anlage an die „Power and Air Solutions“, eine hundertprozentige Tochter der Telekom, übergegangen. Sobald die Untersuchungen zu dem Fall abgeschlossen seien, werde man detaillierter Stellung beziehen, sagte Renard. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung.“

Die Verantwortung für die Anlage liegt demnach noch bei dem mit dem Einbau beaufragten Generalunternehmer. Wie die Pressesprecherin des Strabag-Dachkonzerns in Wien, Diana Klein, auf Anfrage mitteilte, handelt es sich dabei um die Firma „Kuhnert Haustechnik“ mit Sitz im sächsischen Gottschdorf, südwestlich von Hoyerswerda. Von diesem Unternehmen war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. „Wir äußern uns nicht“, sagte ein Mitglied der Geschäftsleitung.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Ulm bestätigt, dass sie Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Verursacher der Legionelleninfektion eingeleitet hat. Es gelte nun allerdings herauszufinden, ob der Betreiber der Anlage einen schuldhaften Fehler begangen habe, sagte Sprecher Micael Bischofberger. Es könne durchaus sein, dass die Anlage korrekt betrieben worden sei. Falls ein Verschulden nachweisbar sei, werde wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger Tötung ermittelt.

Die Legionellen-Infektion in Ulm und Neu-Ulm hatte Anfang Januar fünf Todesopfer gefordert. 64 Menschen mussten wegen schweren Lungenentzündungen in Krankenhäusern behandelt werden. Drei Patienten liegen nach wie vor in der Ulmer Uni-Klinik.


Kommentare (4)

04.02.2010 23:00 Uhr |   Knoxville

danke herr wassermann

soddemann verbreitet seinen unsinn seit jahren (immer wenn es irgendwo um legionellen geht), dabei weiß jeder, der auch nur halbwegs mit mikrobiologie zu tun hat, dass er völlig unqualifiziert ist. einfach nicht ernst nehmen und ignorieren.

was das problem ulm angeht: in fachkreisen ist schon länger bekannt, dass nasskühltürme problematisch sind und sehr regelmäßig überwacht werden müssen. da wird leider häufig geschlampt. keine mikrobiologische überwachung oder zu selten, und keine überwachung der bioziddosierung. das sollte unbedingt geregelt werden, weil im ausland gab es derartige ausbrüche schon öfter (frankreich, spanien) und auch bei uns können die jederzeit wieder auftreten.
04.02.2010 16:23 Uhr |   Wassermann73

völlig unqualifizierte Kommentare

Hier muss ich rn2099 vollumfänglich Recht geben. Herr Soddemann, die Kommentare, die Sie im gesamten www zu nahezu allen Veröffentlichungen mit Bezug auf Legionellen hinterlassen sind fachlich höchst unqualifiziert und irreführend. Ich unterstelle mal ein erhöhtes Vertriebsinteresse an Ultrafiltrationsanlagen bei Ihnen. Einen anderen logischen Hintergrund kann dieses Verhalten kaum haben. Warum beschäftigen Sie sich in Ihrer reichlich bemessenen Freizeit als Pensionär nicht mit Themen, in denen Sie sich auskennen? Personalwesen zum Beispiel... Von Trinkwasser und Mikrobiologie scheinen Sie jedenfalls entweder keinerlei Ahnung zu haben oder Sie führen die Leser absichtlich in die Irre. Was soll diese Hetzjagt auf Verbände und Wasserversorger ansonsten für einen Hintergrund haben? Reichen Ihnen die bisherigen Abmahnungen usw. denn noch immer nicht?
04.02.2010 14:54 Uhr |   wilfriedsoddemann

Schwachsinn

Die Legionellen kommen immer mit dem Trinkwasser.

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Autor: CHRISTOPH MAYER | 04.02.2010

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