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Blaubeurer Straße: Vermieter will Bordell kündigen - bisher vergebens

Der „Lustpark“ an der Blaubeurer Straße macht derzeit nicht nur der Polizei zu schaffen, sondern auch einem Vermieter des auf zwei Gebäude aufgeteilten Bordells. Seit Monaten scheitern seine Räumungsklagen.

HANS-ULI MAYER | 7 Meinungen

Schon seit Ende der 70er Jahre gibt es an der Blaubeurer Straße stadtauswärts das Eros-Center. Direkt gegenüber wird stadteinwärts in zwei getrennten Häusern mit den Hausnummern 65 und 69 unter dem Namen Lustpark ebenfalls ein Bordell betrieben – aufgeteilt auf zwei voneinander getrennte Häuser, die auch noch zwei verschiedenen Eigentümern gehören.

Einer davon ist Jürgen D., der moralisch nichts gegen ein Bordell in seinem Eigentum einzuwenden hat. Schon vor sechs Jahren hat er sein Elternhaus mit der Hausnummer 69 entsprechend verpachtet, jetzt aber will er den Mieter loswerden, mit dem er erst im Sommer 2010 einen Fünfjahresvertrag abgeschlossen hat. Nicht zuletzt der dauerhafte Ärger mit der rockerähnlichen Gruppe Black Jackets hat ihn eine fristlose Kündigung aussprechen lassen, mit seinen Räumungsklagen kommt er aber nicht durch. Das Gewerberecht bremst ihn aus.

„Die machen in dem Haus was sie wollen“, schimpft er über die Betreiber des Freudenhauses. Bauliche Veränderungen, Schlösser und Ketten hätten sie angebracht. „An der Treppe in den zweiten Stock hängt eine Kette mit einem Schild ’Beware of Dog’. Als ich einmal hoch wollte, haben sie mich rausgeworfen und Hausverbot erteilt“, schilderte er die Situation. Als die Polizeiaktionen losgingen mit Razzia und Schlägereien auf offener Straße (wir berichteten) hat er die Kündigung ausgesprochen, ohne allerdings etwas zu erreichen. Die folgende Räumungsklage muss er nämlich nicht nur gegen den Mieter – ein inzwischen mit unbekanntem Ziel in die Türkei verzogener Mann aus Aalen – durchsetzen, sondern auch gegen die Betreiber des Bordellbetriebs. Und das ist das Problem.

Denn hat der Vermieter seine Klage auch auf den Betreiber ausweiten können, wird der kurzerhand ausgetauscht und ein neuer angemeldet. Inzwischen wechseln die alle paar Wochen und kurz bevor es zum Gerichtstermin kommt, gibt es einen neuen Bordellbetreiber – und der Weg der Klageerweiterung beginnt von vorne. Schon über ein Jahr ist Jürgen D. nicht mehr im II. Stock seines Hauses gewesen, in dem nach seiner Beschreibung mehrere Männer mit glatt geschorenen Köpfen und schwarzen Bomberjacken der Black Jackets wohnen.

„Ich weiß definitiv von nichts. Ich weiß nur, dass ich die loswerden will.“ Doch der Wunsch des Vermieters ist mit Schwierigkeiten behaftet. Erst am 15. März ist wieder ein Gerichtstermin geplatzt und auf Mitte Juni verschoben werden. Diesmal aber aus „dienstlichen Gründen“ des Gerichts, wie der Rechtsanwalt des Hauseigentümers sagt. Offenbar hat ein Richterwechsel zu der erneuten Verlegung geführt. Für Jürgen D. heißt das freilich, weitere drei Monate warten zu müssen, zumal auch die Miete meist nicht pünktlich bezahlt wird.

Derweil macht sich der Eigentümer des Hauses Blaubeurer Straße 65 – eine eingesessene Ulmer Handwerksfamilie – weniger Gedanken um sein Eigentum. Er hat das Areal an einen Spielhallenbetreiber aus Bad Grönenbach verpachtet, der im hinteren Teil ein Casino betreibt und die übrigen Räume auch an den untergetauchten Türken vermietet. Auch er klagt über unpünktliche Mieten – rechtliche Schritte will er aber nicht unternehmen.

Beim Ulmer Gewerbeamt gibt man sich indes machtlos. Eine Anmeldung kostet lediglich 30 Euro, erfordert aber keinerlei Nachweise. „Wir können die gar nicht ablehnen“, sagt ein Sprecher. Eine eventuelle Unzuverlässigkeit könne allenfalls aus strafrechtlichen Gründen oder etwa wegen Steuerrückständen erfolgen. Aber auch das Amt hat dasselbe Problem wie Jürgen D.. Entzieht es einem Betreiber das Bordell-Gewerbe, meldet es einfach ein anderer wieder an.

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7 Kommentare

03.04.2013 22:06 Uhr

Dieser Abschaum des Rotlichtgewerbes

passt irgendwie nicht zwischen Aldi, Praktiker, Bauhaus & Co. Renomierter Handel neben Gunstgewerbe, man möchte sich wünschen, dass diese Häuser bald durch den Abrissbagger eine Hudligung erfahren.

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03.04.2013 23:29 Uhr

Passt doch!

Mutti geht einkaufen und der Herr Papa in den Puff.
Oder der Papa geht nur mal schnell zum Einkaufen und macht noch einen "Abstecher".
Erst die Kunden machen diese Entwicklung in der Blaubeurer Straße möglich.
Interessanter ist doch die Frage, wer mehr Steuern zahlt. Aldi oder die Bordelle?
Wie viel bringt denn das Rotlichtgewerbe in die Stadtkasse?

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03.04.2013 15:41 Uhr

@ Spötter

LIeber Herr Spötter,

ich stimme Ihnen zwar nicht immer zu, hier aber kann ich nur sagen: Ja, Sie haben wieder einmal Recht.

Leider.

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03.04.2013 09:46 Uhr

Blaubeurer Straße ist Gewerbegebiet

Machen wir uns doch nichts vor. Das älteste Gewerbe der Welt hat die Blaubeurer Straße fest im Griff. Rotlicht , wohin das Auge blickt. Doch die Damen warten ja nicht aus Langeweile in diesen Häusern. Der Bedarf für die Dienstleistung und das notwendige Kapital ist da. Moralische Bedenken sind da völlig fehl am Platz.
Rigorose Kontrolle der Behörden und regelmäßige Besuche des Zolls zur Kontrolle der Arbeitserlaubnis bringen da eher Ordnung und gesellschaftlich akzeptierte Regeln ins Gewerbe.
Dass das Rotlicht-Gewerbe meist sehr gute Rechtsanwälte beschäftigt und damit erst die im Artikel beschriebenen Winkelzüge ermöglicht, sollte doch allgemein bekannt sein. Und wenn die legale Schiene nicht funktioniert, kommt die illegale Variante. Das kann eine Privatperson, z.B. ein Vermieter, nicht ohne Schutz durch die Behörden gesund überstehen.
Wenn sich also etwas an den Zuständen ändern soll, ist eine offene Kooperation aller Behörden mit den Immobilienbesitzern notwendig.

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03.04.2013 00:59 Uhr

"ein inzwischen mit unbekanntem Ziel in die Türkei verzogener Mann"

"ein inzwischen mit unbekanntem Ziel in die Türkei verzogener Mann" - ja, eine sehr praktische Masche unserer Neu-Mitbürger.

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02.04.2013 18:33 Uhr

Selber Schuld wer da Geld hinbringt

Wer bei den Frauen einen Groschen lässt ist selber Schuld.
Das Finazamt sollte lieber mal kontrollieren ob die Metzen Ihre Abgeben zahlen das glaub ich nämlich weniger.
Heutzutage dürfen Frauen als Gäste in FKK Clubs und wer kontrolliert da die Abgaben
Ich denke mal niemand.
Dem Vermieter kann ich raten einfach den Strom abzustellen oder regelmässig Stinkbomben werfen im Treppenhaus.

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03.04.2013 09:00 Uhr

Antwort auf „Selber Schuld wer da Geld hinbringt”

> Dem Vermieter kann ich raten einfach den Strom abzustellen
> oder regelmässig Stinkbomben werfen im Treppenhaus.

Keine Ahnung von der deutschen Justiz? Und gegen Männer in Lederjacken auch nur mutig vor dem Bildschirm?

Damit steht er nämlich gleich selber vor Gericht z.B. wegen eines Eingriffs in einen Gewerbebetrieb, Körperverletzung etc. oder ein paar Männer in Lederjacken zeigen ihm gleich den kleinen "Krisenstab" aus Holz.

Eines ist aber sicher: Ein Bordell ist kein katholischer Kindergarten. Und: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert...

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