Behörden identifizieren Legionellen-Quelle in Ulm
Ulm. Der Verursacher der Legionellen-Infektion in Ulm und Neu-Ulm steht fest. Das Konsiliarlabor für Legionellen an der Technischen Universität Dresden habe die Quelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausfindig gemacht, teilte Laborleiter Dr. Christian Lück auf Anfrage mit.
Es handelt sich demnach um einen Betrieb im Ulmer Stadtgebiet, der nicht dem produzierenden Gewerbe zuzurechnen ist.
Konkretere Angaben wollten weder Lück noch das Landtratsamt Alb-Donau machen, bei dem die federführend zuständige Gesundheitsbehörde angesiedelt ist. Am Mittwoch soll auf einer Pressekonferenz im Landratsamt das Untersuchungsergebnis im Detail bekannt gegeben werden. Den Verursacher werde man aber nicht nennen, sagte Landratsamtssprecher Bernd Weltin.
Anfang vergangener Woche waren Kühlwasserproben aus neun positiv mit Legionellen getesteten Ulmer Kühlanlagen nach Dresden geschickt worden (wir berichteten). Mit Hilfe eines mehrstufigen Typisierungsverfahrens versuchten Labormitarbeiter herauszufinden, ob es eine Übereinstimmung mit dem „genetischen Fingerabdruck“ des Erregers gibt, den Ärzte der Uni-Klinik Ulm bei einer Patientin identifiziert hatten. Dieser Nachweis ist jetzt gelungen, so dass die Proben der übrigen Anlagen als Quelle ausscheiden. Legionellen-Bakterien kommen in Nasskühlanlagen zumindest in geringerer Konzentration häufig vor.
Ob der Betriebsleitung der Prozess gemacht wird, ist offen. Man müsse denm Unternehmen auf jeden Fall schuldhaftes Versäumnis nachweisen, sagte Weltin. Die Staatsanwaltschaft Ulm wird aber auch jeden Fall ermitteln. Ein Angehöriger einer Patienten hat ankekündigt den Betrieb anzuzeigen.
Die in Deuutschland bislang beispiellose Legionellen-Infektion hatte die Städte Ulm und Neu-Ulm Anfang des Jahres in Aufruhr versetzt. Binnen weniger Tage waren fünf Menschen an der auch als Legionärskrankheit bekannten Form der Lungenentzündung gestorben. 64 Menschen wurden infiziert.
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Autor: Christoph Mayer | 02.02.2010
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Legionellen gehören zu den so genannetn Stäbchenbakterien. Archivfoto
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Kommentare (7)
Lächerlich
Ganz egal wem die Schuld zugewiesen oder nicht zugewiesen werden kann, haben die Bürger ein recht zu erfahren, wer der Verursacher war. Allerdings wenn man seinen Kopf ein wenig anstrengt: Stadtmitte, nicht produzierendes Gewerbe, Nasskühlanlage auf dem Dach. Da kommt mal das Blockheizkraftwerk, das die Strabag auf dem Gebäude Olgastraße 67 der Telekom betreibt in Frage, nicht zuletzt, da dieses Ende 2009 in Betrieb genommen und Mitte Januar wieder abgeschaltet wurde. Die Telekom gab ihren Mitarbeitern übrigens bescheid, dass Klimaanlagen im Zuge von "Sofortmaßnahmen" heruntergefahren, gereinigt und desinfiziert wurden und lüftet ihre Serverräume im Gebäude zur Zeit mit offenen Fenstern.Nachdenken
Man kann sich doch fast denken welche Firma das ist, welche massig Kühlanlagen bzw Türme haben in der "Stadtmitte". Soviel Firmen gibts doch nicht in der Stadtmitte Ulm?Unfassbar
Unfassbar !Leider geht der Schutz von wirtschaftlichen und finanziellen Interessen ein weiten Bereichen immer noch vor dem Schutz der Bürger von Leib und Leben.
Vor was haben denn die Behörden Angst, etwa dass Geschädigte möglicherweise ihre berechtigten Interessen rechtlich geltend machen könnten?
Warum sonst, soll diese Erregerquelle denn geheim gehalten werden.
Das ist natürlich in unserer dezeitigen finanziellen und wirtschaftlichen Lage völlig unzulässig!