Bauauftakt für Synagoge in Ulm

Ulm.  Der erste Spatenstich für das jüdische Gotteshaus ist getan. Auf dem Ulmer Weinhof entsteht eine Synagoge, die der 450-köpfigen Gemeinde in der Region ein religiöses und kulturelles Zentrum bieten soll.

. Das große weiße Zelt neben dem Schwörhaus hat gestern Abend nicht für alle ausgereicht, die sich im Vorfeld des Spatenstichs für die neue Ulmer Synagoge versammelt hatten. Yossi Peled, Minister ohne Aufgabenbereich, war als Vertreter der israelischen Regierung nach Ulm gekommen. Landesrabbiner Netanel Wurmser aus Stuttgart, Rabbiner Jehuda Pushkin aus München, Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus Württemberg und Baden, Ministerin Monika Stolz als Vertreterin der baden-würrtembergischen Regierung, Vertreter der Stadt Ulm und der katholischen und evangelischen Kirche.

Barbara Traub, Vorstandssprecherin der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg, erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass es der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Ignaz Bubis waren, die vor zwei Jahrzehnten den Weg für neues jüdisches Leben in Deutschland ebneten. Sie hatten vereinbart, Juden aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland aufzunehmen. Auf diesem Weg seien zahlreiche Juden auch in den Ulmer Raum gekommen, wo sie sich zusammenfanden. Während andere Gemeinden im Land inzwischen wieder zusammen schmolzen oder sich ganz auflösten, sei die Ulmer Gemeinde stetig gewachsen.

Für sie werde jetzt das von der Architektin Susanne Gross aus dem Kölner Büro "Kister, Scheithauer, Gross" entworfene Haus gebaut. Als eine religiöse, kulturelle wie soziale Stätte für alle Juden in Ostwürttemberg. Oberbürgermeister Gönner betonte, dass der Gemeinderat "einmütig hinter dem Projekt" stehe. Die noch nicht völlig geklärte Baufinanzierung im Blick, mahnte Gönner an, dass nach dem symbolischen Spatenstich auch die Handwerker anrücken sollten, damit der Rohbau bis zum Winter steht.

Der Ulmer Rabbiner Schneur Trebnik forderte alle Interessenten auf, das Haus, wenn es steht, zu besuchen. Hier entstehe keine Parallelgesellschaft, betonte er. Jeder, der das Haus kennenlernen wolle, werde gastlich empfangen. Peled nannte die vom Ulmer Spatzen Chor und Duo Gilgal musikalisch gestaltete Feier "einmalig". Man möge mit Vertrauen in die Zukunft gehen.


Kommentare (1)

19.03.2011 12:26 Uhr |   swagman

Bauauftakt für Synagoge in Ulm

Bravo, gute Dinge brauchen halt Ihre Zeit. Jetzt auch noch eine Moschee & eine katholische Kirche in Ulm, dann koennen wir zufrieden in die Zukunft blicken.

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