Beifall fürs neue Weinfest
Ulm. Es war bereits das vierte Ulmer Weinfest am südlichen Münsterplatz. Doch war es eine Premiere: Äußerlich neu gestaltet und inhaltlich neu konzipiert fand es Anklang und Zuspruch von rund 10 000 Besuchern.
Die Bilanz fällt aus wie die Wetterverhältnisse zum finalen Wochenende, die Stimmung und die meisten Weine im Angebot waren: heiter und trocken. "Kein Zoff unter Besuchern, keine Randale, keine Schlägerei, kein Ärger mit Nachbarn, aber viel Zuspruch von Gästen", konstatiert Oliver Loser zufrieden. Nicht zuletzt, so ergänzt City-Managerin Anna-Maria Dietz, seien die Stimmen völlig verstummt, die Live-Musik verlangen. Stattdessen bildeten Gespräche der Besucher den von vielen Gästen als angenehm empfundenen Klangteppich auf dem vierten Ulmer Weinfest. Dieses Wahrnehmungsvermögen deckt sich mit unseren Beobachtungen und lobenden Stimmen, die während der 18 Weindorf-Tage immer wieder zu vernehmen waren.
Loser, Chef des Gasthauses "Brezel", ist einer der vier Wirte und der zwei Caterer, die das durch neue Lauben im wahrsten Sinne des Wortes neu aufgestellte Weindorf am südlichen Münsterplatz gastronomisch bestritten haben. Christian Becker (unter anderem Stadthaus) ist ein weiterer Gastro-Unternehmer, der sich nach den 18 Weinfest-Tagen zwar nüchtern, aber ähnlich positiv äußert: Die Investition in das neue Erscheinungsbild - Gesamtaufwand an die 100 000 Euro - habe sich gelohnt. "Den Besuchern gefällt es." Becker weist auf einen besonderen Aspekt hin: Auf Wirten laste immer Konkurrenzdruck. Dennoch zeige sich im Weinfest die kraftvolle Wirkung der Kooperation. "Das neue Konzept war nur gemeinsam umzusetzen." An diesem Konzept soll, so Anna-Maria Dietz, festgehalten, aber gefeilt werden. Das heißt: Jeder Stand bietet Weine und Küchenspezialitäten aus einem speziellen Land an; Dietz und der Verein City Marketing, respektive dessen Arbeitskreis Gastronomie, koordinieren alle Aktivitäten.
Auch an Details war gedacht worden: Auf Initiative von Heiner Prüller, Mitglied des städtischen Behinderten-Arbeitskreises und Sprecher des Vereins "Gemeinsam reisen mit Behinderten", hatten sich die Veranstalter von eben jenem Verein mobile Auffahrrampen ausgeliehen. Auf diese Weise konnten auch Rollstuhlfahrer die zum Teil 15 Zentimeter hohen Schwellen zu den Lauben, die jetzt ins Winterlager gehen, bequem überwinden.
City-Managerin Dietz nennt den Platz ideal für ein Weinfest. "Die Sonnenseite des Münsters gepaart mit den Dekorationen der Stände ergeben besondere Atmosphäre." Ihren vorsichtigen Schätzungen zufolge waren 10 000 bis 12 000 Besucher auf dem Weinfest.
Trotz Lobes und Zufriedenheit beherzigen die Veranstalter das Prinzip, dass nichts so gut ist, um nicht noch besser werden zu können. Zwei Überlegungen: einheitliche Sonnenschirme ohne oder mit wenig Werbeaufdrucken und ein attraktiver gestalteter Eingang vom Münsterplatz her. "Darüber reden wir als erstes", kündigt Dietz an. Und auch 2011 ist vom 18. August bis 4. September Ulmer Weinfest.
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Autor: HANS-ULI THIERER | 07.09.2010
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So war es nicht immer, aber doch öfters auf dem diesjährigen Weinfest: Überwiegend heiter in jeder Hinsicht - und meist gut besucht. Privatfoto
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