BOB: Projekt gegen Alkohol im Straßenverkehr

Neu-Ulm.  Der Neu-Ulmer Kreisjugendpfleger Reinhold Kwiedor hat mit BOB ein Programm gegen Alkoholkonsum im Straßenverkehr eingeführt. Teilnehmende Gaststätten verpflichten sich, den jungen Autofahrern ein nichtalkoholisches Getränk zu spendieren.

„Er übernimmt Verantwortung für sich und andere, zeichnet sich durch selbstbewusstes Auftreten aus und verkörpert die Überzeugung: ‚Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben.“ So charakterisiert Reinhold Kwiedor, Kreisjugendpfleger für Neu-Ulm, BOB. BOB kann und soll jedermann sein - und jede Frau. Es ist ein Programm gegen Alkoholkonsum im Straßenverkehr, das der 59-Jährige im Mai des vergangenen Jahres im Kreis Neu-Ulm ins Leben gerufen hat.

Das Prinzip der Aktion ist simpel: Es richtet sich insbesondere an junge Leute, die abends mit dem Auto unterwegs sind und keinen Alkohol trinken wollen. Das sei darin begründet, dass Fahranfänger zwischen 18 und 24 Jahren sehr häufig an Verkehrsunfällen beteiligt seien, erklärt Kwiedor. In den am BOB-Programm teilnehmenden Gaststätten geben sich die Jugendlichen mittels eines gelben Schlüsselanhängers mit den Lettern der Aktion zu erkennen – und bekommen vom Wirt dafür das erste nichtalkoholische Getränk spendiert. Bis Ende 2011 hat Kwiedor bereits 20 Lokale für die Aktion gewinnen können, von Nersingen bis Kellmünz, von Vöhringen bis Roggenburg.

Für die Wirte kann sich das unter Umständen sogar rechnen, wenn eine Person aus einer Gruppe die anderen sicher nach Hause fährt und die Gruppe somit länger in der Gaststätte verweilt. „Das ist aber nicht der springende Punkt“, sagt Klaus Lederer, Inhaber des „Life & Work“ in Vöhringen, einem der teilnehmenden gastronomischen Betriebe. „Es geht um die Idee dahinter. Die besagt: ‚Unter Alkoholeinfluss fährt man kein Auto!’ Das unterstütze ich.“ Kreisjugendpfleger Kwiedor war Ende 2011 an eine Mitarbeiterin seines Hauses herangetreten. Lederer war schnell überzeugt und sagte seine Unterstützung zu.

Das sei jedoch nicht überall so einfach gewesen, sagt Kwiedor. „Einige waren schlichtweg nicht interessiert, für manche war es auch die falsche Zielgruppe“, nennt Kwiedor als Probleme, auf die er bei der Werbung für das Programm gestoßen ist. „Es kommt viel auf die persönliche Einstellung der Personen an, damit sie das Projekt unterstützen.“ Sie zeigten damit ja schließlich auch, dass sie den Jugendschutz ernst nehmen. Drei Monate lang war der Kreisjugendpfleger auf Werbetour – mit großem Engagement und oft auch noch weit nach seinem eigentlichen Dienstschluss.

Das erste Dreivierteljahr sei gut verlaufen, es habe sehr gute und konstruktive Gespräche über Alkohol am Steuer im Speziellen und Jugendschutz im Allgemeinen gegeben, resümiert Kwiedor. Doch mit dem Erreichten ist er noch lange nicht zufrieden. Es gilt für das Projekt, das seinen Ursprung in Belgien hat und über mehrere andere deutsche Bundesländer wie das Saarland oder Hessen nach Bayern getragen wurde, die „nächsten Schritte“ einzuleiten.

Es gehe unter anderem darum, Sponsoren zu finden und Fahrschulen einzubinden. Zumindest letzteres ist dem 59-Jährigen mit zwei Fahrschulen in Illertissen und einer in Pfaffenhofen bereits gelungen. „Das wird nochmals einen Qualitätssprung geben“, ist sich Kwiedor sicher. In puncto Sponsorensuche hofft er, in Kürze einen Partner präsentieren zu können. Mehr verrät er jedoch nicht. „Ich möchte das Thema warm halten“, sagt Kwiedor. Deshalb spricht er nun auch auf der anderen Seite der Donau, in Ulm, vermehrt Wirte an und wirbt dafür, dass es immer mehr BOBs auf den Straßen in der Region gibt.

Wer mehr über BOB erfahren möchte, kann sich auf der Homepage des Programms informieren.

Kommentare (1)

05.01.2012 14:03 Uhr |   Heiner Mayer

BOB erobert die Straßen der Region

Glauben Sie eigentlich selbst an den Schei. was Sie schreiben ??
Glauben Sie das man mit solch einer Aktion vom Saufen abhalten kann ?
Die Jugendlichen machen sich höchstens einen Spass - schon wieder ein Getränk ohne zu zahlen !!!

Aktionismus ohne Sinn und Zweck !!

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Autor: TOBIAS KNAACK | 05.01.2012

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