Bahndiskussion lässt die Ulmer kalt
Ulm. Stuttgart 21-Befürworter und Gegner haben gestern Abend vor dem Ulmer Hauptbahnhof informiert. Die Passanten kümmerte das wenig.
. Als Reaktion auf die jüngsten Demonstrationen auch in Ulm gegen das Bahn-Großprojekt Stuttgart 21 haben sich Ulmer Stadträte vorgenommen, für den Bahnhofsneubau in Stuttgart und die Schnellbahntrasse von Ulm nach Wendlingen zu werben. Martin Rivoir, der gleichzeitig für die SPD im Landtag sitzt, machte gestern Abend im Info-Pavillon vor dem Hauptbahnhof den Anfang.
Nach Hinweisen in der örtlichen Presse und durch die regionalen Rundfunksender hatten sich rund zwei Dutzend Männer und Frauen in dem Pavillon zusammen gefunden. Darunter allerdings samt Rivoir acht Ulmer Stadträte von SPD, FDP, FWG und CDU, Peter Kulitz, Präsident der IHK, und Stadtplanungamtschef Volker Jescheck. Sowie acht Mitarbeiter von Medien, so dass die Bürger, die mit dieser Aktion erreicht und informiert werden sollten, doch eher an einer Hand abzuzählen waren. So stellte Stadtrat Herbert Dörfler (CDU) denn auch fest: "Die Bürger werden durch die Presse vertreten. Diese Veranstaltung geht momentan an den Bürgern vorbei."
Rivoir strich in seinem mit Skizzen und Bildern unterlegten Vortrag nochmals die Bedeutung des Projekts für die Anbindung Württemberg ans europäischen Schienennetz heraus. Und er informierte über Planungsstand und Kosten.
Vor dem Pavillon hatten drei Grüne Stadträte einen Informationstisch aufgebaut. Die Grünen freuten sich darauf, eine Sachdiskussion mit den Befürwortern des Projekts in Ulm zu führen, sagte Kreisvorsitzende Jürgen Filius. Bisher hätten die sich, angeführt von Rivoir, hinter Aussagen wie "die Bahn wird sich schon nicht irren" verschanzt.
Die Grünen forderten nach wie vor einen Volksentscheid über "Stuttgart 21" und befürworteten den Bau einer Neubaustrecke Ulm-Stuttgart. Allerdings müsse die Planung für diese Strecke nachgebessert werden. Wer beides, Stuttgart 21 und die Neubaustrecke wolle, werde allerdings nichts davon bekommen. OB Ivo Gönner, der beim Ausbau der Straßenbahn trotz einer Ratsmehrheit einen Bürgerentscheid angesetzt und mit der Bedeutung des Projekts begründet habe, streiten die Grünen das moralische Recht ab, sich gegen eine Volksabstimmung zu sperren.
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Autor: JÜRGEN BUCHTA | 03.09.2010
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